US-Grenze zu Mexiko.

Einer der reichsten Männer Mexikos profitierte Jahrzehnte von der bisher laxen US-Grenzsicherung und ist für den Tod von hunderttausenden Amerikanern verantwortlich.

Von Eva Maria Griese

Während Washington weiterhin über die Finanzierung von Trumps Mauer debattiert, verkündet der republikanische Senator von Texas Ted Cruz, er habe eine Lösung für die Finanzierung der Mauer: der Drogenboss „El Chapo“ Guzman solle die Rechnung bezahlen.

Guzman, wegen seiner geringen Körpergröße „El Chapo“ – der Kurze – genannt, führte das Sinaloa-Kartell im Norden Mexikos an, eine der berüchtigtsten Drogendealer-Banden überhaupt. Der mexikanische Drogenkartell-Chef war bereits mehrmals verhaftet und verurteilt worden, schaffte es aber immer wieder, mit spektakulären Methoden auszubrechen.

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2001 entkam er aus einem Gefängnis in Jalisco, versteckt in einem Haufen schmutziger Wäsche. Im Februar 2014 wurde er erneut festgenommen, türmte aber im Juli 2015 aus dem Altiplano-Gefängnis durch eine Öffnung in der Dusche. Das Loch führte zu einem kilometerlangen Tunnel, wo bereits ein Schienenfahrzeug ähnlich einem Motorrad auf ihn wartete.

Anfang 2016 wurde Guzmann dann zum dritten Mal verhaftet und ein Jahr später, just einen Tag vor der Amtseinführung von Donald Trump, an die Vereinigten Staaten ausgeliefert, um vor Gericht gestellt zu werden. Diese Aussicht erschütterte den ansonsten absolut skrupellosen Dealer und Mörder und brachte ihn zum Weinen. Das Video entstand 2017 bei seiner Auslieferung an die USA und wurde erst jetzt von der Drogenvollzugsbehörde DEA (Drug Enforcement Administration) freigegeben.

Donald Trump findet die Idee des texanischen Senators „interessant, wie alles was von diesem Senator kommt…“

Cruz hatte den Vorschlag getwittert, nachdem Guzman am vergangenen Dienstag in New York in allen zehn Anklagepunkten – darunter auch Menschenhandel, Mord, Bestechung, Geldwäsche und Vergewaltigung – für schuldig befunden wurde. Das Urteil soll erst im Juni verkündet werden, den Drogenboss erwartet aller Voraussicht nach eine lebenslange Haftstrafe.

Ted Cruz sagte, dass die 14 Millionen Dollar an Drogengewinnen, die die US-Staatsanwälte von dem berüchtigten Drogenschmuggler fordern, zur Finanzierung der Mauer beitragen sollten. Der Betrag beläuft sich etwa auf das Doppelte der Kosten für die Mauer.

Jetzt drängt Senator Cruz auf die Genehmigung des „El Chapo Act“ durch den Senat und das Repräsentantenhaus

Die prägnante Bezeichnung EL CHAPO steht für „Ensuring Lawful Collection of Hidden Assets to Provide Order – also „Sicherstellung des rechtmäßigen Einzugs verborgener Vermögenswerte, um Ordnung zu schaffen.“ Der im April 2017 erstmals von Ted Cruz eingeführte und am Dienstag wiedereingeführte Act könnte Milliarden von Drogenerlösen von Kartellführern auf die Grenzsicherung umleiten. Diese Praxis war bereits mehrmals in anderen Fällen angewendet worden.

Das Gesetz muss aber zuvor den von Trump-Befürwortern dominierten Senat und auch das demokratisch geprägte Repräsentantenhaus passieren. Doch hier wird das Gesetz wohl auf erbitterten Widerstand durch die erbittertste Feindin Donald Trumps stoßen. Nancy Pelosi, die Sprecherin des Hauses, hatte mit der Ablehnung der Finanzierung der Mauer bereits den längsten „Government Shutdown“ der US-Geschichte in Kauf genommen.

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2 KOMMENTARE

  1. „………….14 Millionen an Drogengewinnen….“ – die Zahl kann so keineswegs stimmen. Ich denke, Milliarden sind gemeint. Nachdem nun von Trump der nationale Notstand ausgerufen wurde, wird er „seine“ Mauer bekommen.

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