Ein gestelltes Bild der "Weißen Helme" zum angeblichen Giftgasangriff in Douma. (nachträglich verpixelt)

Die US-amerikanischen Anschuldigungen eines angeblichen Nervengift-Einsatzes im syrischen Douma, welches zu massiven Raketen-Angriffen auf Syrien führten, konnten von der OPWC nicht bestätigt werden.

Von Marco Maier

Erinnern Sie sich noch an den angeblichen Giftgaseinsatz der syrischen Armee in Douma nahe Ghouta bei Damaskus, der zu einem umfangreichen Raketenangriff der Amerikaner, Briten und Franzosen führte? Nun, wie so oft stellte es sich heraus, dass die (von den Weißhelmen erhobenen) Anschuldigungen nicht wahr sind und die militärischen Angriffe der Westalliierten auf syrische Einrichtungen nicht nur unnötig, sondern sogar völkerrechtswidrig waren. Denn hierbei handelte es sich eindeutig um einen unprovozierten Angriffskrieg gegen Syrien.

So berichtet die Organisation für das Verbot von chemischen Waffen (OPWC), dass keine Spuren von irgendeinem Nervengift gefunden werden konnten. "Keine organophosphorischen Nervengifte oder deren Abbauprodukte wurden in den Umweltproben oder in den Plasmaproben von den angeblichen Opfern gefunden", heißt es darin. Das ist ein ganz klarer Beweis dafür, dass es keinen solchen Einsatz (das Weiße Haus behauptete, es sei dort Sarin eingesetzt worden) dort gab, wie es seitens der westlichen Politiker und Medien immer wieder behauptet wurde.

Doch es ist trotz dieser Feststellungen nicht zu erwarten, dass es seitens Washingtons, Londons oder Paris' auch nur irgendein Wort der Entschuldigung gegenüber der syrischen Regierung für die ungerechtfertigte Bombardierung geben wird, die auf die Anschuldigungen folgten, Hubschrauber hätten Fassbomben mit Sarin und Chlorgas abgeworfen, wodurch mehr als 150 Menschen gestorben seien.

Und wie üblich wird dieser Bericht in den westlichen Massenmedien entweder einfach nicht erwähnt, oder aber mit irgendwelchen Rechtfertigungen für die nachfolgenden Bombardierungen mit mehr als 100 Tomahawk-Raketen versehen als Randnotiz veröffentlicht. Interessanterweise wird in den Schlagzeilen inzwischen viel von "verschiedenen chlorierten organischen Chemikalien" gesprochen – beispielsweise betont Reuters, die Agentur für chemische Waffen findet im syrischen Douma "chlorierte" Chemikalien.

Das Wort "Chlor" wird im Zwischenbericht der OPCW nur ​​zweimal verwendet – und zwar in der Charakterisierung der Social Media. Aber nirgends wird eine Bestätigung für einen solchen Einsatz gegeben, und das, obwohl aktuelle Medienberichte fälschlicherweise darauf hindeuten, die OPCW habe Tote gefunden, die durch Chlor getötet worden seien.

Anscheinend waren sowohl Reuters als auch die BBC gezwungen, ihre Berichterstattung über das OPCW-Dokument vom Freitag zu korrigieren, da beide ursprünglich behaupteten, dass OPCW-Ermittler das bei Douma verwendete Chlor bestätigten, während das Dokument selbst nur davon berichtet, verschiedene chlorierte organische Chemikalien an zwei Standorten gefunden zu haben. Aber Chlor wird auch generell zur Trinkwasseraufbereitung und in Haushaltsreinigern verwendet.

"Moon of Alabama" merkt an: In den technischen Anmerkungen des OPCW-Berichts heißt es, dass eines seiner Laboratorien in einigen der Proben "Dichloressigsäure", "Trichloressigsäure", "Chloralhydrat", "Trichlorphenol" und "Chlorphenol" an den angeblichen Einsatzorten gefunden hat. Dies sind alles Substanzen, die in keiner bebauten Umgebung und insbesondere in irgendeinem Heim eine Überraschung darstellen. Dichloressigsäure ist beispielsweise "ein Spurenprodukt der Chlorierung von Trinkwasser." Chloralhydrat ist ebenfalls "ein Nebenprodukt der Chlorierung von Wasser, wenn organische Rückstände wie Huminsäuren vorhanden sind." Die anderen Stoffe sind es auch nicht ungewöhnlich und von verschiedenen Haushaltsanwendungen.

Wie man also sieht, darf man den Politikern und Medien bei ihren voreiligen Verurteilungen von angeblichen Giftgaseinsätzen und dergleichen durchaus misstrauen. Man sollte es sogar prinzipiell tun.