Liebe Leserinnen und Leser,

am Anfang etwas Kontemplatives; die Erde dreht sich gerade so schnell. (Der kleine Medi macht sich an der Klimmzugstange eigentlich ganz gut.)

Wir Deutschen (also alle Deutschen) sind an allem (also an allem) schuld. – Hätte Martin Luther auf seinem Sterbebett nicht angefangen Juden zu hassen, kämen jetzt auch nicht so viele Flüchtlinge nach Deutschland!.

Gäbe es nicht diese Fragen: „Warum, um alles in der Welt, erreichen uns überwiegend junge, starke Männer aus den heißen Kontinenten, welche durch unbekannte Schleuserbanden hierhergebracht werden? Woher haben sie das Geld – man spricht von etwa 11.000 Euro pro Flüchtling? Warum kommen sie hier alle mit einem Smartphone an? Wer gab es ihnen wozu? Wer lässt sich all dies solch immense Summen kosten? Die Flüchtlinge selbst? Lächerlich. Wieso lassen diese Leute im besten Mannesalter ihre Frauen und Kinder in den verwüsteten Kriegsgebieten zurück, die ohne ihren Schutz in immenser Gefahr schweben?“, fragt Eva Herrman auf wissensmanufaktur.net.

Loading...

Die FAZ hält die Frage „Wer zahlt das überhaupt?“ für eine „dumpfe Betrachtung“. Das Handy sei schließlich ein überlebenswichtiges Werkzeug der Menschen, die ihre Heimat verlassen. Das Netz gebe ja unter anderem Hinweise über Schlepper, die einigermaßen seetüchtige Boote einsetzen und über Schlupflöcher auf der Balkanroute. Und natürlich darüber, „dass man sich nicht abhalten sollte, weiter nach Deutschland zu reisen, nur weil man eigentlich dort den Antrag stellen müsste, wo man die Grenze zur EU überschritten hat.“

Wenn ich ein Flüchtling wäre mit der Aussicht auf das ferne gelobte Deutschland, dann würde ich genau wie deutsche Politiker auch auf das Dublin-Verfahren pfeifen, das vorsieht, dass Flüchtlinge grundsätzlich in dem Land das Asylverfahren durchlaufen müssen, in dem sie ankommen. Interessiert sich irgendjemand in der deutschen Politik für die geltende Rechtslage, nach der Flüchtlinge in ihre Ankunftsländer zurückzuschicken sind?

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hat am Donnerstag den Zustrom von Flüchtlingen als „deutsches Problem" bezeichnet. „Das Problem ist kein europäisches Problem. Das Problem ist ein deutsches Problem". Die Migranten wollten nicht in Ländern wie Ungarn, Polen oder Estland bleiben. „Alle würden gerne nach Deutschland gehen."

In Deutschland jagt ein Flüchtlings-Willkommensfest das nächste. Es fehlen nur noch 100 Euro Begrüßungsgeld für jeden Asylbewerber. Ich bin wirklich gespannt, wie lange es noch dauert, bis Oberbürgermeister und sonstige Gemeindefürsten vom Partymodus in den Krisenmodus wechseln. Irgendwann werden die Kassen leer sein. Irgendwann werden die Kapazitäten erschöpft sein.

Der hessische Vorsitzende der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, Dirk Ruzicka, ist am Freitag unter dem Druck des Bundesvorstands  zurückgetreten. Ihm wird fehlende Nächstenliebe zu Flüchtlingen vorgeworfen. Der Landesvorsitzende hatte zuvor erklärt, für die Unterbringung von Flüchtlingen dürften „funktionierende und für das Feuerwehrwesen in Hessen unabdingbare Einrichtungen” nicht genutzt werden, da es keine Ausweichmöglichkeiten gebe. Ein Verzicht auf Ausbildungsmöglichkeiten der Feuerwehrleute im Land sei „nicht hinnehmbar”.

Selbst der dicke Putin hätte gegen einen Stan Laurel in dieser Form keine Chance gehabt.

„Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja sogar Hass in deren Herzen.“ Bundeskanzlerin Merkel warnt in ihrer Neujahrsansprache vor Pegida-Demonstranten.

„Folgen Sie denen nicht, die zu solchen Demonstrationen aufrufen. Zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja sogar Hass in deren Herzen. Halten Sie Abstand.“ Bundeskanzlerin Merkel warnt am Montag, nach zahlreichen Anschlägen auf Asylbewerberheime, vor rechtsextremen Aufmärschen.

