Der Zentralrat der Juden, Josef Schuster - Bild: Pressefoto / Thomas Lohnes
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Josef Schuster warnt vor Populisten wie Viktor Orban. Sie würden gegen Juden Vourteile schüren und diese bedienen. Bei der Europawahl hofft er auf ein deutliches Bekenntnis zu Europa.

Von Redaktion

Gut zwei Monate vor der Europawahl warnt der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, vor einem Erstarken der Populisten. „In meinen Augen gibt es in vielen Ländern eine zunehmend gefährliche Gemengelage aus Nationalismus und Extremismus. Alle Bürger in der EU sind gefordert, für die Demokratie einzutreten“, sagte Schuster der „Heilbronner Stimme“. „Wir sollten die Debatte allerdings nicht allein den Politikern überlassen, sondern zum Beispiel auch in Kirchen oder in Vereinen führen. Es ist eine breite Diskussion über die Vorzüge eines freien und einigen Europas notwendig, das Thema geht uns alle an“, betonte Schuster.

Er hoffe auf ein „deutliches Bekenntnis zu Europa und zur Europäischen Union“. Zudem begrüße er die Idee eines Paktes gegen Antisemitismus in Europa, wie ihn der CSU-Politiker Manfred Weber vorgeschlagen hat. „Die antisemitischen Ressentiments waren nie weg, sondern schwelten in zahlreichen Staaten lange unter der Oberfläche. Nun stellen wir leider fest: Es wird wieder antisemitisch argumentiert und agiert“, so Schuster.

Scharfe Kritik äußert Schuster zur Kampagne des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán, der Anti-EU-Plakate kleben lässt, die EU-Kommissionschef Juncker und den jüdischen Milliardär Soros zeigen. „Was man hier im Wahlkampf in Ungarn sieht, ist jenseits einer akzeptablen Grenze. Hier wird ganz klar mit antisemitischen Stereotypen bewusst Politik gemacht. Es werden Vorurteile gegen Juden geschürt und bedient. Es ist ein weites Überschreiten einer roten Linie“, sagte Schuster.

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Der Präsident des Zentralrates der Juden fordert zudem eine Überarbeitung des deutschen Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das soziale Netzwerke dazu verpflichtet, stärker gegen Hassbotschaften vorzugehen. „Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz war ein wichtiger und richtiger Schritt, aber es scheint mir nicht in allen Punkten zu greifen.“

Das Gesetz sollte rasch „optimiert werden“. Es sei nicht zu verstehen, dass Hassbotschaften nach wie vor nicht unverzüglich gelöscht werden. In sozialen Medien gebe es nach wie vor Räume, in denen man sich äußern kann, ohne Sorge zu haben, für Beleidigungen belangt zu werden. „Besonders schlimm ist, dass auch die antijüdischen Klischees aus der Nazizeit und Verschwörungstheorien einen breiten Raum einnehmen“, beklagt Schuster.

Mahnende Worte richtete er an Fußballvereine, bei denen es zuletzt zu rassistischen Vorfällen gekommen war. „Es ist leider keine neue Erkenntnis, dass die Anhängerschaften einzelner Vereine von rechts unterwandert sind. Spieler werden aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe beleidigt. Der FC Union Berlin hat sich sehr deutlich von dem antisemitischen Angriff seiner Fans auf Almog Cohen distanziert, sich entschuldigt und Konsequenzen gezogen. In Chemnitz war die Reaktion leider nicht so eindeutig. Ich hoffe, dass sich Klubs grundsätzlich klar gegen Antisemitismus und Rassismus positionieren. Auch auf die Gefahr hin, dass einige ihrer „Fans“ nicht mehr ins Stadion kommen.“ Im Stadion des Chemnitzer FC war es kürzlich zu umstrittenen Trauerbekundungen für einen bekannten rechten Hooligans gekommen.

