Bank Rossii, die russische Zentralbank. Bild: Wikimedia / Kuba CC-BY 3.0

Der russische Rubel stürzt vor allem deshalb ab, weil die Spekulanten mit Hilfe von "Hebeln" beliebig gegen die Währung Russlands spekulieren können. Weder im Hinblick auf die Staatsfinanzen, noch aus realwirtschaftlichen Gründen lässt sich die dramatische Abwertung erklären.

Von Marco Maier

Nun, die Sanktionen des Westens selbst schufen lediglich eine Basis für den danach folgenden Frontalangriff auf den Rubel. Finanzielle Restriktionen für russische Banken und Unternehmen sorgten dafür, dass die Geschäftstätigkeit eingeschränkt werden musste. Doch selbst die Verschiebung von ein paar Milliarden Dollar von Russland in scheinbar sichere Auslandshäfen sorgt normalerweise nicht für solche Kursrutsche.

Vielmehr muss man bedenken, dass die Russische Zentralbank als "unabhängiges Institut" den Regeln von IWF und WTO zu folgen hat. Der Vorwurf, dass die Bank Rossii den Kursverfall des Rubels beschleunigt hat, steht zudem im Raum. So soll die Zentralbank zusätzliches Geld "gedruckt" haben, um dem teilstaatlichen Energiekonzern Rosneft Unternehmensanleihen im Wert von umgerechnet 11 Milliarden Dollar abzukaufen, die am 12. Dezember auf dem Markt platziert wurden. Rosneft stritt dies zwar ab, doch die 625 Milliarden Rubel tauchten kurz danach auf dem Finanzmarkt auf.

Angesichts der Fundamentaldaten Russlands, sind der Kursverfall und die Herabstufung der Bonität logisch nämlich nicht zu begründen. Fakt ist nämlich, dass Russland nur eine äußerst geringe Staatsverschuldung hat, die von den rund 400 Milliarden Dollar an Gold- und Devisenreserven mehr als nur aufgewogen werden. Das kann man von den hochverschuldeten Staaten des Westens nicht behaupten. Wer davon spricht, dass Russland kurz vor einem Staatsbankrott stehen würde, hat nicht begriffen, dass der Staatshaushalt nach wie vor einen Überschuss erzielt und der Staat nicht auf Kredite angewiesen ist.

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Zudem kann Russland angesichts der Staatsbeteiligungen im Rohstoffsektor stets mit realen Werten bezahlen, was man von den meisten westlichen Staaten nicht behaupten kann. Beinahe überall verlässt man sich auf Zahlen in Computern und auf bunt bedrucktes Papier, für dessen "Wert" eine Regierung einsteht, die dafür nichts als irgendwelche Versprechen bieten kann. Moskau hingegen kann zur Not immer noch Öl, Gas und andere Rohstoffe bieten.

Vielmehr muss man den Umstand bedenken, dass der Putin-Hasser George Soros in der Vergangenheit durchaus schon Blaupausen für solche massiven Angriffe auf Währungen lieferte. Mit Hilfe von "Hebeln" reicht schon ein Einsatz von nur wenigen Milliarden Dollar aus, um ganze Länder an den Rand des finanziellen Absturzes zu bringen. Die internationalen Kapitalmärkte, an denen täglich Billionenwerte herumgeschoben werden, machen es möglich. Und kein Land kann sich mit seinen faktisch begrenzten Mitteln dagegen wehren.

Umso mehr, da die realwirtschaftlichen und finanziellen Fundamentaldaten Russlands eine solche Abwertung nicht rechtfertigen, muss von einer gezielten Attacke ausgegangen werden, deren Opfer vor allem in den ärmeren Bevölkerungsschichten zu suchen sind. Sie werden von den massiven Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln besonders heftig getroffen. Und so ist dieser Angriff nicht etwa nur einer auf die russische Politik, sondern auch einer auf die Bevölkerung des Landes. Auch dieser Krieg fordert seine Opfer, auch wenn darin kein einziger Schuss abgegeben wird.

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8 KOMMENTARE

  1. Zugegeben: ich verstehe vom internationalen Finanzwesen nur ganz wenig bis nichts …

    Aber ich lese hier schon wieder einmal dieses:
    "Mit Hilfe von "Hebeln" reicht schon ein Einsatz von nur wenigen Milliarden Dollar
    um ganze Länder an den Rand des finanziellen Absturzes zu bringen."

    Das kam in der Vergangenheit bekanntlich immer wieder vor. Soros z. B. hatte bekanntlich das Pfund schon einmal an den Rand des Ruins gebracht und damit Milliarden "verdient".

    Und nun frage ich mich, weshalb die Staaten dieses "Hebel"- und "Derivate"-Unwesen nicht längst schlichtweg gesetzlich verboten und Übeltäter für lange Zeit aus dem Verkehrt gezogen haben.

    Es kann nicht angehen, dass eine Privatperson mit ein paar lumpigen Milliarden selbst richtig große Staaten in den Ruin treiben können und dürfen und deren Steruerzahler-Bürger dann dieses Spekulanten-Pack bedienen müssen.

