F-16 für Taiwan: Peking droht mit “Vergeltung”

Taiwan wird 70 neue F-16-Kampfjets von den USA kaufen. In Peking stößt dies auf massive Kritik. Man droht bereits mit Vergeltungsmaßnahmen.

Von Marco Maier

Peking hat das ganze Jahr über immer wieder über Taiwan gesprochen, seit Präsident Xi im Jahr 2019 mit einer Rede zur “Wiedervereinigung” Taiwans mit dem Festland aufrief. Dies löste eine heftige Reaktion des taiwanesischen Präsidenten Tsai Ing-wen aus, der als Befürworter einer völligen Unabhängigkeit der Insel gilt und die Ein-China-Politik ablehnt.

Als der US-Kongress den Verkauf von 70 neuen F-16-Kampfjets an Taiwan genehmigte, wurde eine der “roten Linien” von Peking überschritten, das belastet Washingtons Beziehung zu Peking weiter. Zwar fehlt noch der Stempel des US-Außenministeriums zur Besieglung des Deals, doch dieser gilt nur noch als Formsache. Immerhin gilt die Trump-Administration als starke Unterstützerin eines unabhängigen Taiwans.

Peking selbst drohte angesichts dieses Deals zwischen Washington und Taipeh mit “Vergeltung”, da man dort eine solche Lieferung als einen unzulässigen Eingriff in die chinesische Innenpolitik versteht. Taiwan gilt für Peking als “abtrünnige Provinz”, die wie Hongkong und Macao an das Stammland zurückkehren soll.

Doch als ob der Deal mit den Kampfjets nicht schon genug wäre, will die taiwanesische Regierung auch 108 US-Kampfpanzer (M1A2X Abrams) kaufen. Das Ziel lautet, eine mögliche militärische Invasion durch die Volksbefreiungsarmee so kostspielig wie möglich zu gestalten. Abschreckung eben zumal die Führung in Peking die Wiedervereinigung mit der Insel möglichst rasch durchführen will.

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