Unsere einfach gestrickte Kanzlerin unterscheidet nicht zwischen den teilweise berechtigten Anliegen von Demonstranten auf der einen Seite und Brandsätzen auf Flüchtlingsheime auf der anderen Seite. Da auch Alt-Bundeskanzler Schröder nicht in der Lage ist, zwischen Asylbewerbern und Zuwanderern eine Unterscheidung zu treffen (siehe unten), sollte das Bewerbungsverfahren für dieses hohe Staatsamt in Zukunft die Diskriminierung von Politikern jeder Couleur ermöglichen.

Der Feind lauert überall! – Nicht genug, dass der Islamische Staat kurz vor der Sprengung der heiligen Stätten von Mekka und Medina steht, warnt jetzt auch die  Apotheken-Umschau in ihrer neuesten Ausgabe vor dem rezeptfreien Schmerzmittel Paracetamol: „Wie Forscher der Universität Bordeaux berichten, gingen von 114 arzneimittelbedingten Lebertransplantationen 111 Fälle auf das Konto einer Überdosis Paracetamol.“ Die FAZ stieg schon vorher in die Paracetamoldebatte ein. Sie verweist auf  neuere Studien, die einen Zusammenhang mit Asthma und verminderter Fruchtbarkeit bei Kindern nahelegen, deren Mütter in der Schwangerschaft Paracetamol genommen haben. Die Zeitung zitiert Autoren des European Journal of Pain: ‚Viele Experten glauben, dass Paracetamol heute keine Marktzulassung bekommen würde.‘ Kay Brune, einer der Autoren, fordert nicht nur, Paracetamol aus der Rezeptfreiheit herauszunehmen: ‚Die Substanz gehört überhaupt nicht in die Therapie und müsste ganz verschwinden.‘

Schwarzes SchafDas schwarze Schaf der Woche

 „Wenn wir versuchen, die Tür zum Asylverfahren zu schließen, dann müssen wir eine legale Tür zur Zuwanderung öffnen. Was wir also brauchen, ist eine Einwanderung in unser Sozialsystem. Denn ohne diese können wir Renten in der Zukunft gar nicht mehr finanzieren.“
Altkanzler Gerhard Schröder in der Welt am Sonntag.

Dass Asylbewerber Steuern und Sozialabgaben zahlen, um die Bevölkerung in Deutschland abzusichern, ist mir neu. Und ich dachte bisher immer, dass der Massenansturm von Flüchtlingen und Migranten unser Sozialsystem eines Tages sprengen würde. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) rechnet bis 2019 mit Mehrausgaben von rund 7 Milliarden Euro, um Flüchtlinge nach dem neuen Asylbewerberleistungsgesetz (zum 1. März 2015) in das Hartz-4-System einzuspeisen.

Dass es in Heidenau und anderswo immer wieder zu rechtsextremen Anschlägen kommt, wundert mich nicht. Es gibt in Deutschland definitiv keine politische Kultur, die dem Massenandrang von Flüchtlingen und Migranten ein vernünftiges und rationales Konstrukt entgegensetzt.

Weißes SchafDas weise Schaf der Woche

„Im Durchschnitt erhält jeder Flüchtling in Deutschland 580 Euro im Monat, ohne irgendetwas tun zu müssen. In Serbien beträgt der Durchschnittsverdienst nur 400 Euro. Die Anreize sind also hoch, nach Deutschland zu kommen, selbst wenn man dort nur fünf, sechs Monate bleiben kann. Deutschland sollte die Bezüge auf 200 Euro senken, dann kämen sofort 80 Prozent weniger Flüchtlinge vom Balkan.“
Der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic. Quelle: FAZ

Mittlerweile hat es jeder begriffen, dass es nicht nur Faktoren gibt, die die Menschen aus ihrer Heimat drängen, sondern noch viel stärkere, die die Menschen in ein anderes Land bzw. nach Deutschland anziehen. Nur der deutsche Politiker an sich (der Trottel an der Pfeife) rafft nichts. Es ist genau wie im Fußballstadion, wenn 50000 Zuschauer das Handspiel im Strafraum gesehen haben, nur der Schiedsrichter nicht.

Mein Lektüretipp der Woche:

Ich lese gerade Mroskos Talente von Ronald Reng

Claus Folger
Frankfurt am Main

Postskriptum: Prima! Offenbach hat es bei einem Städte-Ranking gar nicht erst unter die 50 wichtigsten deutschen Großstädte geschafft. Frankfurt auf Platz 21 von 50.

Bitte unterstützen sie uns!

Wir konnten im Laufe der Zeit viele Leser dauerhaft für uns begeistern. Wenn Sie liebe Leser, uns dauerhaft unterstützen wollen, dann tun sie das am besten mit einer Spende oder mit einem Dauerauftrag mit dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE28 7001 1110 6052 6699 69, BIC: DEKTDE7GXXX, Inhaber: Andreas Keltscha oder per Paypal und Kreditkarte. Wir bedanken uns herzlich!

Loading...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here