Taiwan solle sich gefälligst mit (US-)Waffen eindecken, um sich gegen eine mögliche Invasion durch die Volksrepublik China zu wehren, so ein Pentagon-Vertreter.

Von Marco Maier

Wenn es die Volksrepublik China gewollt hätte, wäre die Volksbefreiungsarmee schon längst in Taiwan einmarschiert. Das hindert das US-Verteidigungsministerium nicht daran, weiter Öl ins Feuer zu gießen und darauf zu hoffen, dass der Konflikt zwischen den beiden Chinas eskaliert und die neokonservativen Kriegstreiber in Washington so einen Grund dafür haben, dem Reich der Mitte offiziell den Krieg zu erklären. An Provokationen mangelte es in der letzten Zeit ja nicht, wie die Durchfahrt von US-Kriegsschiffen durch die Taiwan-Straße und das Südchinesische Meer unter anderem zeigen.

Nun forderte ein Pentagon-Vertreter, dass Taiwan seine Militärausgaben erhöhen solle, um „Frieden und Sicherheit“ in der Taiwan-Straße und im Indo-Pazifik gewährleisten zu können. David Helvey, erster stellvertretender US-Verteidigungsminister für Sicherheit in Asien und im pazifischen Raum, schlug bei der US-Taiwan Defence Industry Conference in Annapolis, Maryland, vor, dass die selbstverwaltete Insel „über Ressourcen zur Modernisierung ihres Militärs verfügen und das kritische Material, die Besatzung und das erforderliche Training zur Verfügung stellen muss, um eine Invasion über die Taiwanstraße abzuwehren“.

Angesichts der „wachsenden chinesischen Bedrohung“ nutzen die USA den „Taiwan Relations Act“ zunehmend dafür, Unmengen an Waffen an Taipeh zu verkaufen. Offiziell dafür, dass sich das Land gegen eine chinesische Invasion verteidigen kann, in Wirklichkeit jedoch geht es vor allem darum, Waffen zu verkaufen und das Land darauf vorzubereiten, einen gewichtigen Kriegsgrund gegen China zu haben. Irgendwann wird es das Pentagon nämlich durchaus schaffen, den Bogen endgültig zu überspannen und Peking dermaßen zu reizen, dass eine entsprechende militärische Reaktion kommt.

„Diese Änderungen sind von wesentlicher Bedeutung, wenn wir das militärische Gleichgewicht in der Region unnachgiebig betrachten und einen Weg in die Zukunft planen wollen, der Taiwan die Fähigkeit verleiht, Zwang zu widerstehen und Aggressionen abzuhalten“, sagte der Pentagon-Beamte hinsichtlich der Bemühungen Pekings, eine effektive Kontrolle über die Gewässer vor der Küste zu gewinnen.

Präsident Trump genehmigte in den letzten 18 Monaten zwei separate Pakete von Waffenverkäufen nach Taiwan. Die erste Runde im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar wurde im Sommer 2017 abgewickelt, die zweite im September mit 330 Millionen US-Dollar. Taiwan hat häufig seine Notwendigkeit geäußert, M1A2 Abrams-Kampfpanzer und F-35-Kampfflugzeuge zu erwerben, und sagt, dass es „neue Kampfjets wünscht, die in der Lage sind, vertikal zu starten und zu landen und Stealth-Eigenschaften zu haben“.

Dass sich das kleine Taiwan, welches von peking als „abtrünnige Provinz“ betrachtet wird, ohnehin nicht lange gegen eine chinesische Invasion wehren könnte, spielt bei den Überlegungen der Kriegstreiber in Washington ohnehin keine Rolle. Für sie zählt nur der Fakt, dass ein hochgerüstetes Taiwan zumindest einige Zeit Widerstand leisten könnte, was die Opferzahlen auf beiden Seiten erhöhen würde und so auch einen „Grund“ für einen US-Angriff auch die Volksrepublik darstellen könnte.

1 KOMMENTAR

  1. ja je länger die Chinesen warten, desto mehr spielt es den Amis in die Karten.
    Russland lässt sich seit Jahren massiv bedrohen und ist umgeben von amerikanischen Atomwaffen….
    Nun geht es noch darum die Chinesen zu verpöhnen, bedrohen und Kriegsmaterial rund um China zu verteilen.

    Das kleine Taiwan wird sich mit sicherheit nur wenige tage gegen eine Chinesische Invasion wehren können. Und selbst wenn die USA China angreifen, ist absolut nicht gesagt, dass sie auch gegen die Chinesen siegen würden. Chinesen sind ebenfalls gut gerüstet und mit der Masse an Soldaten und Marine auch ein ernstzunehmender Gegner.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here