Reiseverkehr bleibt eingeschränkt – Reiseveranstalter vor Insolvenzwelle

Bundesaußenminister Maas will den Reiseverkehr weiter eingeschränkt sehen. Indessen stehen zwei Drittel aller Reiseveranstalter vor der Insolvenz.

Von Michael Steiner

Für die Tourismuswirtschaft ist das Jahr 2020 aufgrund der Corona-Krise ein Desaster. Wie wir bereits berichteten, versetzt Covid-19 der Branche einen Todesstoß. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte nun, dass es so bald keine Öffnung von europäischen Reisezielen gebe, was die Aussichten der angeschlagenen Unternehmen deutlich eintrübt.

„Ein europäischer Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt, führt zu unvertretbaren Risiken“, sagte Maas zu „Bild am Sonntag“ und erinnerte an die Ansteckungsrate im österreichischen Skiort Ischgl.

„Was ein Infektionscluster in einem beliebten Urlaubsgebiet in den Heimatländern der Touristen anrichten kann, haben wir bereits erlebt. Das darf sich nicht wiederholen.“ Stattdessen brauche Europa gemeinsame Kriterien für einen Weg zurück zur Reisefreiheit – „so schnell wie möglich, aber so verantwortlich wie nötig“, mahnte Maas.

Er stellt sich damit gegen den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der für eine schrittweise Grenzöffnung für Urlauber beispielsweise aus Deutschland und Tschechien plädierte.

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Indessen warnt der Deutsche Reiseverband (DRV) vor einer Pleitewelle in der Touristikbranche. 60 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter sehen sich unmittelbar von der Insolvenz bedroht, jedes fünfte hat bereits Mitarbeiter entlassen müssen. Vier von fünf Unternehmen hätten bereits Staatshilfen beantragen müssen, so der DRV gegenüber der „Bild am Sonntag“.

Ähnlich kritisch ist die Lage bei den Hotels und der Gastronomie. Dank der sehr niedrigen Gewinnmargen und kaum vorhandener finanzieller Reserven dürfte auch dort eine Insolvenzwelle durchziehen. Dies kann das wirtschaftliche Aus ganzer Orte und Regionen mit sich ziehen, die vom Tourismus leben.

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