Heute ist der Tag der Arbeit. Angesichts dessen, dass nach wie vor viele Menschen keine Beschäftigung finden und jene die eine Arbeitsstelle haben mit dem Einkommen kein Auskommen mehr finden, bleibt der soziale Kontext des Feiertages nach wie vor erhalten. Nicht nur um der Arbeit, sondern vor allem um der Menschenwürde Willen.

Von Marco Maier

Arbeit erfüllt das menschliche Leben mit Sinn. Etwas tun, schaffen zu können, liegt in unserer Natur. Selbst wenn auch der Müßiggang durchaus verlockend wirkt, so unvollkommen fühlt man sich doch irgendwann, wenn man keine sinnvolle Tätigkeit ausüben kann. In unserer heutigen Welt dient die Arbeit jedoch nicht unbedingt der Verwirklichung eigener Ziele, sondern oftmals rein der Bestreitung des Lebensunterhalts. Ohne Arbeit gibt es kein Brot.

Darunter leiden müssen jene Menschen, die eigentlich gerne einer anderen Beschäftigung nachgehen würden, sich dies jedoch mangels Einkommen in diesem Beruf einfach nicht leisten können. Dann gibt es noch jene Menschen, die in der Arbeitslosigkeit verharren und dadurch ein Leben am Rande der Gesellschaft führen müssen. Nicht zu vergessen jene Menschen, die sich mit mehreren Jobs und einem Arbeitspensum von über 60 Stunden pro Woche über Wasser halten, weil sie mit einem Einkommen finanziell nicht über die Runden kommen würden.

Angesichts der Produktivitätszuwächse der letzten Jahrzehnte, könnten wir längst schon in einer Welt leben, die deutlich mehr an sozialer Gerechtigkeit bietet. Doch all dieser Fortschritt kam nur einer verschwinded kleinen Minderheit von Menschen zugute. Thomas Piketty bringt dieses Faktum in einem kurzen Satz prägnant auf den Punkt: Rendite schlägt Wachstum. Denn rund 60 Prozent des ganzen Produktivitätswachstums haben die Investoren und Manager eingesackt. Ein Blick auf die Entwicklung der Vermögensverteilung genügt, um sich die weitere Zukunft vorzustellen.

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Wir müssen uns fragen, welche Welt wir wirklich wollen. Eine, in der das gesammelte Vermögen über die Lebensqualität entscheidet, oder eine, in der eine möglichst faire Ressourcenverteilung existiert, so dass die persönliche Leistung wieder einen Wert erhält. Dies könnte den Menschen wieder ein Stück Würde und Freiheit zurückgeben.

Wie viel Wert ein "Tag der Arbeit" angesichts der heutigen Zustände hat, muss jeder für sich entscheiden. Insbesondere dann, wenn die Früchte der Arbeit größtenteils jenen Menschen zufallen, die ohnehin schon in unermesslichem Reichtum schwimmen, während gleichzeitig hunderte Millionen Menschen auf dieser Welt von ihrer Arbeitstätigkeit nur noch mehr schlecht als recht leben können.

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1 KOMMENTAR

  1. Danke, Marco Maier! Dies ist ein nicht nur aktueller und zeitgemäßer, sondern auch überfälliger Beitrag zum Thema "Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt". Ist es nicht ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, sich ein Wirtschaftssystem zu leisten, bei dem sich einige wenige Personen dumm und dämlich verdienen, während andere Leute – die breite Masse – ausgebeutet werden oder gar keine Arbeitsstelle hat? Die Arbeitslosen genießen bestenfalls einige wenige Wochen diesen meist zwangsweise verordneten Urlaub, doch dann schlägt die Realität unbarmherzig zurück und es kommt zu Streß und Ausbrennen.

    Eine Gesellschaft, die ihresgleichen nicht wertschätzt, verfällt zwangsläufig. Das Ergebnis sehen wir heute. Wer auch mit großem Aufwand und trotz bester Qualifikationen versuche, aus dem Teufelskreis der Arbeitslosigkeit auszubrechen, wird nur umso brutaler von seinen Mitmenschen nach unten gestoßen. Auf http://xn--wp-gka.de/index.php?P_Arbeitsmarktpolitik habe ich mir auch zu diesem Thema etwas einfallen lassen und beleuchte zunächst die direkten Auswirkungen bei Bewerbungen.

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