Mitarbeiter im Gesundheitswesen in Afrika warnen vor einem Ausbruch des Coronavirus auf dem Kontinent. Man sei darauf nicht vorbereitet.

Von Redaktion

Während der afrikanische Kontinent weiterhin mit einer Heuschreckenplage und Nahrungsmittelknappheit zu kämpfen hat, zeichnet sich am Horizont eine noch größere Sorge ab. Es besteht nämlich die große Gefahr, dass einige der chinesischen Arbeiter das Virus nach Äthiopien oder in die afrikanischen Länder gebracht haben, in denen sie arbeiten, und es stellt sich die Frage, ob diese Länder in der Lage sind um es einzudämmen, solange die Zahlen klein sind.

Das Virus, das sich in weiten Teilen Chinas verbreitet hat, muss in Afrika erst noch bestätigt werden. Die globalen Gesundheitsbehörden sind jedoch zunehmend besorgt über die Bedrohung des Kontinents, auf dem derzeit schätzungsweise 1 Million Chinesen leben bereit, auf einen Ausbruch angemessen zu reagieren.

Gerade über Äthiopien könnte sich das Virus rasch auf dem ganzen „schwarzen Kontinent“ verbreiten, zumal die Inkubationszeit mittlerweile auf bis zu 24 Tage geschätzt wird und Infizierte auch ohne Symptome zu zeigen offenbar das Virus verbreiten können.

Der äthiopische Flughafen Bole International ist nämlich das wichtigste afrikanische Tor von und nach China. Täglich kommen durchschnittlich 1500 Passagiere aus China an. Äthiopien untersucht sie alle auf Symptome, was im Wesentlichen bedeutet, dass ihre Temperatur gemessen wird. Doch das reicht absolut nicht aus. Von dort aus fliegen nämlich viele chinesische Passagiere in jene Länder weiter, in denen chinesische Unternehmen ihren Geschäften nachgehen.

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Die Länder bemühen sich, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, da täglich Hunderte von Reisenden aus China anreisen. Zu den Sicherheitsvorkehrungen gehören eine strengere Überwachung der Einreisehäfen sowie verbesserte Quarantäne- und Testmaßnahmen in ganz Afrika, einem Kontinent auf dem 1,2 Milliarden Menschen leben und einige der weltweit schwächsten Systeme zur Erkennung und Behandlung von Krankheiten bestehen.

Die Bemühungen wurden jedoch durch einen kritischen Mangel an Testkits und zahlreiche Krankheiten erschwert, die ähnliche Symptome wie das grippeähnliche Virus aufweisen. „Das Problem ist, dass es, auch wenn es mild ist, die gesamte Gemeinschaft lähmen kann“, sagte Dr. Michel Yao, Einsatzleiter in Afrika bei der Weltgesundheitsorganisation.

Zu jenen die sich zunehmend Sorgen machen zählen Mitarbeiter des Sino-Zambia Friendship Hospital in der Bergbaustadt Kitwe mit rund einer halben Million Einwohner im Norden Sambias nahe der Grenze zum Kongo. Chinesische Unternehmen betreiben am Stadtrand Minen. Ein Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Wuhan, der Stadt im Zentrum des Virusausbruchs. Hunderte von Arbeiter sind in den letzten Wochen zwischen Sambia und China gereist.

„Wir sind definitiv nicht vorbereitet. Wenn wir ein paar Fälle hätten, würde sich das sehr schnell ausbreiten“, sagte Physiotherapeutin Fundi Sinkala. „Wir geben unser Bestes mit unseren Ressourcen.“

Das Sino-Zambia Friendship Hospital oder Sinozam, eine niedrig gelegene Einrichtung in der Nähe des Bahnhofs der Stadt, hat einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen, darunter die Überprüfung der Patiententemperaturen mit Infrarot-Thermometern und die Einrichtung von Isolationsbereichen.

Ohne Tests verlassen sich die Beamten „nur auf die Symptome“ und darauf, ob sie fortbestehen. „Aber nach dem, was wir gerade lernen, zeigen manche Menschen kaum Symptome“, sagte Physiotherapeutin Fundi Sinkala und nannte dies die größte Sorge des Krankenhauses.

Chinesische Botschaften in Sambia und anderswo in Afrika waren ungewöhnlich offen und gaben Pressekonferenzen und Fernsehinterviews, um ihre Reaktion auf den Ausbruch zu erörtern. In Botschaften müssen ankommende chinesische Staatsbürger angeben, wo sie sich in China aufgehalten haben. Sie fordern die Bürger auf, sich freiwillig für 14 Tage zu isolieren.

„Wir praktizieren jetzt Hygiene, sogar in den Minen“, sagte der in Kitwe ansässige Präsident der Gewerkschaft Mine Workers Union in Sambia, Joseph Chewe. „Jeder Bericht einer Person mit Coronavirus hier wird sehr katastrophal sein.“

Die WHO sagt, dass die Länder verpflichtet sind, bestätigte Fälle und Verdachtsfälle zu melden. Der WHO-Chef hat die Länder öffentlich aufgefordert, Informationen auszutauschen. Bisher scheinen die afrikanischen Länder die Vorgaben zu erfüllen, sagte ein WHO-Berater für Gesundheitssicherheit, Dr. Ambrose Talisuna, gegenüber Reportern.

Doch was geschieht, wenn erst einmal ein Ausbruch bestätigt wird? Man muss nur an die Ebola-Ausbrüche der letzten Jahre denken, wo Quarantänemaßnahmen kaum Erfolg zeigten. Lediglich die rasche Inkubationszeit verhinderte stets Schlimmeres. Das ist beim Coronavirus jetzt jedoch etwas anders…

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