Sicher, im Vergleich zu anderen Ländern hat die Bundesrepublik noch nie viel Geld in die militärische Landesverteidigung investiert. Doch der Umstand, dass kurz nach dem Aufschrei der deutschen Waffenindustrie plötzlich unzählige Meldungen über die desolate Infrastruktur der deutschen Streitkräfte auftauchen, lässt auf eine erfolgreiche Lobbyarbeit schließen.

Von Marco Maier

Zufall oder etwa doch nicht? Erst vor rund 10 Tagen ließ die deutsche Rüstungsindustrie aufhorchen, als sie angesichts der vergleichsweise rigiden Exportkontrolle und der schwachen Binnennachfrage mit der Abwanderung ins Ausland drohte. Kurz darauf gab es schon die ersten Pannen der Bundeswehr, die natürlich gleich medial ausgeschlachtet wurden. Ob nun die in Bulgarien festsitzenden Bundeswehr-Soldaten, die eigentlich in den Irak fliegen sollten, oder auch die Transall-Maschine, die nicht mehr von Gran Canaria abfliegen konnte – Stück für Stück geben plötzlich immer mehr Bundeswehr-Geräte den Geist auf.

Bedenkt man, dass die Bundeswehr ohnehin schon seit Jahren über chronischen Geldmangel jammert, während die neue deutsche Kriegsministerin von der Leyen lieber Ganztageskindergärten für die Soldaten bauen lassen möchte, sollte man sich darüber nicht wundern. Von den 254 Kampf- und Transportflugzeugen sind beispielsweise ganze 150 nicht einsatzbereit, darunter gerade einmal 42 von 109 "Eurofightern". Selbst beim Transporthubschrauber "CH-53" sind gerade einmal 16 der 83 vorhandenen Exemplare überhaupt flugtauglich. Bei der Marine sind gar nur 7 der 43 Hubschrauber fit für den Einsatz.

Eigentlich muss man froh darum sein, dass das deutsche Kriegsgerät größtenteils nicht einsatzbereit ist. Wäre dem nicht so, würde das Kriegsministerium in Berlin wohl noch mehr deutsche Truppen im Auftrag der US-Administration in die ganze Welt entsenden und Merkels "marktkonforme Demokratie" dann nicht nur am Hindukusch, sondern überall verteidigen.

Doch wenn man die medialen "Horrormeldungen" der letzten Tage so betrachtet, drängt sich einem beinahe der Verdacht auf, dass die deutsche Rüstungsindustrie ihre Lobbyarbeit erfolgreich durchbrachte. Wir werden sicher nicht mehr lange darauf warten müssen, dass der Obersteuereintreiber Deutschlands, Wolfgang Schäuble, ein paar Milliarden Euro aus seinem Klingelbeutel locker macht.

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