Petro-Yuan: China spielt die Saudis gegen die USA aus

Pekings Pläne, Saudi-Öl gegen Yuan zu kaufen und Riads Vorhaben, die staatliche Ölgesellschaft Aramco teilweise zu privatisieren, könnte dem Petrodollar gefährlich werden. Denn Saudi-Arabien sitzt in der Zwickmühle – und wird sich wohl für China entscheiden.

Von Marco Maier

Die staatliche saudi-arabische Ölgesellschaft Aramco, die mehr als 100 Öl- und Gasfelder mit Reserven von mindestens 264 Milliarden Barrel Öl (geschätzt ein Viertel der weltweit bekannten Reserven besitzt, fördert jährlich zwischen drei und vier Milliarden Barrel des "schwarzen Goldes". Das ist in etwa das Doppelte dessen, was ExxonMobil als größte US-Ölgesellschaft aus der Erde holt.

Nun soll Aramco, wie es bereits im Jahr 2016 angekündigt wurde, zumindest teilweise privatisiert werden. Die Rede ist von fünf Prozent des Unternehmens, welche an die Börse gebracht werden sollen. Bedenkt man, dass das Unternehmen einen Wert von rund zwei Billionen Dollar (zum Vergleich: ExxonMobil liegt bei einem Aktienwert von rund 350 Milliarden Dollar) aufweisen soll, wären dies 100 Milliarden Dollar, die bei solch einem Verkauf in die Staatskassen der Saudis fließen würden.

Allerdings sprechen Analysten davon, dass der Unternehmenswert deutlich niedriger sei. Als Hauptgrund wird das Gewinnrisiko angegeben, weil die derzeitige Besteuerung des Unternehmensprofits von 50 Prozent mit einem einzigen Federstrich auf 90 Prozent erhöht werden könnte. Das Hauptkapital des Unternehmens ist allerdings nicht die jährliche Produktion, sondern vielmehr die schiere Menge an Ölreserven, welche der Ölgesellschaft gehören – immerhin entspräche dies einem Anteil von rund 13,2 Milliarden Barrel.

Die massive Preisreduktion Aramcos durch die "westlichen Berater" und "Analysten" dürften jedoch vor allem den Grund haben, dass die Saudis inzwischen auch überlegen, den bislang geltenden Dollarstandard für die Ölpreise ("Petrodollar") zumindest beim Handel mit China aufzugeben und stattdessen den Yuan zu akzeptieren. Immerhin sind die Chinesen die wichtigsten Kunden Saudi-Arabiens und Peking will nicht extra dafür bezahlen.

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Doch da gibt es ein großes Problem: Einerseits ist Saudi-Arabien extrem von den Vereinigten Staaten von Amerika abhängig, andererseits jedoch sorgen die neuen russischen Pipelines dafür, dass Saudi-Arabien zunehmend ausgebootet wird und Aramco den wichtigen chinesischen Markt sukzessive verliert. Riad sitzt also völlig zwischen den Stühlen, zumal Washington bereits davor warnte, auch nur ein Barrel Öl in Yuan zu verkaufen, weil dies eine direkte Kampfansage an den Petrodollar wäre, der in den 1970ern von den Amerikanern und den Saudis (mit Henry Kissinger und König Faisal als "Geburtshelfer") quasi beschlossen wurde.

Aber das ist noch nicht alles: Inzwischen hat Peking den Druck auf Riad erhöht und angeboten, die fünf Prozent Anteil an Aramco gleich direkt kaufen zu wollen – für einen "fairen Preis" von 100 Milliarden Dollar. Zudem kündigte die chinesische Regierung an, ein Konsortium aus Energie- und Finanzunternehmen, sowie dem staatlichen Vermögensfonds bilden zu wollen, welches ein ordentliches Stück des Ölkonzerns kaufen werde. Riad wird sich dem auf Dauer nicht entziehen können, was bedeutet, dass Washington bald auch schon den wichtigsten Verbündeten in der Region an Peking verlieren könnte.

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11 Kommentare

  1. Nun ja, wenn sich die Langfinger-Heuschrecken jetzt tatsächlich so allmählich nach China absetzen, passt das schon. Es wartet ein neuer Markt den es auszunehmen gilt, soll ja nix "umkommen" und an denen vorbei geschleust werden auf dieser Welt.

    Kerle, Kerle, ob die Allahisten auch bald mit den Chinesen Stress kriegen, oder erstmal umgekehrt ? … nix genaues weiß man nicht !

