Erst „Ibiza“ und dann die Spesen-Affäre – für den früheren FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wird es parteiintern eng. Ihm droht bereits kurz nach der Nationalratswahl der Parteiausschluss.

Von Michael Steiner

Wenige Tage vor der vorgezogenen Nationalratswahl in Österreich, die ihren Initialgrund in der „Ibiza-Affäre“ von Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus hat, kommt es nun zu einem weiteren Knalleffekt. Der langjährige Chef der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und mittlerweile nur noch einfaches Parteimitglied, könnte nach der Wahl aus der Partei geworfen werden.

Strache habe mit seinen Aktionen der Partei enorm geschadet und auch wegen seiner bei vielen FPÖ-Anhängern immer noch großen Popularität auch das Potential, die Partei zu spalten. Denn nicht wenige Freiheitliche sehen dem langjährigen FPÖ-Spitzenpolitiker seine Verfehlungen nach und wollen ihn trotzdem weiterhin an der Parteispitze sehen. Und das ungeachtet der ganzen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn.

Doch die Frage lautet, ob sie ihm nun auch die aktuelle Spesenaffäre verzeihen. Immerhin soll er sich laut Medienberichten über viele Jahre monatlich bis zu 10.000 Euro an Spesen aus Parteigeldern zugestanden haben, die nicht versteuert und teils auch falsch abgerechnet worden seien. Zudem muss geklärt werden, ob Straches Frau Philippa als „ehrenamtliche“ Tierschutzbeauftragte der Partei monatlich bis zu 15.000 Euro brutto erhielt.

Straches Nachfolger auf dem Chefsessel der Partei, Norbert Hofer, will kurz nach der Wahl den Parteivorstand tagen lassen und dann über das Schicksal seines Vorgängers entscheiden lassen. Er weiß, dass ein Parteiausschluss jetzt, nur wenige Tage vor der Wahl, noch mehr potentielle FPÖ-Wähler vor einer Stimmabgabe zugunsten seiner Partei abhalten würde.

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One thought on “Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache droht nun der Parteiausschluss”

  1. Spesen hin oder her gebucht, da vergebe ich ihm. Von Geldscheinen kann er nicht runter beißen.
    Was aber über die Grenze geht, ist jahrelang neben einem Maulwurf gesessen zu haben und ihm ist dabei nichts Merkwürdiges aufgefallen.
    Also das ist schon ein dicker Brocken. Hier setzen Fragezeichen an, wie ernst er mit den Inhalten seiner Partei, wie seiner Position umgeht?

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