Sollte US-Präsident Trump das Nuklearabkommen mit dem Iran auflösen, warnt Präsident Rohani vor einem "historischen Bedauern". Man werde entsprechend reagieren.
Von Marco Maier
In weniger als einer Woche, am 12. Mai, will US-Präsident Donald Trump die von seinem Amtsvorgänger Barack Obama geleistete Unterschrift unter das Nuklearabkommen mit dem Iran zurückziehen. Sein iranischer Amtskollege, Hassan Rohani, warnte ihn nun vor diesem Schritt. "Wenn die USA den JCPOA verlassen, werden sie bald das historische Bedauern sehen, das der Schritt für Washington mit sich bringen wird", so der iranische Staatschef zu einer Menschenmenge in der Stadt Sabzevar im Nordosten des Landes.
Mit dem 2015 abgeschlossenen Deal, der als "Joint Comprehensive Plan of Action" (JCPOA) bekannt ist, haben die USA und andere Weltmächte darin zugestimmt, im Gegenzug zur Beendigung des iranischen Atomprogramms einige der wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Land aufzuheben. Insbesondere die Obama-Regierung sah darin eine Möglichkeit, die US-Präsenz in der Region etwas zu reduzieren um sich so stärker auf die "Achse nach Asien" ("Pivot to Asia") konzentrieren zu können.
US-Präsident Trump, der den Pakt als "einer der schlimmsten ausverhandelten Abkommen" bezeichnete, kündigte bereits mehrfach an, die USA aus diesem Vertrag herauszunehmen. Dabei spielen vor allem die evangelikalen Gruppen in den Vereinigten Staaten eine Rolle, welche sich bedingungslos den Wünschen Israels unterordnen - und in Jerusalem war man schon immer gegen das Abkommen.
Rohani selbst hingegen betonte, dass der Iran "seinen Versprechungen gegenüber loyal" gewesen wäre. "Aber es sagt ausdrücklich der ganzen Welt, Europa, Amerika, dem Westen und dem Osten, dass wir mit niemandem über die Waffen und die Verteidigung unseres Landes sprechen werden."
"Wir werden jede Menge Waffen und Raketen bauen und lagern, die das Land benötigt. Es geht niemanden etwas an, welche Entscheidung das iranische Volk für seine Verteidigung getroffen hat. Wir werden mit niemandem über die Präzision [der Raketen] und die Verteidigungsstärke sprechen," so Rohani weiter.
Auf einer Kundgebung im nordöstlichen Iran sagte der Präsident weiter, dass man Pläne dafür habe, sich "jeder Entscheidung durch Trump zum Nuklearabkommen zu widersetzen". Zudem habe man der Atomenergiebehörde des Landes und dem wirtschaftlichen Sektor Befehle gegeben, sich den "amerikanischen Verschwörungen gegen unser Land zu widersetzen."
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