     

  2. Handelt es es sich beim Aufstieg Chinas etwa um ein dialektisches Spielchen des Barons?

     

    Ein wenig verwundert es ja schon, daß die VSA nichts Ernsthaftes gegen den Aufstieg Chinas unternehmen, ja diesen sogar öffentlich begrüßen und stattdessen gegen die kleineren und mittleren Mächte so erbarmungslos wüten. Könnten sie diese doch auch nach einem Sieg über China zur Ader lassen, der ihnen Anno 1991 noch recht leicht gewesen wäre, nun aber unmöglich erscheint. Bisher haben die VSA nämlich jeden wirklichen oder vermeintlichen Rivalen erbittert bekämpft. Ein wenig fühlt man sich daher an den futuristischen Roman Düne erinnert, in welchem der Baron Harkonnen den gleichnamigen Wüstenplaneten zuerst erbarmungslos von seinem einen Neffen Rabban ausquetschen lassen will, um dann seinen anderen Neffen Feyd als eine Art Erlöser schicken will. Düne gilt ja vielen als Schlüsselroman der Neuen Weltordnung, da dort das Gewürz ebenso fließen muß wie in jener das Erdöl und auch diese hat ihren Baron. Der Neuen Weltordnung wird ja nachgesagt, daß sie die dialektischen Spielchen liebt.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

     

    1. Die Chinesen sind Gläubiger der USA. Falls die USA die Rückzahlung bremsen, z.B. mit Inflation oder Nichtzahlung, bricht das bisherige irre globale Vertrauen in den US-Dollar zusammen.

      Seit Jahrzehnten läuft es so: Die Chinesen arbeiten fleißig für günstige Waren im US-Wal-Mart, und die USA liefern dafür bedrucktes Papier, nämlich Zahlungsversprechen in ferner Zukunft.

      Ami, go home!

       

        1. Russen nund Chinesen füllen doch derzeit ihre Goldbestände auf, hingegen werden die US$-Bestände abgestoßen. Ob die Saudis das aber mitmachen ist eine andere Frage.

          Vor vielen Jahren hatte mir mal eine Verwante von mir gesagt, dass der Chinese der asiatische Jude sei.

      1. mrrrr so ganz fair und objektiv ist das nicht.

        Die Chinesen wären ohne den Ami noch mit Eselskarre unterwegs zur Feldarbeit. Das ist die andere, die zweite Wahrheit. Der Ami ist zwar Schei..e aber so Schei..e auch wieder nicht. Die Chinesen jedenfalls verdanken denen alles.

        1. Was wären die Amis ohne die Deutschen? Was wäre die Welt ohne Deutsche Erfindungen? China kommt ganz gut ohne den Ami zurecht. Gehen SIe mal nach China. Da gbt es kaum was westliches. Eigene Musik, Schrift, Sprache, Literatur, Kunst, Geschichte, Medizin, Lehre, Religionen. 

          Die USA können Nötigen, Erpressen, Zerstören und Töten – mehr nicht. 

  3. Petro-Yuan: China spielt die Saudis gegen die USA aus

     

    Der Dollar an ÖL/Gasgeschäften gekoppelt, spielt alle Länder der Welt aus! Ohne dieses wäre der Dollar bereits noch weiter im Keller und nur durch militärische Gewalt am Leben gehalten.

  4. Ich kanns kaum abwarten wie die dreckigen Amerikaner langsam und elendig vor die Hunde gehen und verhungernd abnipeln. Hoffentlich werden diese Rassenschänder bald von dem Rest der Welt isoliert und ausgehungert.

  5. na ja die saudis wollen vor allem anderen an der macht bleiben oder im hinblick auf saddam, gadaffi usw. am leben bleiben

    sind militärisch sowieso von den ami s abhängig

    gibt ja auch fette stützpunkte der amis dort

    letztendlich wird s darauf hinaus laufen daß dem willen der ami s rechnung getragen wird und halt n bißchen auch den chinesen

     

  6. "Analysten und westliche Berater", das heisst wohl eine Mischung aus IWF und Goldman Sachs.
     Oder wie sonst sollte man die Finanzmafia treffender beschreiben.

    Und bei Saud scheint sich wohl die Erkentnis breit gemacht zu haben, dass Erdöl doch abiotisch, also selbsterneuernd ist. Also den Ramsch sprich die Aktien schnell noch verkaufen, bevor alle anderen es merken das das Finanzweltliche Spiel mit den Öl-Anteilen genauso ein Nullsummenspiel ist wie der Rest der Finanzwelt..

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