Ukraine: Opposition will sich an die Macht putschen

Nachdem Janukowytsch letzte Nacht in den Osten des Landes geflogen ist, ruft der Führer der Oppositionspartei "Udar" (Schlag), Vitali Klitschko, im Parlament zum Sturz des Präsidenten auf. Wichtige politische Posten wurden ohnehin schon mit Vertrauten der Oligarchin und Oppositionspolitikerin Timoschenko besetzt.

Eigentlich sollten die Präsidentenwahlen zwischen September und Dezember dieses Jahres stattfinden. Doch wie es scheint, wollen die Oppositionellen die Gunst der Stunde nutzen. Janukowytsch, der sich seit letzter Nacht in der ostukrainischen Stadt Charkiw befindet, will heute im ukrainischen Fernsehen sprechen. Doch seine Zeit scheint angesichts der Machtübernahme des Parlaments, in dem offenbar rund ein Drittel seiner Parteikollegen zur Opposition übergelaufen sind, sowie der Solidaritätserklärung der Kiewer Polizei mit der Maidan-Fraktion, nun abgelaufen zu sein.

Inzwischen wurde Julia Timoschenko, die sich derzeit in ärztlicher Behandlung befindet, vom Parlament amnestiert. Die eigentlich dafür erforderliche Unterschrift des Präsidenten machten die Abgeordneten obsolet, indem sie sich per Gesetz selbst das Recht dazu gaben. Möglich machte dies der politische Opportunismus einiger Abgeordneter der "Partei der Regionen". Es scheint, als ob der Putsch der vornehmlich aus den westlichen Landesteilen stammenden Maidan-Aktivisten innerhalb der nächsten Stunden weitestgehend abgeschlossen sein könnte.

Obwohl sich Vertreter der vornehmlich russischsprachigen östlichen Landesteile für eine Einheit des Landes aussprachen, könnten die jüngsten Ereignisse das ethnisch und politisch ohnehin schon tief gespaltene Land endgültig auseinander reißen.

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Ein Kommentar

  1. Vitali Klitschko und die Oppositionspolitikerin Timoschenko sind die gleichen Falschspieler, wie diejenigen der jetzigen Putsch-Regierung.

    Hoffentlich sehen die Ukrainer dieses Mal klarer als beim Maidan-Zirkus die Dreckspiele der machtgierigen Figuren in ihrem Land.

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