Noch kann keine Entwarnung in Sachen Coronavirus gegeben werden. Covid-19 hat China weiterhin fest im Griff.

Von Marco Maier

Die Provinz Hubei meldet 116 neue Todesfälle durch Coronaviren und 4.823 neue Fälle, womit sich die offizielle Gesamtzahl auf weltweit 1.486 Todesfälle und 65.210 Infizierte erhöhte. In China selbst sind es 64.627 Krankheitsfälle und 1.483 Todesfälle.

Zu den neuen bestätigten Fällen gehören 3.095 Patienten, die nach der am Mittwoch implementierten neuen Zählmethode der Provinz „klinisch diagnostiziert“ wurden. Acht der 116 Todesfälle wurden klinisch diagnostiziert. Allerdings hängt die Erkennung von Infizierten auch von der Verfügbarkeit von Testkits und der Manpower ab.

In den letzten 24 Stunden wurden 690 Patienten entlassen, von denen 214 klinisch diagnostizierte Fälle waren. Von den 36.719 Krankenhauspatienten sind 7.953 schwer krank und werden in ausgewiesenen medizinischen Einrichtungen isoliert behandelt. Derzeit gibt es 6.169 Verdachtsfälle, 3.689 gelten als geheilt und 5.352 werden isoliert.

Insgesamt werden noch 166.818 Kontakte verfolgt, während 77.685 unter ärztlicher Beobachtung stehen.

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Die folgenden Diagramme spiegeln die neuen Zahlen wider. Denken Sie daran, dass der gestrige Rekordanstieg von 14.840 Patienten wahrscheinlich auf einen massiven Aufholprozess zurückzuführen war, nachdem klinisch diagnostizierte Fälle in die Definition aufgenommen wurden.

Neue Fälle der Coronavirus-Infektion in China mit Stand 13.02.2020.
Neue Todesfälle durch das Coronavirus in China mit Stand 13.02.2020.

Betrachtet man sich die Fälle außerhalb Chinas, kann man zumindest bislang relativ gelassen sein. Der starke Anstieg in Japan (248 Infizierte, 1 Todesfall) kommt auch vom Kreuzfahrtschiff dort vor Anker. Singapur (58 Fälle) und Hongkong (53 Fälle, 1 Todesfall) zeigen, dass mit rasch umgesetzten Quarantänemaßnahmen ein starker Ausbruch wie in Wuhan und Umgebung offenbar auch im dicht besiedelten urbanen Gebiet verhindert werden kann.

Wenn man nur die offiziellen Zahlen hernimmt, kann man davon ausgehen, dass China alleine bis Ende des Monats mindestens 2.000 neue Todesfälle durch das Virus zu beklagen haben wird. Allerdings werden die offiziellen Zahlen und Daten im Ausland zunehmend kritisch betrachtet. Vor allem Horrormeldungen von verschiedenen (vor allem regimekritische/oppositionelle und US-amerikanische) Quellen sorgen für ernsthafte Zweifel an den offiziellen Darstellungen.

Und nicht nur das. Wenn das Virus tatsächlich „nicht viel schlimmer als eine Grippe“ sein soll (die jährlich deutlich mehr Menschen infiziert und dahinrafft), warum werden dann solche extremen Quarantänemaßnahmen umgesetzt? Das müsste man dann ja auch bei jeder Grippewelle durchführen, oder?

Eine gewisse Skepsis und Vorsicht bleibt jedenfalls angebracht, was die offiziellen Zahlen aus China anbelangt. Wie ich schon vor einigen Tagen sagte, müsste die Lage im Worst Case-Szenario spätestens bis Ende Februar sich so stark verschlechtern, dass Peking dies gar nicht mehr verheimlichen kann. Aber auch bis in 4-5 Tagen sollte man eigentlich schon mehr wissen.

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