    Weil nichts dergleichen geschah, drängt sich der Verdacht auf, dass die Staaten nicht den Mumm dazu haben, das auf Befehl von vermutlich der Wall Street nicht "dürfen", oder aber die Politiker mit diesen Spekulanten unter einer Decke stecken. Auch Kombinationen daraus sind denkbar …

     

    • Um die aktuelle Situation des Rubels zu verstehen, hilft es, sich mit einer Konferenz in Damaskus Anfang diess Monats zu befassen. Dort wurde von Gordon Duff, einem der Betreiber der Website Veterans Today, den erstaunten und aufgeschreckten Teilnehmern mitgeteilt, wer die komplette Politik des Westens steuert und damit versucht, die des Ostens zu manipulieren. Die offensichtlich mafiösen Strukturen sind weltweit schon so tief in das politische System eingedrungen, dass sie ungehindert ihren eigenen Interessen – Geld auf Kosten aller anderen zu machen – nachgehen können. Es wäre an der Zeit, Europol und FBI einzuschalten, damit die kriminellen Machenschaften beendet werden. Aber wer sich den kompletten amerikanischen Kongress kaufen kann, hat auch an anderer Stelle "gute Freunde". Soros zählt zum Kreis dieser "Finanz-Orchideen", die sich nur so präsentieren können, weil sie von der Substanz aller anderen leben, also eigentlich nichts weiter als üble Schmarotzer sind. Ich hoffe, dass Präsident Putin auch dieses Spiel beherrscht und letztlich für sein Volk gewinnt.

      • Herzlichen Dank Iomio für den Hinweis zu VT.

        @Eber ich versuchs mal zu erklären: Aus den Statistiken der BIS.org ist herauszulesen, dass ein paar wahnsinnige Investmentbanken, gehebelte "Wetten" im Umfang vom 15-fachen dessen, was die Weltwirtschaft jährlich produziert und verdient. laufen haben.

        Dieselben Investmentbanken werden von der Politik als "systemrelevant" bezeichnet und dafür haften einerseits die Kontoinhaber oder der Steuerzahler wenns schief läuft.

        Nun kann die BIS nur die "Wetten" auf den Börsenplätzen erfassen, die Geschäfte welche off-balance-sheet (ausserhalb der Bankbilanzen) direkt unter den Banken (OTC over-the-counter) oder zwischen Banken und Dritten (Hedge Funds etc.) vereinbart werden sind also nicht erfasst. In der Finanzwelt gibt es einen Konsens, dass da Minimum nochmals dieselben Risiken geführt werden.

        Nun, wie wird gehebelt und somit diese ganzen Gigarisiken aufgebaut? Ein Investor wie Soros, Black Rock, JP Morgan etc. geht zur Bank und sagt mach mir eine Versicherung über z.Bsp. 10 Mia. USD die ich zu einem fixen Kurs in Rubel tauschen kann. Auf Basis eines völlig theoretischen math. Modells errechnet die Bank eine Versicherungsprämie die hier z. Bsp. dann 100 Mio. beträgt. Diese 100 Mio. werden dann vom Investor hinterlegt und die Bank versucht sich ebenfalls bei einer anderen Bank abzusichern.

        In der Zwischenzeit haben aber die 7 Freunde (s. oben) auch dieselbe Versicherung gekauft somit finden die Versicherungsgeber keine Gegenpartei mehr um sich abzusichern. Also fangen sie an sich im Markt einzudecken und bewegen so die Märkte in eine Richtung.

        Damit haben die 7 Freunde dann mit hier 700 Mio. die Banken dazu verdammt sich gegen Risiken im Umfang von 70 Mia. abzusichern, das ist dann die Hebelwirkung und so lässt sich jede Währung aus den angeln heben.

        Prof. Investoren erhalten im Finanzmarkt Hebelwirkungen bis zum 300-fachen des eingesetzen Kapitals, machen also aus 100 Euro –> 30'000.-

         

      • bitte, bitte fordern Sie doch nicht die Einschaltung des FBI! Wenn man sich mit manch dubiosen  Führungspersönlichkeiten dieser Organisation befasst, hegt man Zweifel, ob dies noch  als "Polizei" zu bezeichnen sei. Die Organisation schaltet weltweit im Internet Fallen zu Konderpornoseiten. Wer in diesen "Honigtopf" reinfällt, kriegt dann Probleme. Diese "Rechtspraxis" ist bei denen die Regel.Das ist geradeso, als wenn das Bundeskriminalamt im Internet Rauschgift anbietet und dann Leute einbunkert. Können Sie alles nachrecherchieren im Netz.

         

  2. Ich glaube, dass dem Dümmsten klar ist, dass der Ölpreisverfall und die Sanktionen in unmittelbarem Zusammenhang stehen, um Rußland in die Knie zu zwingen. Ich halte es für brandgefährlich, ein so grosses Land wirtschaftlich wegen der vom Westen angezettelten Ukraine-Krise am Boden zu zerstören. Russland ist noch immer eine Militärmacht und kein "atomarer Zwerg", das sollte sich Obama vor Augen halten! In der Barentsee liegen 3 Atomunterseeboote und 17.000 Container mit radioaktiven Abfällen aus Sowjetzeiten. Ein wirtschaftlich am Boden zerstörtes Russland wird diese Altlasten nicht bewältigen können. Diese ökologische Zeitbombe tickt und man zwingt mit dem Schlagen der Kriegstrommeln Russland in die Rüstungsspirale, statt dies für die gesamte Menschheit dringliche Problem anzugehen. Die Amerikaner müssen verrückt sein!

     

    E§in am Boden

     

     

    Atomunters

  3. @Eber

    Stimmt schon. Ich würde diesen Casinokapitalismus dem Glücksspielgesetz unterstellen. Sollen sie

    doch zocken – aber nicht auf kosten anderer!

    Börsenspiele lassen sich z.B. an der forex tätigen, mit einem Mindesteinsatz von 100 us$

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