Wirtschaftsnobelpreisträger Krugman korrigiert Euro-Prognose

Der bekannte US-Ökonom Paul Krugman räumte Fehler in der Beurteilung der Eurokrise ein. Allerdings wirft er den deutschen Politikern vor, mit falschen Begriffen um sich zu werfen.

Von Redaktion/dts

Der US-Starökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hat erstmals eingeräumt, bei der Bewertung der Euro-Krise Fehler gemacht zu haben. Seine Voraussage, dass die Währungsunion zerbrechen werde, habe sich nicht bewahrheitet, sagte Krugman in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". "In der Tat: Da lag ich falsch", so der 63-Jährige.

Er habe falsch eingeschätzt, "wie groß der Wille der Politiker war, die Währungsunion zusammenzuhalten – oder andersherum gesagt: wie groß ihre Angst war, dass ganz Europa zerfallen könnte". Zugleich erneuerte Krugman jedoch seinen vielfach geäußerten Vorwurf, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe mit ihren harschen Sparauflagen die Krise verschlimmert und "das Leben aller anderen in Europa immer noch schwerer gemacht hat". Schuld daran sei die "intellektuelle Rigidität", mit der viele deutsche Politiker agierten.

Bis heute rede man in der Bundesrepublik fälschlicherweise von einer Staatsschuldenkrise, obwohl die Ursachen, außer im Fall Griechenland, andere gewesen seien. "Beinahe überall auf der Welt versteht man diese Zusammenhänge heute – nur die Deutschen kapieren es nicht", so Krugman.

Der Volkswirt und New-York-Times-Kolumnist griff außerdem die US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und Bernie Sanders an. Der rechtsgerichtete Trump bediene sich eines plumpen Rassismus in Teilen der Bevölkerung, der Linkskandidat Sanders habe von Wirtschaft keine Ahnung. Den Vorschlag, sich selbst um ein Amt zu bewerben, lehnte Krugman ab: "Um Himmels willen, nein! Ich glaube, ich wäre ein furchtbarer Politiker", sagte er.

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6 Kommentare

  1. Alles was aus USrael kommt ist und bleibt teuflisch. Bislang hielt ich von Krugmann noch etwas, jetzt scheint man aber in USrael nicht mehr gegen den EUR  arbeiten zu wollen,. da man offensichtlich erkannt hat, dass Deutschland mit dem EUR und zusätzlich mit Millionen muslimischen Infiltranten klein und auch kleiner gehalten werden kan, was ja auch die Taktik der Hochgeborenen ist.Für den eine, Martin Schulz SPD-Mitglied!! und hohe EU-Perönichkeit besteht die Existenzberechtigung Deutschlands nur darin, die Existenz des Staates Israel zu sichern. Für den hochgeborenen Joschka Fischer konnte das deutsche Geld überall hingehen nur nicht nach Deutschland. Und bei Merkel hat man auch den Eindruck, dass sie alles tut, um Deutschland zu schädigen , wo immer sie nur kann. Insoweit beeindruckt und überzeugt mich Krugmanns neue "Einschätzung" mit nichten, man muß sie so bewerten wie sie zu bewerten ist.

    1. @Dracula

      "Krugmanns Einschätzung……… man muß sie so bewerten wie sie zu bewerten ist. "

      Richtig und zwar als Worte eines bedingungslosen Keynesianers. Der Herr Professor hat nur ein Problem und zwar das die letzten 15 Jahre gezeigt haben, der Keynesianismus in der aktuell praktizierten Form funktioniert nicht.

  2. Hiiiillllfffeeee irgendein Herr mit einer Plakete eines Schießpulverherstellers ändert seine Prognose für ein Tauschmittel mit ungebremsten Druckverhalten.

    Halelulia. Schlimmer hätte es nicht sein können.

    Da ist ja ungefähr so als ob mein Kaffee von einem Tag auf den anderen schwarz wäre nur weil ich keine Milch da reingefüllt hätte in die Tasse. Undenkbares mal ausgesprochen.

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