Der rumänische Außenminister fordert mehr NATO-Präsenz in der Schwarzmeerregion zur „Abschreckung“ gegen Russland. Der Aggressionskurs wird fortgeführt.

Von Marco Maier

Teodor Melescanu, der Außenminister Rumäniens, fordert die Ausweitung des NATO-Kontingents in der Schwarzmeerregion und die Stationierung einer multinationalen NATO-Truppe in seinem Land. Der frühere Leiter des rumänischen Externen Nachrichtendienstes erweist sich damit als strikter Transatlantiker.

Wir brauchen deutlich mehr NATO-Präsenz im der Schwarzmeerregion als bisher. Ich denke, die dauerhafte Rotation eines großen multinationalen Flottenverbands unter NATO-Flagge und mehr Luftraumüberwachung über dem Schwarzen Meer wären ein klares Zeichen der Abschreckung“, sagte Melescanu, Mitglied der Liberaldemokraten, der „Welt“.

Aber „auch die Stationierung eines multinationalen Kampfbataillons mit etwa 1.000 Mann wie im Baltikum und Polen, das von hoch mobilen NATO-Truppen schnell verstärkt werden kann“, würde die Verteidigungsfähigkeit Rumäniens verbessern, so der rumänische Außenminister weiter. „Zu einer solchen vorgelagerten NATO-Präsenz würden auch neue Geräte- und Waffendepots gehören“, sagte Melescanu.

Dabei warnt er davor, dass Russland in der Schwarzmeerregion „dramatisch aufgerüstet“ habe, wodurch die Kräfteverhältnisse zwischen der NATO und Russland inzwischen nicht mehr gleich verteilt seien. „Auf der Krim wurden modernste russische Flugsysteme mit großem Radius und zehntausenden Soldaten stationiert“, erklärte Melescanu. Moskau versuche seinen Einfluss „drastisch“ auszubauen. „Wir müssen aufpassen, dass die Südostflanke nicht immer mehr zur Achillesferse der NATO wird“, so der rumänische Außenminister weiter.

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Man kann davon ausgehen, dass die antirussische Agitation auf fruchtbaren Boden fallen und die NATO noch mehr Soldaten und Gerät in Osteuropa stationieren wird. Dabei spielt es keine Rolle, dass die andauernde Verlagerung von militärischen Ressourcen der NATO in den Osten Europas zu entsprechenden Gegenreaktionen Moskaus führt, welches sich – angesichts der ständigen verbalen Drohungen aus den NATO-Ländern – zurecht bedroht fühlt und kein leichtes Opfer sein möchte.

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