Türkisches Kriegsschiff.

Im Kampf um die Gasfelder bei Zypern intensiviert sich der Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland. Manche sprechen bereits von Krieg.

Von Marco Maier

In den Gewässern um Zypern gibt es große Erdgasfelder, die auch entsprechende Begehrlichkeiten wecken. Immerhin handelt es sich hierbei um ein potentielles Milliarden-Geschäft, welches sich niemand nehmen lassen will. Die geteilte Insel, deren größerer südlicher Abschnitt griechisch dominiert ist und in deren Norden die international nicht anerkannte Türkische Republik Zypern liegt, wird so auch zum Zankapfel zwischen den beiden NATO-Staaten Griechenland und Türkei, zumal sich Athen auch als Schutzmacht des Landes versteht, deren Regierung in Nikosia Anspruch auf die ganze Insel erhebt.

Der Streit betrifft die Gasblöcke, also jene Gebiete, in die das Gewässer um Zypern unterteilt wurde. Die Türkei erkennt die Regierung in Nikosia oder ihre Vereinbarungen zur Exklusiven Wirtschaftszone nicht an. Ankara meint, dass das Recht auf Gasförderung auch von den türkischen Zyprern und von der Türkei im Fall der Blöcke 4, 5, 6 und 7 ausgeübt werden sollte, die laut der türkischen Regierung innerhalb der türkischen Gewässer liegen würden. Dies zeigt auch die nachfolgende Karte von Gefira, welches über den Konflikt berichtet.

Dies führte dazu, dass die Türkei bereits ein Explorationsschiff in die Region schickte, das von vier Kriegsschiffen begleitet wurde. Dort begannen sie mit Untersuchungen über mögliche Gasbohrungen in einem Gebiet das insgesamt rund 44.000 Quadratkilometer umfasst - und auch die Blöcke 4 und 5. Athen sieht dies als Verletzung der Exklusiven Wirtschaftszone an. Als das türkische Schiff dann die griechische Kontinentalplatte erreichte, entsandte die griechische Regierung die Fregatte Nikiforos um die Türken wieder zu vertreiben.

Aber auch Italien entsandte eine Fregatte in die Region, als die türkische Marine ein Explorationsschiff der italienischen Ölgesellschaft Eni stoppte, welches infolge von Verträgen zwischen Nikosia und Rom in der Exklusiven Wirtschaftszone unterwegs war.

Sollte die ganze Sache eskalieren, könnte dies sogar zu einem militärischen Konflikt innerhalb der NATO führen, da sich dann die Türkei unter Umständen mit Griechenland und Italien quasi im Kriegszustand befinden würde. Und da Ankara darauf erpicht ist, das enorme Handelsbilanzdefizit zu reduzieren, was auch mit der Ausbeutung der Gasfelder im Mittelmeer möglich wäre, ist die Inbesitznahme dieser Region für die Türkei von strategischem Interesse. Aus den Reihen der türkischen Regierung hieß es bereits, dass Griechenland sich in Acht nehmen müsse, weil die türkische Armee das Land in wenigen Tagen besetzen könne.

4 KOMMENTARE

  1. Italien und Griechenland haben auch zusammen keine Chance gegen die Türkei.

    Es ist ja allgemein bekannt, wie sich Italiener in solchen Situationen verhalten und dass Sie nicht die
    Tapfersten sind.

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