USA: Neue Immobilienblase im Anmarsch?

Eine Untersuchung des auf Daten zum Immobilienmarkt spezialisierten Unternehmes RealtyTrac ergab, dass die US-Immobilienpreise in den letzten beiden Jahren insgesamt dreizehnmal so stark stiegen wie die Löhne. Das könnte bald zu einem gewaltigen Problem werden.

Von Marco Maier

In einer groß angelegten Untersuchung der Immobilienpreise in 184 US-Metropolregionen stellten die Ermittler von RealtyTrac eine gravierende Differenz zwischen der allgemeinen Lohnentwicklung und den Immobilienpreisen fest. Während die Löhne im Schnitt gerade einmal um 1,3 Prozent stiegen, verzeichneten die Immobilien durchschnittlich einen Preiszuwachs von 17 Prozent. Insgesamt seien in 76 Prozent der untersuchten Regionen die Preise schneller gestiegen als die Einkommen.

Das legt nahe, dass vor allem "institutionelle Anleger" (ergo: Fonds, Spekulanten und dergleichen) und ausländische Investoren ihr Geld in "Betongold" anlegten. Für den "traditionellen Käufer" – also die US-Mittelschicht – bleibt da nicht mehr viel übrig. Vor allem jedoch besteht weiterhin die immanente Gefahr, dass bei einem Anstieg des Zinsniveaus die Zahl der Zwangsversteigerungen ansteigen wird, da die US-Bürger die laufenden Kosten für die Kredite dann nicht mehr tilgen werden können.

Zudem zeigen die Daten vor allem Eines: Profiteure der Fed-Geldpolitik sind vor allem die Superreichen und die Finanzmärkte. Sie kauften meist größere Wohneinheiten, trieben damit die Preise nach oben – und sorgten somit gleichzeitig dafür, dass der Kauf eines Eigenheims für die "normale" Bevölkerung immer unerschwinglicher wurde. Ganz zu Schweigen davon, dass sich dies auch über kurz oder lang auf die Mietpreise auswirken wird.

Sollte dieser Markt von privaten Käufern wegbrechen, führte dies zu einem erneuten Preiskollaps auf den Immobilienmärkten, wodurch eine erneute Finanzkrise wie schon 2007/2008 ausgelöst werden könnte. Und auch dieses Mal wären wohl vor allem Banken, Versicherungen und diverse Fondsgesellschaften jene, die vor dem finanziellen Abgrund stünden. Doch im Gegensatz zu damals gibt es inzwischen kein Geld mehr aus den öffentlichen Kassen, wodurch die Auswirkungen deutlich schlimmer wären. Nicht zu vergessen die vielen Tausend Menschen, die dadurch obdachlos würden. Schon jetzt sind die USA von einem "Gürtel" aus Zeltstädten durchzogen, in denen wohl Hunderttausende dahinvegetieren.

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4 Kommentare

  1. Ich glaube ,daß der Crash von den aufgeblasenen Aktienmärkten kommt. Die Finanzkrise 2008 basierte auf dem schlecht finanzierten Immobilienmarkt. Latinos durften sich mit wenig Einkommen einen Kredit für ein Haus nehmen und noch eine Hypo für ein Auto. Als die Sache zu heiss wurde, machten die Banken daraus Anlagepapiere und verkauften diese toxischen Anlagen nach Europa und Asien… Als die Geringverdiener die Zahlungen einstellten, das sind nun die Zeltbesitzer, flogen die Kredite und Anlagepapiere in milliarden Höhen durch den Ventilator. Heute hat man Hedgefonds wie Blackrock, die massenweise Immobilien kaufen um eine wertstabile Anlage zu besitzen. Die Häuser verfallen ,es wird nicht re-investiert aber was man hat ,hat man…Die Aktienmärkte reagieren im Gegensatz zum Immo Markt extrem sensibel. Die Germanwings Katastrophe hat vielen Airlines Geld gekostet. Angst, ja sicher… Was passiert wenn eine größere Katastrophe auf uns einbricht ? Die Blase in den Märkten platzt und viele können ihre Gewinne abschreiben, vorallem die Realwitschaft…Man braucht Nerven, die meisten Banken und Trader haben keine…

  2. @Mikki

    gut analysiert !

    Der Wahnsinn an der Sache ist aber, dass die Bewegungen am Markt bis zum Jahr 2000 relativ zyklisch abliefen, nur seit dem irren Globalisierungswahn und den damit einhergehenden Raubtierkapitalismus, drehen sich die Märkte um ein Vielfaches schneller und so werden die Abtsände der Auf-uAbbewegungen im Markt auch kürzer. Das heißt, dass sich der Großteil der Märkte nicht erholen kann, weil crash auf crash folgt. Die Analysen für 2002 und für 2007/08 waren noch ganz gut vorhersehbar, nur der crash 2018 rückt jetzt immer schneller nach vorne und ich befürchte, dass er uns wenn nicht noch heuer aber sicher nächstes Jahr treffen wird.

    Leider wird die nächste Bauchlandung härter als alles vorher. Dagegen wird auch der berühmte Oktober 1929 ("schwarzer Freitag" usw) wie ein Kindergeburtstag aussehen.

    Ich bin zwar ein unverbesserlicher Optimist aber bei dem Thema bekomme ich bereits regelmäßig Magenschmerzen.

  3. Man sollte die Vorteile erkennen, prinzipell ist es natürlich tragisch, was der Mittelschicht grade passiert, da aber die Mittelschicht ihre Regierung so sehr liebt und Amerika für das tollste und beste Land hält, werden die Menschen erst aufwachen wenn sie obdachlos sind und kurz vor dem Hungertot stehen. Dummheit schützt vor Strafe nicht. Dann werden wieder die Unternehmen gerettet die mit Geld nicht umgehen können wie zum Bsp Banken, dass sieht dann die obdachlose und verarmte Mittelschicht und wird so gefrustet dann auf die Barrikaden gehen. Das wiederrum wird zu internen Unruhen führen und amerikanische Soldaten werden auf amerikanische Zvilisten schießen. Die Regierung wird ihre Zeitvorkommen neue Kriege in der Welt zu entfachen reduzieren müssen. Also ich freu mich 😀  

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