Russischer UN-Botschafter zu MH17: “Eine echte Untersuchung hat nicht stattgefunden”

Erst der große mediale Aufruhr rund um den Abschuss von Flug MH17 der Malaysia Airlines über der Ostukraine – und nun herrscht offenbar betretenes Schweigen. Einzig in Malaysia und Russland scheint man noch an einer wirklichen Aufklärung der Umstände interessiert zu sein. Witali Tschurkin, Russlands Botschafter bei den Vereinten Nationen kritisierte deshalb nun die bisherigen Ermittlungen.

Von Marco Maier

Witali Tschurkin sprach nun von einem „Informationskrieg“ in dem den ukrainischen Rebellen und der russischen Regierung ohne jegliche Beweise eine Verwicklung in den Abschuss von Flug MH17 vorgeworfen wurde. Eine transparente und objektive internationale Untersuchung des Flugzeugabsturzes sei nur unter Beteiligung der Vereinten Nationen möglich, so der UN-Botschafter. Der Rechtsgrundsatz, wonach der Kläger die Schuld des Angeklagten beweisen muss, nicht der Angeklagte seine Unschuld, interessiert weder die westlichen Medien, noch die westliche Politik.

Den vorläufigen Bericht zum MH17-Abschuss, der am 9. September veröffentlicht wurde, bezeichnete Tschurkin als "nicht wirklich informativ". In dem Report der niederländischen Ermittler hieß es, die Boeing 777 sei vermutlich „von mehreren mit großer Energie getriebenen Objekten" getroffen worden und danach in der Luft auseinander gebrochen. Welcher Art dieser Angriff von außen war, wurde jedoch nicht erklärt. Das ist ja auch völlig uninteressant… Dass die Ergebnisse auf einen Beschuss einer Militärmaschine hindeuten, spielt hierbei sicher gar keine Rolle, oder?

Bereits kurz nach dem Erscheinen des niederländischen Untersuchungsberichts zum MH17-Abschuss konstatierte Tschurkin: "Ich muss zu dem Schluss kommen, dass eine echte internationale Untersuchung nicht stattgefunden hat." Die Ergebnisse des Untersuchungsberichtes seien „zu vage“ so der russische UN-Botschafter in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender Rossiya 24. „Es wurde lediglich das Offensichtliche bestätigt: Das Flugzeug stürzte nicht von selbst ab, sondern wurde abgeschossen.“ Viele Fragen blieben unbeantwortet, zum Beispiel auch die Anwesenheit von ukrainischen Kampfflugzeugen in der Nähe der Boeing 777 kurz vor dem Crash.

Lesen Sie auch:  Kiew arbeitet an militärischen Szenarien gegen Moskau

Vor allem jedoch muss man sich fragen, wem der Abschuss schlussendlich genützt hat. Cui bono? Weder die ostukrainischen Rebellen noch Russland haben irgendwelche Vorteile aus dem Tod der vielen Menschen gezogen. Ganz im Gegenteil erlitten sie dadurch nur noch mehr Schaden. Anders hingegen das Oligarchen-Regime in Kiew, welches von den Westmedien und den Politikern der EU und der USA automatisch eine Welle der Unterstützung erhielt.

Loading...
Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.