Häufig kommt das Ende einer Liebe schleichend. Allerdings gibt es oftmals schon zuvor Anzeichen, die ein Hinweis darauf sind, dass die Beziehung im Begriff ist, zu scheitern.
Einem der Partner kann es überraschend erscheinen: In einer Beziehung tritt das Ende häufig allmählich ein und nicht plötzlich. Einer der Partner zumindest überlegt sich schon vorher, ob die derzeitige Beziehung seinen Bedürfnissen noch standhält und fragt sich, ob es angebracht wäre, sich zu trennen oder die Trennung auf Zeit in Anspruch zu nehmen.
Der Psychologe Ronald E. Riggio erklärt auf „Psychology Today“, dass es schon vor einer Trennung Hinweise darauf gibt, dass ein Paar dabei ist, sich zu entlieben. Am Claremont McKenna College lehrt Riggio Psychologie und hat ungefähr 150 Bücher, Artikel und Essays über Sozialforschung und Organisationspsychologie geschrieben. Oftmals würden die Menschen denken, dass eine Trennung aufgrund eines einzelnen Ereignisses entstehe, wie beispielsweise Fremdgehen. Der Prozess vollziehe sich jedoch in den meisten Fällen bereits über einen längeren Zeitraum, erklärt Riggio.
Gründe für eine baldige Trennung
Es sollte in Liebesbeziehungen ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Einheit geben. Riggio sagt, dass aus einem solchen Grund Paare sich für die Ehe entscheiden würden. Dabei stellten sich Paare generell als eine „Wir“-Einheit dar: „Wir“ machen ein Geschenk oder „wir“ bringen Wein mit. Der Psychologe meint, dass ein sich andeutendes Anzeichen für das Ende einer Beziehung vorliegt, wenn die Partner immer öfter in „Ich“-Ausdrücken sprechen, anstatt das „Wir“ zu wählen.
Sofern ein Partner beginnt, seine Beziehung mit anderen Paaren zu vergleichen oder sogar frühere Partnerschaften erwähnt – insbesondere bessere Aspekte, dann deutet das darauf hin, dass dieser Partner unzufrieden ist.
Seit Jahren seien sich Forschende einig, dass Personen sich zu denjenigen Menschen hingezogen fühlen, welche ähnliche Ideale und Interessen aufweisen. Verliebte fokussierten sich hierbei auf ihre gemeinsamen Interessen. Dazu schrieb Riggio, dass sofern sich Partner nicht mehr liebten, sie sich auf ihre eigenen Interessen konzentrieren würden und den Partner oftmals außen vor ließen.
Laut Riggio sei es ein wichtiges Anzeichen, dass eine Beziehung ende, falls sich ein Partner in der Beziehung nicht gesehen fühle. Seine Bedürfnisse würden somit nicht befriedigt. Riggio teilt mit, dass laut John Gottman, dem Beziehungspsychologen, das Verhältnis von positiven und negativen Ereignissen für eine glückliche und lange Beziehung bei fünf zu eins liegen sollte. Also fünf positive Gefühle für ein negatives. Falls sich ein Partner also häufig über seine Beziehung ärgert, kann das Ende nah sein.
Falls sich ein Partner immer häufiger über die Unterschiede fixiert und die Gemeinsamkeiten übersieht, dann leidet die Beziehung darunter. Laut Riggio gingen außerdem zahlreiche Beziehungen in die Brüche, da einer oder beide Partner innerhalb der Beziehung die Begeisterung füreinander verlieren würden. Schließlich könne Langeweile dazu führen, dass ein Partner nach Aufregung suche – und das oft außerhalb der Beziehung.
Jeder entwickelt sich im Laufe der Jahre weiter. Es ist hierbei innerhalb einer Beziehung wichtig, dass beide nach wie vor die gleichen Werte teilen. Sofern sich ein Partner jedoch von der Beziehung fortentwickelt, ist das ein deutliches Zeichen. Dass sich die Partner nicht mehr lieben, sei an einem sicheren Hinweis erkennbar: Sie verbringen immer seltener Zeit zusammen und gemeinsame Aktivitäten bleiben aus.
Riggio schreibt, dass eine Beziehung von beiden Seiten eine Menge Arbeit erfordere. Für eine erfolgreiche Beziehung ist ein Schlüssel die Motivation beider Partner, in die Partnerschaft Kraft und Zeit zu investieren. Es sollte also nach Wegen gesucht werden, das Feuer aufrecht zu halten. Es sei demnach ein sehr schlechtes Zeichen, falls einer oder beide Partner nicht mehr die Mühe aufbringen würden, sich um die Beziehung zu bemühen.
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