US-Druck stärkt russisch-chinesische Partnerschaft

Vor allem das destruktive US-Verhalten sorgt dafür, dass die Partnerschaft zwischen Russland und China gestärkt wird.

Von Redaktion

Dank der Partnerschaft mit Russland wird China globale Probleme und Herausforderungen leichter bewältigen können, so Peking. Die Sanktionen Washingtons gegen China und Russland eröffnen neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Mächten, glauben Experten. Die US-Sanktionspolitik zwinge andere Länder dazu, sich für eine der beiden Konfliktparteien zu entscheiden, so die chinesischen Behörden.

Doch nicht nur die US-Peitsche, sondern auch das chinesische Zuckerbrot fördere die wirtschaftliche Annäherung zwischen Russland und China, schreibt die “Nesawissimaja Gaseta”. Ein Schlüsselfaktor für die Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Peking ist das stabile Wachstum der chinesischen Wirtschaft. Bis 2035 soll sich das BIP Chinas verdoppeln. Für Russland stellt sich die Frage, ob es in der Lage sein wird, die entstehenden Perspektiven zu nutzen.

“Sowohl für Russland als auch für China wurden die zunehmenden Spannungen in den Beziehungen zu den USA zu einem starken Impuls für die Vertiefung der bilateralen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen”, sagte Yana Leksyutina, Expertin beim Valdai Club, gegenüber der Zeitung. “Inmitten der wachsenden Konfrontation mit Washington intensivierten Russland und vor allem China die Zusammenarbeit im Energiebereich. China begann, seinen Markt für russische Produzenten von Agrarprodukten und Lebensmitteln zu öffnen (früher war der chinesische Agrarmarkt für russische Produzenten praktisch geschlossen). Russland begann, chinesische Investitionen in verschiedene Projekte zu fördern, wobei der Schwerpunkt auf Projekten lag, die zur Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis beitragen. Es wird erwartet, dass diese Bereiche eine weitere positive Dynamik erfahren werden.”

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Russlands Exporte nach China werden von Rohstoffen dominiert, und es gibt auch einen Trend zur Steigerung dieser Exporte, nämlich Öl und Erdgas. Russland ist daran interessiert, chinesische Investitionen in seinen Hightech-Sektor zu locken, stellt der Experte fest. Das Gesamtvolumen der chinesischen Investitionen in Russland seit 2011 wird auf 36 Mrd. Dollar geschätzt, wobei der größte Teil dieser Mittel in Rohstoff- und Energieunternehmen, 15 Prozent in die Landwirtschaft und nur 1,5 Prozent in Innovationsprojekte geflossen sind, so Oleg Remyga, Leiter des chinesischen Sektors an der Moskauer School of Management Skolkowo.

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Der Handelsumsatz zwischen den beiden Ländern erholt sich allmählich und erreichte in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 40 Milliarden Dollar. “Während China Konflikte mit den USA hat, bekommt die russische Wirtschaft zusätzliche Entwicklungschancen, die Frage ist nur, wie sie diese Chancen nutzen wird”, sagte die Gründerin der Firma Sinoruss, Surana Radnajewa, der Zeitung.

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3 Kommentare

  1. China und Russland bilden aus der Not heraus eine Zwangsgemeinschaft . Dies wird im Gegenpart für den Wertewesten sehr riskant und destabilisierend sein. Nach einem Zerfall der Nato muß Putin auf seinen eigenen Machtstatus aufpassen, da China die Russen nicht mehr als Partner sondern als Gegenspieler wahrnehmen wird.

  2. Ein Zweckbündnis beider Polit-Eliten ist noch lange keine Freundschaft. Abgesehen davon, dass es Freundschaft zwischen Staaten ohnedies nicht gibt, wäre ein solches Verhältnis im Fall von China am wenigsten zu erwarten, denn dieses sieht sich seit jeher als Zentrum der Welt. Im Konfliktfall wäre es durchaus denkbar, dass das Reich der Mitte mit den USA ein Geheimabkommen abschließt, das ihm Zugriff auf die ausgedehnten Territorien der RF in Ostasien und Südsibirien einräumt. Unvergessen dürften in Russland die Querelen in der Zeit Maos sein, als gegenüber der SU Ansprüche auf diverse “umstrittene Gebiete” geltend gemacht wurden. Man darf gewiss sein, dass China langfristig plant und handelt und ein Ziel niemals aus den Augen verliert. Dies wird nicht nur der Westen lernen müssen, sondern falls nötig auch die heutigen Verbündeten.

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