Deutsche Pioniere bilden Soldaten in Mali aus. Bild: Flickr / Bundeswehr CC-BY-ND 2.0
Deutsche Pioniere bilden Soldaten in Mali aus. Bild: Flickr / Bundeswehr CC-BY-ND 2.0

Mali – Katastrophe im Wartestand

Im medialen Schatten der ukrainischen Ereignisse setzt in aller Stille eine der vielen UN-Missionen ihren Misserfolg fort. Es handelt sich um Mali. Fünfzehn Monate nach der französischen, vom Weltsicherheitsrat gebilligten Militär-Intervention „Serval“ ist der Norden des Landes nach wie vor eine graue Zone, die Frankreich nicht unter Kontrolle bekommt, von der malischen Armee ganz zu schweigen.

Von Florian Stumfall

Zu Beginn des vergangenen Jahres hat die französische Armee, unterstützt von Einheiten aus dem Tschad, Hochburgen der Dschihadisten geschleift und Einheiten des Feindes in der Wüste gezwungen, sich zu ergeben. Anfang dieses Jahres, so verkündete stolz Frankreichs Kriegsminister Jean-Yves Le Drian, habe man verschiedene Anführer der Islamisten wie Omar Ould Hamaha getötet. Doch es geht wie beim Kopf der Hydra. Wird hier ein Islamist erschossen, stehen dort zwei neue auf.

Das ist auch der Grund, warum die Begründung für den Krieg in Mali von vorne herein eine Lüge war. In der westlichen Argumentation geht von jedem Fleck der Erde, wo sich ein paar radikale Mohammedaner versammeln, eine Gefahr für Europa aus, also müsse man sie ausrotten. Dass aber der Islamismus gestärkt wird, wenn sich die islamischen Länder willkürlichen Angriffen der USA oder der EU ausgesetzt sehen, das wird gerne verschwiegen. „Gleichzeitig“, so schreibt der französische Express, „reaktivieren sich kleinere Gruppen, die sich aus dem Bodensatz der Bevölkerung bilden und sich in den Bergmassiven des Tagharghar oder von Timetrine verstecken.“

Diese neuen Einheiten verbünden sich mit den al-Kaida-Gruppen „Islamistischer Maghreb“ oder mit der „Bewegung für Einheit und den Dschihad in Westafrika“ (Mujao). Sie bilden eine Gefahr besonders für drei Regionen im Norden Mails: Gao, Timbuktu und Kidal. Und, um endlich auf den Kriegsgrund zu sprechen zu kommen, eben in diesem malischen Norden liegen die wesentlichen Lagerstätten malischer Bodenschätze, die auf Europa einen so unwiderstehlichen Reiz ausüben. Von Erdöl über Gold bis Uran ist alles zu haben, was gut und teuer ist. Vor allem die französischen Kernkraftwerke beziehen erhebliche Mengen an Uran aus Mali. Dieses Geschäft will man nicht den Tuareg opfern, die vom Leben in ihrer Heimat eine abweichende Meinung vertreten.

Die französischen Streitkräfte unternehmen zwar von Zeit zu Zeit Angriffe mit Luftwaffen-Unterstützung auf die Islamisten. Und sie überwachen vom Flughafen Tessalit aus verdächtige Bewegungen am Boden. Aber sie sind mit einer Kopfstärke von 1600 Mann nicht im Stande, die ganze Wüste zu kontrollieren. Vor allem die Regionen nach Nordosten, Richtung Algerien, entziehen sich völlig ihrem Zugriff.

Und die Bundeswehr, die ihr Mandat erst kürzlich verlängert hat? Sie bildet die malische Armee aus, sodass deren Siege den Maßstab für den Erfolg der Ausbilder darstellen. Doch, Frau von der Leyen, lassen Sie uns darüber lieber schweigen

4 comments

  1. Ersuche um Aufklärung:

    Wo bitte wird in Mali Uran von den Franzosen abgebaut? Es gibt Explorationen, aber das Uran Frankreichs kommt aus dem Niger. Wo gibt es im Norden gigantische andere Lager wertvoller Substanzen?

    Artikel äußerst tendenziös

    • Gefällt Ihnen der Spiegel-Bericht vielleicht besser?

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/mali-frankreich-kaempft-gegen-islamisten-und-um-bodenschaetze-a-877679.html

      Zitat daraus:

      “Daneben verfolgt Paris aber auch wirtschaftliche Interessen. So liegen rund um Nordmali viele der von Frankreich ausgebeuteten Uranminen, die das Land dringend für seine Atomkraftwerke braucht. Der staatliche französische Atomkonzern Areva fördert Uran in Malis Nachbarland Niger, das inzwischen der größte Uranproduzent des Kontinents ist. Auch in Mali selbst wurde Uran gefunden. Die atomare Unabhängigkeit ist in Frankreich mehr oder minder eine Frage der Staatsräson und ganz oben auf der Agenda jeder Regierung. Entsprechend kam in den vergangenen Tagen bei Kritikern der französischen Intervention schnell der Verdacht auf, es gehe Paris nicht allein um die Bekämpfung von Terroristen. Das militärische Engagement Frankreichs diene “auch der Sicherung seiner eigenen Energieversorgung mit preiswertem Uran aus Malis Nachbarland Niger”, erklärte etwa die Gesellschaft für bedrohte Völker.”

      • Hoppla, so leicht dürfen Sie sich nicht davonstehlen: Sie schreiben: "Vor allem die französischen Kernkraftwerke beziehen erhebliche Mengen an Uran aus Mali. ". Im Spiegelartikel steht: "Auch in Mali selbst wurde Uran gefunden.". Gefunden, aber noch nicht abgebaut. Darüber hinaus sind die betreffenden Firmen kanadisch und nicht französisch.

        Macht das für Sie keinen Unterschied?

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