Die Gendarmerie der mexikanischen Bundespolizei. Bild: Flickr / Presidencia de la República Mexicana CC BY 2.0

Während die liberale Welt Präsident Trump dafür attackiert, dass er die Grenze zu Mexiko besser absichern will, macht der neugewählte "linke" Präsident Mexikos dasselbe… Obrador will die südliche Grenze massiv gegen illegale Migration absichern.

Von Marco Maier

Die "Mexiko-Route" wird geschlossen – so könnte man eine Analogie zur Schließung der Balkanroute ziehen. Nur mit dem Unterschied, dass es sich hierbei nicht um eine rechte oder konservative Regierung handelt, sondern um den eben erst zum Präsidenten Mexikos gewählten Manuel Lopez Obrador. Dieser will nämlich die südliche Grenze dicht machen, um die illegale Migration, sowie den Drogen- und Waffenschmuggel aus den anderen mittelamerikanischen Ländern zu stoppen, wie sein Chef der öffentlichen Sicherheit, Alfonso Durazo, "Bloomberg" in einem Interview mitteilte.

Die mexikanische Grenze zu den südlichen Nachbarn Guatemala und Belize gilt als sehr durchlässig und sorgt für eine Verschärfung des ohnehin schon ständig schwelenden Drogenkonflikts im Land, dem jährlich mehrere Tausend (im Vorjahr ein Rekordhoch von 29.168) Menschen zum Opfer fallen. Doch während Obrador während seines Wahlkampfs noch Präsident Trump für dessen harte Haltung zur Migration von Mexikanern in die Vereinigten Staaten scharf kritisierte, hält er sich inzwischen damit zurück. Immerhin plant er ähnliche Maßnahmen zur Eindämmung der illegalen Migration wie die US-Regierung.

Trump selbst hat die Ankündigungen der neuen mexikanischen Regierung begrüßt, zumal er schon früher die Vorgängerregierung dafür scharf attackierte, Mexiko als Transitland für Mittelamerikaner dienen zu lassen und so den Migrationsdruck in die USA zu verstärken. "Ich denke, er wird es versuchen und uns mit der Grenze zu helfen", so Trump über Obrador.

Die neue Grenzpolizei wird jedenfalls schon bald ihren Dienst beginnen und gleichzeitig sollen auch die Grenzbefestigungen im Süden massiv verstärkt werden. Doch bis die Auswirkungen zu sehen sind, wird noch sehr sehr viel Zeit vergehen. Das über viele Jahrzehnte aufgebaute System der Drogenkartelle wird man nicht in wenigen Monaten oder Jahren wieder zu Fall bringen.