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8 KOMMENTARE

  1. Lächerlich, dass dieser Rat überhaupt existiert und man dem auch noch gehör schenkt.

    Vllt sollten die Juden, die nachweislich die größten Rassisten der Welt sind, vor ihrer eigenen Tür kehren.

    Die Menschen haben kein Bock auf die Volksvermischung, die uns von den Juden aufgezwungen wird durch die millionen von illegalen migranten. Wieviele hat Israel eigentlich aufgenommen von den „Goldschätzen“? achjaaaa 0!
    Also lieber mal die Schnauze halten.

  2. Da hat wohl jemand Angst, dass die europäischen Völker sich wieder auf ihre Ursprünge und Gemeinsamkeiten besinnen und die aufoktroyierten Zwänge abschütteln könnten?

    Es muss schlimm für einen Marionettenspieler sein, wenn ihm die Fäden zu seinen Marionetten durchschnitten werden.

  3. Wer war zuerst da? Die Ökopopulisten, die man gerne auch als „Aktivisten“ und Grüne bezeichnet, oder die AfD?
    Was soll das überhaupt sein dieser RAT, mit dem es einen Staatsvertrag gibt. Ist er Staat im Staat, oder warum ist es so unheimlich wichtig, was dieser Minderheit meint?

  4. “ …..gefährliche Gemengelage aus Nationalismus und Extremismus…“ – ich denke, auch Israel ist nicht frei von Populisten. Deren Regierung besteht zu einem nicht geringen Teil aus Nationalisten, Extremisten und Rassisten. P.S. Und jetzt erwarten wir eine rasche „Optimierung“ des Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

  5. Wen meint er denn damit? Da müßte er schon etwas präziser werden und seine ureigensten Feinde nennen, das könnte z.Bsp. noch ein Rest von unverbesserlichen Neonazis sein, die neue große Gefahr des islamischen Antisemitismus mitten in Europa, aber ganz bestimmt keine konservativen und patriotischen Menschen, die eben in Bezug auf die linke Politik Europas eine andere Meinung vertreten und sicherlich populistisch wirken, weil sie eben von den Bürgern immer mehr geschätzt werden und gerade jene die die Fahne für ihn und seine Gemeinschaft voraustragen und genau die verdächtigt er pauschal als Extremisten, der Typ sollte sich schämen und soll er doch seine Unterstützung bei den Linken jeglicher Coleur einholen, da kann ihm geholfen werden, die Frage ist nur wie. Es ist einfach unerträglich, wenn sich heute noch immer zig Millionen Bürger in eine faschistische Ecke drängen lassen müssen, die mit früheren Vorgängen überhaupt nichts mehr zu tun hatten, es wäre deshalb besser, sie würden mal ihr Gehirn einschalten und genau analysieren wer die Gefahr darstellt und dann müßten sie eigentlich zu anderen Erkenntnissen gelangen und nicht immer gebetsmühlenhaft alte auferlegte Rituale abspielen, die sind kontraproduktiv und helfen nicht weiter, das sollten sie endlich mal begreifen.

  6. Ist es nicht merkwürdig, das der Zentralrat der Juden vor den so genannten Rechten warnt, aber doch genau wissen das der Hass auf Juden nicht von Christen sondern aus den muslimischen Ländern kommt und der wahre Grund nämlich ganz anderer ist !?
    Ist es nicht eher die Angst der Mächtigen ( Juden) wie z.B. die Rothschilds – ihre weltweite Macht an rechte Populisten zu verlieren !?

  7. Schräg, abgedreht! Derlei Warnung fällt aus dem Rahmen aller Realität.
    Die fieseste Taktik, um als die Größten dazustehen, ist andere runterdrücken oder denen was ans Zeug flicken.

  8. Bin vor einiger Zeit eher zufällig auf Ernst Zündel und Fred Leuchter gestoßen.
    Heute ist mir einiges mehr klar geworden und vor allem eins, das man mich mein ganzes Leben lang systemunabhängig belogen hat.
    Man kann nur an die Menschen appelieren: „Leute macht endlich die Augen auf!“

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