Massive spekulative Angriffe der Finanzmärkte sorgten dafür, dass der Rubel-Kurs gegenüber wichtigen Währungen wie dem Euro oder dem Dollar massiv zusammenbrach. Nun erfolgt die Wechselkurs-Freigabe. Weiters will die Russische Zentralbank mit Stützungskäufen intervenieren.

Von Marco Maier

Knapp 46 Rubel muss man derzeit für einen US-Dollar hinlegen. Vor einem Jahr waren es noch etwa 33. Die massive Abwertung der russischen Währung während der letzten drei Monate sorgt dafür, dass insbesondere Importgüter immer teurer werden. Gleichzeitig sorgt der enorme Preisverfall beim Erdöl dafür, dass das von Rohstoff-Exporten stark abhängige Land weniger Devisen einnimmt. Trotz der immer noch immensen Devisenreserven, die Russland während der letzten Jahre anhäufen konnte, sorgt die jüngste Entwicklung nicht gerade für Freude.

Die erst am Mittwoch festgelegte Obergrenze von 350 Millionen Dollar pro Tag, die für Stützungskäufe aufgewendet dürfen, wurde inzwischen wieder aufgehoben. Notenbankchefin Elvira Nabiullina kündigte an, bei Bedarf jederzeit und in ausreichendem Umfang mit Interventionen am Devisenmarkt auf spekulative Kursbewegungen reagieren zu wollen. Dies gelte insbesondere, wenn Gefahr für die Finanzstabilität drohe. Ab 2015 soll dann der Rubel frei konvertierbar sein.

Präsident Putin sagte am Rande des APEC-Gipfels, dass er spekulative Angriffe hinter dem Rubel-Verfall vermuten würde. "Wir sehen beim Wechselkurs spekulative Sprünge, aber ich denke, dass das bald aufhören sollte", sagte er laut Financial Times. Der Verfall des Rubels habe "überhaupt nichts mit den fundamentalen Daten der Wirtschaft zu tun". Angesichts der erwarteten stabilen wirtschaftlichen Entwicklung, die auch angesichts der West-Sanktionen und des Ölpreis-Verfalls nicht zu sehr beeinträchtig wird, wirkt die massive Rubel-Abwertung doch schon sehr überzogen.

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