Bislang galt in Österreich ein Einlagenschutz von bis zu 100.000 Euro. Ein Gesetzesentwurf, der noch vom Nationalrat behandelt werden muss, sieht gravierende Änderungen vor: Die Republik wird am Juli bei Bankenpleiten nicht mehr einspringen. Doch der Bankenfonds wird trotz Bail-in-Regel niemals ausreichen, um die Spareinlagen beim Kollaps einer Großbank zu sichern.

Von Marco Maier

Österreichs Banken sind tief im Osteuropageschäft verstrickt. Doch die Geschäfte laufen nicht mehr wirklich gut, zumal die Ukraine-Krise auf das Ergebnis drückt und das bisher profitable Russland-Geschäft infolge der Sanktionen kollabiert. Auch sonst drücken die hohen Kreditausfälle – inklusive jene der Hypo – aufs Geschäft, so dass die österreichischen Banken zunehmend als Schwachstelle des europäischen Bankensystems gelten.

Angesichts der Entwicklungen rund um die Hypo-Alpe-Adria und weiterer Institute, hat das Finanzministerium nun eine Reform der Einlagensicherung ausgearbeitet und einen Gesetzesentwurf an den Nationalrat übermittelt. Damit sollen auch europarechtliche Vorgaben in Österreich umgesetzt werden. Auf die Sparer und die Banken kommt damit jedoch eine gravierende Neuerung zu.

Derzeit sind Privatkonten in Österreich mit einem Betrag von 100.000 Euro von der Einlagensicherung geschützt. Für die ersten 50.000 davon stehen im Falle einer Insolvenz die Banken selbst ein, die nächsten 50.000 übernimmt dann die Republik. Allerdings entfällt die Staatsgarantie – bei Annahme durch das Parlament – mit dem Inkrafttreten des Gesetzes im kommenden Juli.

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Das bedeutet jedoch, dass die Banken selbst mit ihrem Bankenfonds dafür sorgen müssen, die Einlagen entsprechend abzusichern. Doch dieser umfasst dann gerade einmal 1,5 Milliarden Euro. Im Falle einer größeren Bankenpleite würde das nicht einmal ansatzweise ausreichen. Allerdings müssen die Kreditinstitute den Notfallfonds laut Gesetzesvorlage bis 2024 nur etappenweise auffüllen, dann sollen nämlich 0,8 Prozent der gesicherten Einlagen einbezahlt sein. Nach aktuellem Stand bei den Einlagen wären das 745 Millionen Euro im Jahr 2020 und 1,491 Milliarden im Jahr 2024.

Für die Sparer bedeutet dies im Falle einer größeren Bankenpleite wohl den Verlust eines Großteils ihrer Ersparnisse. Zwar gibt es eine neue "Bail-in-Regel", wonach die Investoren im Falle einer Bankeninsolvenz ebenfalls zu Kasse gebeten werden, doch selbst das reicht angesichts der aufgeblähten Bilanzen wohl kaum aus, um die finanziellen Schäden abzudecken. Damit könnten im schlimmsten Fall sogar die vielen Kleinsparer im Falle einer Bankenpleite mit Almosen abgespeist werden.

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6 KOMMENTARE

  1. Wer Geld auf der Bank lagert ist selbst schuld.

    Wer viel Geld und keine echten Werte besitzt.

    Der hat was falsch gemacht.

    Leider ist es so geworden.

  2. Herr Georg Schmidt, Ihrer Aussage…..Wer viel Geld und keine echten Werte besitzt. Der hat was falsch gemacht….kann ich nicht vorbehaltslos zustimmen. Wer  z.B. seinen Besitz in Inmobilien angelegt hat, kann trotzdem von einem bankrotten Staat belangt werden. Die erheben dann einfach Zwangshypotheken auf die Haeuser. Goldbesitz wird verboten, was hilft also gekauftes und gebunkertes Gold, dessen Wert von der FED bestimmt wird, das sind dann heisse Kartoffeln. Und wer eine Kartoffelacker hat, um darauf Kartoffeln fuer die Eigenversorgung anzubauen, liefert diese an den Staat ab, ebenso  die paar Eier, die die Huehner legen. Alles schon mal dagewesen. Einzig die Gruenen werden Hanf fuer den Eigenbedarf anlegen duerfen.  Ich sehe nicht einen einzigen Ausweg, wie wir uns schuetzen koennen, der Staat wird immer eine Loesung finden, um dem Buerger die Taschen zu leeren. Es gibt keine einzig sichere Anlage.

    • Wenn einem die Hosenbeine so sehr flattern, wie Ihnen, sollte man anfangen,
      logisch zu denken.
      Nur unbelastete Häuser können mit einer Zwangshypothek beschwert werden.
      Andernfalls gingen die fälligen Zahliungen für andere Hypothekeninhaber den
      Bach runter.
      Goldbesitz verbieten haben schon ganz andere, totalitäre Syteme versucht.
      Natürlich sollte man es nicht im Bankfach deponieren, wie viele US-Amerikaner
      es damals taten und logischerweise dann auffielen. Weg und auch noch bestraft dazu.

      Es geht aber doch viel einfacher:
      Der Michel hält noch immer alternativlos am unverzinsten Sparbuch fest.
      Obwohl diese Dummheit kaum zu überbieten sein dürfte, ändert man nichts.

      Also kann sich der Staat erstmal per „Zypern“ an diesen Werten delektieren ohne
      gleich ganz übles zu versuchen. Erst wenn dann nichts mehr geht, kommen die
      anderen Daumenschrauben dran.
      w.z.b.w.

      • Paulchen Schlau – und wenn dein Häuschen bis unter die Balken belastet ist, wird eine Zusatzhypothek darauf gepflastert und die muss verzinst werden. Wenn die Hypothek dann über die 75  % geht verlangt der Staat, resp. die Bank dann für diese Belastung 10 % Zins – und das schlaue Kerlchen blutet bis zum Geht nicht mehr. Und willst du dann nicht bezahlen, wird's per Eilverfahren (etwas Neues, das es jetzt evt. noch gar nicht gibt) verramscht. Erlös geht an den Staat. Und weg ist es.  

    • Leider, leider stimmt diese These!

      Der Staat kann und wird dich wenn dieses Szenario eintrifft Enteignen !! Die Befürchtungen das dieses eintrifft liegen sehr hoch! Bedenke man die Enorme künstliche Geldschwemme Weltweit das dieses über kurz oder mittelfristig eintreffen muss! Alle Staaten sind um es kurz zu sagen Pleite und wollen mit Künstlich gedrucktem Geld die Witschaft (als letzten Ausweg)  ankurbeln. Es ist nur ein hinauszögern und  dieser Crash kann nicht mehr verhindert werden.Es wird leider massive Veränderungen geben – aber besser als Krieg!!

      Es macht sich schon jetzt bemerkbar wie man an der Steuerschraube für Haus und Grundbesitzer herumdreht!

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