USA und China vor totalem Bruch der Beziehungen

Die Covid-19-Pandemie bedroht die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zwischen China und den USA, sowie die Weltwirtschaft als Ganzes.

Von Redaktion

Die wirtschaftlichen und technologischen Beziehungen zwischen den USA und China könnten zusammenbrechen, wenn Washington droht, China eine Rechnung wegen der Coronavirus-Pandemie vorzulegen, schrieb Nezavisimaya Gazeta. Umfragen unter US-Unternehmen zeigen aufgrund der Gefahr der „Trennung der Volkswirtschaften“ und des Zusammenbruchs der Lieferketten einen neuen Trend zur Verlagerung der Produktion von China in andere Länder.

Trotz dieser Aussichten wird die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr wachsen, während die US-Wirtschaft voraussichtlich um fast 5 Prozent schrumpfen wird, schrieb die Zeitung. Wobei allerdings anzumerken ist, dass die offiziellen Zahlen auf beiden Seiten stets schöngerechnet werden.

Laut einer Umfrage der amerikanischen Handelskammer in China und der amerikanischen Handelskammer in Shanghai ist die Schwächung der Beziehungen zwischen den USA und der chinesischen Wirtschaft aufgrund von Störungen in den Lieferketten und weiter komplizierten Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu einer realistischeren Perspektive geworden.

Entsprechend der Studie sagen heute nur 44 Prozent der 25 großen US-Unternehmen, dass eine Trennung der beiden größten Volkswirtschaften unmöglich ist, während im Oktober letzten Jahres 66 Prozent der Befragten angaben, dass dies unmöglich sei. Inzwischen haben 16 Prozent der Unternehmen ihre Absicht erklärt, die Produktion teilweise oder vollständig außerhalb Chinas zu verlagern.

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In der gegenwärtigen turbulenten Situation wird die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und China die globale Wirtschaftslage belasten, die auf allen Märkten zu spüren sein wird, glauben Experten, die von Nezavisimaya Gazeta befragt wurden. „In diesem Fall ist ein weiterer Rückgang der Nachfrage nach Energie und Rohstoffen möglich. Für Russland bedeutet dies einen zusätzlichen negativen Faktor in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation“, sagte Nikita Ryabinin, Leiter des KRK-Konzernbüros.

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„Die Lücke in den Produktionsketten zwischen den USA und China sowie zwischen anderen Ländern wird einen tieferen wirtschaftlichen Abschwung weltweit und eine langsamere Erholung als zuvor prognostiziert bedeuten. Eine tiefere globale Rezession wird die russische Wirtschaft treffen, da unser Land eng in die Wirtschaftsprozesse der Welt integriert ist“, fügte der Senior Analyst bei BCS Premier Sergey Suverov hinzu.

„Die westliche Welt ist ein Designbüro, und China ist ihre Fabrik. Sie können die Fabrik wechseln, aber eine Fabrik ohne technische Köpfe kann nicht arbeiten und sich entwickeln“, sagte Alexander Razuvaev, Leiter des Alpari-Analysezentrums, gegenüber der Zeitung. Seiner Meinung nach ist es nicht zu erwarten, dass die bisherige Zusammenarbeit zwischen Peking und Washington bereits beendet ist.

Es zeichnet sich allerdings ab, dass die globalen wirtschaftlichen Beziehungen in den kommenden Jahren einige Veränderungen erleben werden. Man darf erwarten, dass eine regionale Diversifizierung stattfinden wird, welche die jahrzehntelange Konzentration von einzelnen Produktionsstätten (insbesondere in China) zumindest teilweise rückgängig macht. Eine partielle Reindustrialisierung der westlichen Welt ist nicht auszuschließen.

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2 Kommentare

  1. Ja und wer hat die Chinesen in all den Jahrzehnten mühsam angelernt, das war nun mal das westliche Designbüro in den chinesischen Fabriken und ich war einer von ihnen und kenne noch sehr genau die Tage, wo ich mir die Haare raufen konnte, bis die etwas verstanden haben.
    Heute tun sie so. als ob alles ihrem Einsatz zu verdanken wäre, anstatt sich daran zu erinnern, wie alles Ende der siebziger Jahre anfing und der einzige, der damals verstanden hat, wie man aus China etwas machen könnte war Deng Xiao Ping und mit Hilfe und persönlichem Einsatz sind sie auch was geworden.
    Der Weg war lang, bis sie die elementaren Grundprinzipien verstanden haben und das trotz Massen von Menschen, die sich in den Büros und den Werkshallen anfangs eher mehr im Wege standen als produktiv tätig zu sein. Das ist lange her, aber man sollte es wissen, wenn man über China spricht und die heutigen Machthaber konnten auf den Reformwillen einiger bauen und zwar bis heute, ansonsten wäre da nicht viel passiert.

  2. Möglicherweise wird Uncle Sam die Weltleitwährung an die Chinesen weiterreichen. Sowas ist lt. dem Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ selten ohne Krieg passiert.

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