Bild: Flickr / blu-news.org CC-BY-SA 2.0

Banken aus der EU haben in Russland über 128 Milliarden Euro an Krediten vergeben. Die Sanktionen und Währungsmanipulationen führen jedoch dazu, dass in den Chefetagen der Banken langsam das große Zittern beginnt. Selbst ein Zusammenbruch mancher Banken steht nun im Raum.

Von Marco Maier

Angesichts des Umfangs, mit dem EU-Banken in Russland engagiert sind, erweist sich die finanzielle Attacke des Westens gegen den russischen Finanzsektor und den Rubel zunehmend als Schuss ins eigene Knie. Die Teilhabe Russlands am internationalen Finanzsystem ist nämlich nicht nur eine Möglichkeit für den Westen, Moskau finanziell unter Druck zu setzen. Im Gegenzug sorgen die Turbulenzen auch für Probleme bei den großen europäischen Banken.

Insgesamt haben die Banken aus der Europäischen Union 128,1 Milliarden Euro an Krediten in Russland ausstehen. Durch den massiven Kursrutsch des Rubels müssen die russischen Unternehmen inzwischen jedoch rund das Doppelte in Landeswährung aufbringen, um damit die Verbindlichkeiten zu bezahlen. Das Risiko von Kreditausfällen steigt dadurch massiv an, was die ohnehin schon unterkapitalisierten Banken weiter schwächt.

In absoluten Zahlen sind die französischen Banken mit 37,1 Milliarden Euro am stärksten in Russlands Kreditmarkt involviert. Italien (21,3 Milliarden), Deutschland (15,8 Milliarden) und Österreich (14,6 Milliarden) folgen auf den Plätzen. Zum Vergleich: US-Banken (17,4 Milliarden) und japanische Banken (14,1 Milliarden) haben im Vergleich zum gesamten Kreditvolumen nur einen geringen Anteil. Selbst die europäische Bankenzentrale Schweiz hat in Russland nur 4,7 Milliarden Euro an Krediten ausstehen.

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Von den Banken in der Bundesrepublik sind vor allem die Commerzbank und die Deutsche Bank mit einem Kreditvolumen von jeweils mehr als 5 Milliarden Euro betroffen. Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) hingegen vermeldete noch im August ein ausstehendes Kreditvolumen von insgesamt 10,3 Milliarden Euro. Man kann sich vorstellen, wie sich die aktuelle Entwicklung nun auf die Bilanzen auswirken werden.

Es zeigt sich, dass eine Normalisierung der Lage durchaus im Interesse der Europäischen Union liegt, zumal die Kriegskassen nach der Finanzkrise 2008 und den ganzen Maßnahmen der letzten Jahre nicht gerade prall gefüllt sind. Eine neuerliche Bankenrettungs-Aktion die schlussendlich gar mehrere hundert Milliarden Euro kosten könnte, ist schlichtwegs nicht mehr finanzierbar.

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