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Das deutsche Staatsfernsehen überschüttet den scheidenden NATO-Generalsekretär zum Abschied mit einigem Lob. Besonders anerkannt werden seine scharfen Worte in der Ukraine-Krise und das harte Vorgehen gegen Russland. Selbst die große militärideologische Nähe zum Obama-Vorgänger George W. Bush scheint kein Problem zu sein.

Von Marco Maier

Irgendwo angeeckt ist er ja immer schon. Ob es sich um den Irak-Krieg handelte, bei dem er US-Präsident Bush seine volle Unterstützung zukommen ließ, die Debatte über die Bombardierung Libyens bei dem er die deutsche Delegation – die sich dagegen aussprach – brüskierte, oder die Verteidigung der Mohammed-Karikaturen mit der er die Türkei gegen sich aufbrachte – an Ecken und Kanten mangelt es dem Dänen nicht. Dies merkt man auch im Umgang mit Russland. Politische und militärische Hardliner sind derzeit eben sehr beliebt.

Doch der Scharfmacher Rasmussen hat auch Freunde in Deutschland. Offenbar will ihm das transatlantische Netzwerk, welches sich auch über die deutschen Staatsmedien erstreckt, zum Abschied ein kleines mediales Denkmal setzen, bevor mit dem Norweger Jens Stoltenberg ein eher moderater Politiker die Führung des transatlantischen Militärbündnisses übernimmt. Vielleicht soll dies auch nur ein kleiner Fingerzeig für seinen sozialdemokratischen Nachfolger sein, der als Verhandler gilt und durchaus diplomatisch agieren kann. Für die zukünftige Ostpolitik der NATO ist er wohl doch eher der passende Partner.

Im NDR, einst unter britisch-alliierter Kontrolle, gibt es für den rechtsliberalen Anders Fogh Rasmussen jedoch deutlich mehr Lob als Tadel. Vor allem Rasmussen-Versteher kommen zu Wort und die Zustimmung zum harten Kurs gegen Russland scheint überall durch. Wenngleich man quasi durch die Blume zugibt, dass der Disput mit Moskau eigentlich nur dazu dient, die Existenzberechtigung der Militärorganisation in Zeiten ohne machtpolitische Blöcke aufrecht zu erhalten. Die künstliche Verschärfung der politischen Differenzen durch die NATO-Politiker sorgte dafür, dass die westlichen Militaristen für Zusammenhalt sorgen können und das Bündnis somit fester aneinander schweißen.

4 KOMMENTARE

  1. Die USA hat ihr Ziel erreicht: Die wirtschaftliche Schwächung der EU, denn die USA haben sich kaum an den Sanktionen beteiligt:
    Russland hat z. B. 16 Boeing bestellt, das schadet Airbus.
    US-Firmen sichern sich Aufträge in der Ukraine, während die EU deren Schulden bezahlen muss. Victoria Nulands barsches „Fuck the EU“ war mitnichten eine unbeherrschte Entgleisung, sondern ist integraler Bestandteil der US-Geopolitik.:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/21/putin-arrangiert-sich-mit-obama-keine-neuen-sanktionen-gegen-die-eu/

    Während dessen geht die Verdummung der Bevölkerung weiter, denn trotz zahlreicher Belege heißt es bei der ARD nur: "ARD-Chefredakteur Thomas Baumann wies die Kritik “energisch” zurück":
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/20/programm-beirat-uebt-scharfe-kritik-an-der-ukraine-berichterstattung-der-ard/

  2. -Vor allem Rasmussen-Versteher kommen zu Wort und die Zustimmung zum harten Kurs gegen Russland scheint überall durch.-

    Liebe Leute, nennt diese Typen beim Namen! Holt sie aus der Anonymität!

    Verderbt ihnen damit ihren Marktwert!

    1945 hatte man  diese Art  Damen und Herren in Nürnberg in "Mittäter" oder "Mitläufer" eingeteilt.

    Helft mit Nürnberg 2.0 vborzubereiten.

     

     

  3. Habe die Forderung der Linken nach Austritt aus der NATO bisher nie verstanden, nach der Ukrainekrise ist mir das klar.

    Bezüglich Nürnberg 2.0 : Sollte man wirklich ernsthaft vorbereiten, z.B. entsprechende Namen und Fakten merken.

    Eine zentrale "Salzgitter"-Kartei, diesmal mit den aktuellen Demagogen und Scharfmachern, wäre ein guter Anfang.

    Gibt ja genügend Bewerbungen, um auf diese Liste zu geraten…

    Imre

     

  4. Dieser unträgliche NATO-Generalscharfmacher, endlich muss ich seine verbalen Entgleisungenn nicht mehr mitbekommen, schrecklich und unvergessen seine Hetzte gegen Fracking-Gegner, als er diese als bezahlte Agenten Putins diffamiert hatte.

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