Die größte Atomkraftanlage Europas befindet sich nur rund 200 Kilometer von jenem Gebiet entfernt, in dem derzeit die Streitkräfte Noworossijas gegen die ukrainischen Regierungstruppen kämpfen. Bei einem Treffer durch Artilleriegranaten droht Europa eine nukleare Katastrophe, gegen die selbst das Reaktorunglück von Tschernobyl harmlos wirkt.
Von Marco Maier
Nur wenige Dutzend Kilometer südlich von Dnjepropetrowsk und gerade einmal noch etwa 200 Kilometer westlich der weiter vorrückenden Front befindet sich die größte Anlage von Atomkraftwerken in Europa. Die sechs Reaktorblöcke der Nuklearanlage von Saporischschja in der gleichnamigen Oblast halten mit ihren 1,20 Meter dicken Wänden zwar Abstürze kleinerer Flugzeuge aus, doch gegen den Beschuss durch schwere Artillerie können die Betonwände keinen Schutz bieten. Eine fehlgeleitete Mörsergranate kann hier schon zu fatalen Folgen führen.
Hinzu kommt die Möglichkeit, dass durch die Kriegshandlungen die Stromnetze in Mitleidenschaft gezogen werden, was zu einem Ausfall der Kühlung und somit zu einer Überhitzung der Anlage führen könnte. Was dann geschieht, haben wir schon in Fukushima gesehen. Doch egal ob direkte oder indirekte Folgen der Kampfhandlungen - die Gefahr einer nuklearen Katastrophe ist real existent. Immerhin produziert das 1984 in Betrieb genommene Kernkraftwerk so viel Elektrizität, dass es beinahe den ganzen Süden der Ukraine mit Strom versorgen kann.
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