Demonstration für Kobane. Bild: Flickr / Die Linke NRW CC-BY-SA 2.0

Weil die türkische Armee tatenlos zusieht, wie die Kurden die Grenzstadt Kobane gegen die immer massiver heranrückenden Verbände des Islamischen Staates verteidigen, kündigt die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK die Möglichkeit der Rückkehr zum bewaffneten Kampf in der Türkei an. Damit wird eine Hilfszusage Ankaras jedoch noch unwahrscheinlicher.

Von Marco Maier

Cemil Bayik, de-facto-Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, hat im Interview mit dem ARD-Hörfunk der Türkei mit der Aussetzung des Friedensprozesses und der Wiederaufnahme des Guerilla-Krieges gedroht, sollten bei Unruhen in den türkischen Kurdengebieten weiterhin Menschen getötet werden. "Wir haben die Türkei gewarnt. Wenn sie so weitermachen, dann wird die Guerilla den Verteidigungskrieg zum Schutz des Volkes wieder aufnehmen", sagte Bayik.

Außerdem kritisierte Bayik eine vom türkischen Parlament erteilte Ermächtigung, die der Regierung militärisches Eingreifen in Syrien und dem Irak ermöglicht. Diese richte sich im Kern gegen die PKK und nicht den Islamischen Staat. "Die IS-Terrormiliz wird in dieser Ermächtigung kaum erwähnt. Die PKK wird sehr wohl erwähnt", sagte Bayik. Damit sei eine Entscheidung für den Krieg gegen die PKK gefallen und der Friedensprozess beendet. Bayik ist eigentlich der stellvertretende Chef der PKK. Doch da sich deren eigentlicher Führer – Abdullah Öcalan – in türkischer Haft befindet, ist Bayik nun der ranghöchste PKK-Vertreter.

Grund für diese harten Worte ist die Tatenlosigkeit der türkischen Armee, während die IS-Milizen die Stadt Kobane zu erobern versuchen, sowie die getöteten kurdischen Demonstranten in der Türkei. Bei den Protestveranstaltungen der Kurden in der Türkei kam es immer wieder zu massiven Ausschreitungen, bei denen über 30 Menschen getötet wurden.

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Die türkische Regierung verweigerte bislang den Kurden in Nordsyrien jegliche Unterstützung, da die dort herrschende PYD ein PKK-Ableger ist. Zudem soll die islamisch-konservative Staatsführung nicht gerade die schlechtesten Beziehungen zum Islamischen Staat unterhalten. Auch will Ankara nur dann direkt eingreifen, wenn das Ziel der militärischen Mission gleichzeitig den Sturz des syrischen Präsidenten, Baschar al-Assad, beinhaltet.

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2 KOMMENTARE

  1. "Türkei: PKK droht mit Rückkehr zum bewaffneten Kampf"

    Sollen sie doch -, aber bitte in der Türkei oder sonstwo. Und wenn irgend einer hier anfängt mit stänkern oder schlimmerem, RAUSSCHMEISSEN ! Und jeder aus der Politik oder Gutmenschenindustrie gleich mit, wenn er das Maul aufreißt. Vorher aber noch ein paar kräftige Backpfeifen drauf. Diesen Knalltüten haben wir doch die ganze Schweinerei zu verdanken. Und wenn die Zugereisten vom Dach springen oder in den Hungerstreik treten wollen: Springen lassen und die anderen in den A… treten und rausschmeißen. Vorher glauben diese rotzfrechen "Kulturbereicherer" nämlich immer noch, sich hier wie Schw_eine aufführen und die Deutschen erpressen zu können. Und wenns die Politik nicht macht, machts demnächst das Volk. Allzuviele Tropfen passen nämlich nicht mehr in das Faß …   

     

  2. Kein Wunder, schließlich haben die "Oberschlaumeier" in Berlin die Kurden kostenlos mit Waffen ausgerüstet. Und dann scheinheilig empören wenn  Erdogan sich still verhält. Er scheint halt das alte Sprichwort: "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber!" nicht nur zu kennen, sondern auch zu beherzigen! Es würde den Deutschen gut tun wenn sich die berliner Politokraten und die von ihnen gehätschelten Gutmenschen endlich auch nach diesem Sprichwort richten würden!

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