Eine der Drohnen die in der Ukraine zum Einsatz kommen. Bild: OSCE/Schiebel CC-BY-ND 4.0
Eine der Drohnen die in der Ukraine zum Einsatz kommen. Bild: OSCE/Schiebel CC-BY-ND 4.0

Ukrainische Soldaten beschießen OSZE-Beobachter

Im von den ukrainischen Regierungstruppen kontrollierten Gebiet in der Nähe von Donezk wurde ein Auto der OSZE während einer Patrouillenfahrt von Uniformierten beschossen. Wahrscheinlich haben sie die Aktivitäten der Soldaten gestört.

Von Marco Maier

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sind nach eigenen Angaben in der Ostukraine beschossen worden. Ein Konvoi der Beobachter, die den Waffenstillstand in dem Konfliktgebiet überwachen sollen, sei am Mittwochnachmittag in der Nähe der Ortschaft Marjinka von Männern in Uniform beschossen worden, teilte die OSZE am Donnerstag mit. Die OSZE-Beobachter hätten einen Lastwagen beobachtet, der eine große grüne Holzkiste geladen hat.

Das Gebiet 15 Kilometer westlich der Rebellenhochburg Donezk wird demnach von der ukrainischen Armee kontrolliert. Die OSZE-Mitarbeiter blieben den Angaben zufolge unverletzt. Die zwei Schüsse, die ein Uniformierter von der Ladefläche eines Lastwagens aus abgegeben habe, hätten eines der OSZE-Fahrzeuge aber nur um zwei Meter verfehlt. Der Konvoi habe das Gebiet daraufhin sofort verlassen.

Bereits am Dienstag feuerte jemand von einem von der Ukraine besetzten Checkpoint bei Debaltseve einen Warnschuss auf OSZE-Beobachter, wie es in einer weiteren OSZE-Mitteilung heisst. Die ukrainischen Streitkräfte am Kontrollpunkt hatten den OSZE-Leuten zuvor den Durchgang über eine Brücke verwehrt. Trotz dieser feindseligen Aktionen durch die Regierungstruppen halten die westlichen Regierungen nach wie vor zu Kiew. Wenn dann jedoch OSZE-Leute getötet werden, schiebt man die Schuld wahrscheinlich gleich den Rebellen in die Schuhe, die jedoch bislang die Beobachter nicht beschossen haben.

Auf beiden Seiten der Front hätten die Beobachter "zahlreiche Truppenbewegungen" bemerkt. Über die Grenze zu Russland seien zudem Panzer und Truppen mit nicht gekennzeichneten Uniformen in Richtung Ukraine verschoben worden. Die rund 400 OSZE-Beobachter sähen nicht alles, räumte Alexander Hug, stellvertretender Leiter des OSZE-Einsatzes in der Ukraine ein. Das zu überwachende Gebiet sei riesig, etwa halb so groß wie die Schweiz. Die vier Drohnen, die der OSZE zur Verfügung stehen, seien ausserdem wiederholt elektronisch oder mit Luftabwehrgeschossen angegriffen und beschädigt worden.

One comment

  1. Kiew selbst forderte OSZE-Beobachter und bekämpft diese durch die eigene Armee, für wie dumm will Kiew die Welt verkaufen? Wann fliegen die Lügen endlich auf?

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