Foto: Wikimedia Commons

Der Absturz oder Abschuss der malaysischen Boeing über der Ostukraine ist in erster Linie eine menschliche Tragödie. Doch gleichzeitig hat der Vorgang eine politische Dimension erreicht, welche die Lage weiter verschärft. Das äußert sich in gegenseitig erhobenen Vorwürfen und Schuldzuweisungen zu einem Zeitpunkt, da die Untersuchungen noch gar nicht aufgenommen sind. Es bringt aber auch Bemühungen zum Beilegen des Streites mit sich, gute und gut gemeinte.

Von Andreas Beck 

So hat der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Schockenhoff, in einem Interview mit Journalisten dazu aufgerufen, die Vereinten Nationen einzuschalten. Diese sollten einem Kontingent von UN-Friedenstruppen das Mandat erteilen, Frieden im Lande herbeizuführen. Und da Herr Schockenhoff anscheinend keine anderen Sorgen hat, tritt er gleich dafür ein, in und mit diesem UN-Kontingent eine Einheit der Bundeswehr in Marsch zu setzen. Wie man auf die Idee kommen kann, das Militär eines Landes in die Ukraine zu schicken, das wie Deutschland derart unmissverständlich Partei für eine Seite ergriffen hat, ist rätselhaft. Kein Wunder, dass von seiten der Volksmilizen bereits von einer „Einmischung des Westens“ die Rede ist.

Die Mission der OSZE reicht nach Ansicht Schockenhoffs nicht aus. Er untermauerte seinen Vorschlag zudem mit dem Gemeinplatz, dass es notwendig sei, eine Waffenruhe unter Überwachung durch internationale Gemeinschaft herbeizuführen.

Nun ist aber die friedensstiftende Macht der UN, wie allgemein bekannt, äußerst begrenzt. Allein das lässt Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Schockenhoff’schen Vorstoßes aufkommen. Der auch von anderer Seite schon unternommen worden ist. Dagegen sagt Oleg Zarjow, Co-Vorsitzender der Bewegung „Volksfront von Noworossija“ (Neurussland), eine Entsendung von UN-Friedenstruppen würde faktisch zu einer Teilung der Ukraine führen, eben dem, was die Regierung in Kiew mit allen Mittel, auch dem des Krieges, zu verhindern sucht.

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Doch wenn Zarjow von Teilung spricht, dann meint er nicht nur eine Aufspaltung der Ukraine in Ost und West, sondern den aus der Sicht der staatlichen Einheit schlimmsten Fall, den einer Zersplitterung und Auflösung des Staates. Der Einzug von Friedenstruppen würde zu einer solchen Teilung der Ukraine führen. „Denn die ungarischen, polnischen und rumänischen Truppen werden durch Territorien ziehen, die für die jeweiligen Länder interessant sind“, sagt Zarjow. Und er meint: interessant genug, um ein paar Arrondierungen vorzunehmen.

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3 KOMMENTARE

  1. dabei könnte alles so einfach sein. gebt der Ostukraine einfach ihre Unabhängigkeit und das Drama wäre beendet. Dann könnt sich die Westukraine von Deutschland mit durchfüttern lassen und die Ostukraine von Russland. Zudem wären dann die Schulden auch gerecht aufgeteilt zwischen der Russischen Föderation und dem 4.Deutschne Reich (EU). UND es müssten keine weiteren Genozide stattfinden…
    ALLE wären glücklich – Mensch, muss man denn hier alles alleine machen. Gibt’s denn nirgends Politiker, die von Ihrem Job was verstehen ?

  2. Deutsche Truppen in der Ukraine, steht der Bundeswehr dann eine Umkleidung in Feldgrau bevor? Zudem sollten sich die Politiker mal die Fotos der sich bekämpfenden anschauen. Da sind bereits genügend dabei die deutsche Tarnmuster tragen, manche sogar noch mit schwarz rot gold an den Ärmeln. Deutsche Soldaten in die Ukraine Ja, aber nur um die sogenannte Nationalgarde zu entwaffnen. Denn wenn deutsche Soldaten die Faschisten des rechten Sektors entwaffnen, dann werden die Soldaten auch von der Bevölkerung akzeptiert.

  3. Als die Schlachten noch Mann gegen Mann geführt wurden, war es üblich, dass die Wort- und Anführer in der ersten Reihe standen. Vielleicht sollte dieser Brauch wieder eingeführt werden, damit diejenigen, die unbedingt in einen Krieg ziehen wollen, ihn dann auch hautnah erleben dürfen.

    Nun, Herr Schockenhoff, nur Mut, man wartet auf Ihren Einsatz.

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