Irans Führer Khamenei (Rechts) begrüßt die Revolutionsgarden-Führer, inklusive Qassem Soleimani (Mitte)

Die Iranischen Revolutionsgarden teilten mit, dass sie nur auf den Befehl warten, Israel während des Treffens zwischen Wladimir Putin und Benjamin Netanyahu in Moskau anzugreifen.

Von Marco Maier

Infolge umfangreicher militärischer Offensiven, die auch von der russischen Luftwaffe unterstützt werden, kann die syrische Regierung über immer größere Gebiete des von diversen Milizen (wie der Freien Syrischen Armee/FSA, der al-Kaida und des IS) weiterhin noch kontrollierten Südens des Landes zurückgewinnen. Dies führt auch dazu, dass die Gefahr von direkten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den syrischen Truppen und der israelischen Armee weiterhin hoch bleibt.

Allerdings gibt es seit Monaten Berichte, dass es einen "geheimen" Deal zwischen Moskau, Jerusalem und Damaskus gibt, wonach die syrische Armee zustimmte die iranischen (bzw. vom Iran direkt unterstützten) Truppen von den Gebieten nahe der Grenzen zu Jordanien und Israel (und da insbesondere von den umstrittenen Golanhöhen, welche Israel im Sechstagekrieg annektierte) fernzuhalten. Im Gegenzug wollen die Israelischen Selbstverteidigungskräfte (IDF) keine Luftangriffe auf die syrischen Militäreinrichtungen fliegen.

Nun berichten israelische Medien davon, dass der Kommandeur der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) daran festhalte, weiterhin die israelische Präsenz auf den Golanhöhen zu "brechen". Angesichts dessen, dass sich heute Präsident Wladimir Putin und Premierminister Benjamin Netanyahu in Moskau treffen, könnte dies gerade die Russen in eine delikate Situation bringen. Immerhin sind sie die wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung und haben die Iraner bereits mehrfach dazu aufgefordert, sich zurückzuhalten. Denn ein massives militärisches Eingreifen Israels würde die Erfolge der syrischen Armee im Süden wieder zunichte machen.

In einer kürzlichen Rede prahlte der stellvertretende Befehlshaber der Revolutionsgarden, Hossein Salami, mit der Schaffung einer "islamischen Armee" in der Nähe der israelisch besetzten Golanhöhen, von der er drohte, Israel zu "beenden". "Heute hat sich in Syrien eine internationale islamische Armee gebildet, und die Stimmen der Muslime werden in der Nähe des Golan gehört", sagte Salami, zitiert von der Times of Israel.

"Es werden Befehle erwartet, damit … die Ausrottung des bösen [israelischen] Regimes startet und das Leben dieses Regimes für immer beendet wird. Das Leben des zionistischen Regimes war nie in so großer Gefahr wie jetzt ", fügte der Offizier hinzu. Laut Salami stellt Israel "eine Bedrohung dar … für die gesamte islamische Welt. Das ist die Philosophie der Errichtung dieses Regimes."

Der IRGC-Offizier warnte auch davor, dass die libanesische Hisbollah-Miliz, die am Krieg in Syrien gegen militante Islamisten teilnimmt, 100.000 Raketen auf Israel gerichtet habe. "Wir schaffen Macht im Libanon, weil wir unseren Feind von dort mit all unserer Stärke bekämpfen wollen", sagte Salami. "Die Hisbollah hat heute eine enorme Macht vor Ort, die alleine das zionistische Regime brechen kann. Das zionistische Regime hat keine strategische Tiefe", fügte er hinzu.

Nun stellt sich die Frage, ob die Iraner die Lage tatsächlich eskalieren wollen, oder ob der Kommandeur der Revolutionsgarden nur wieder einmal großmäulig prahlt, nur um den drohenden Verlust des Einflusses in Syrien zu kompensieren. Den Bemühungen Moskaus zur Stabilisierung Syriens erweist der Militär jedoch damit einen Bärendienst.