Jahrzehntelang war der Iran für den Westen nur ein böser Schurkenstaat der mit Sanktionen belegt und medial verteufelt wurde. Der aktuelle Konflikt mit Russland und die Abhängigkeit Europas von dessen Öl- und Gaslieferungen führen nun zu einem Umdenken. So schnell dreht man sich einfach um 180 Grad.
Von Marco Maier
Wenn die EU weiterhin eine harte Linie gegen Russland fahren will, muss sie energiepolitisch umdenken. Die jüngst begonnene Weichspülmasche der USA in Sachen Iran ist ein erster Schritt dort hin. Teheran sollte sich jedoch die Frage stellen, ob der Westen tatsächlich ein so guter Partner ist, wie er sich darzustellen versucht. Immerhin sind die Amerikaner bekannt dafür, ihren "Freunden" und "Partnern" gerne in den Rücken zu fallen.
Gegenüber der russischen Zeitung "Nesawissmaja Gazeta" sagte der russische Iran-Experte Vladimir Sazhin: "Ein Ausbau geschäftlicher Kontakte mit dem Iran soll der EU dabei helfen, die Abhängigkeit von Russland im Öl- und Gasbereich zu überwinden. Sowohl die USA als auch die EU wollen den Iran für sich gewinnen oder ihn zumindest im Ukraine-Konflikt relativ neutral machen. Brüssel ist derzeit mehr an einer Aufhebung der Sanktionen interessiert als vor der Ukraine-Krise."
Es ist ja nicht so, dass sich die Politik des Irans wesentlich geändert hätte, was zu einem Umdenken im Westen führte. Der Iran ist nach wie vor eine von schiitischen Mullahs geführte Theokratie die am Atomprogramm festhält. Doch da Russland und der Iran angesichts des sanktionsgeilen Westens ihre wirtschaftlichen Beziehungen weiter ausbauen, gerät dieser nun unter Zugzwang. Doch da muss sich Teheran doch veräppelt vorkommen.
Die Anbiederung des Westens an den Iran ist schlussendlich nur Teil des geopolitischen Kalküls, sich weitere Regionen mittels Zuckerbrot und Peitsche gefügig zu machen. Und ehe es sich Teheran versieht, haben Washington und Brüssel ihre Pseudo-NGOs als Trojanische Pferde in den Iran geschleust, um dort jener subversiven Tätigkeit nachzugehen, welche die Ukraine und Venezuela derzeit zu spüren bekommen. Hier geht es nur um den puren Eigennutz des Westens von dem der Iran langfristig kaum profitieren wird.
Weitere Informationen dazu bietet die "Stimme Russlands"
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Ich glaube nicht dass sich der Iran nach 40 Jahren Demütigung an den Westen anschließt. Das ist doch nur Wunschdenken der USA, genauso wie es die UA war.
Ich finde man sollte nicht mehr soviel Aufmerksamkeit auf USA richten, denn dann werden sie merken, dass sich die welt nicht um sie dreht.
So habe ich das auch meinem Hund beigebracht, wenn er nicht aufhören wollte zu nerven.
Ich denke mal, der Iran lässt sich nicht kaufen. Wer sich mit dem Teufel einlässt, der ist verloren. Das wissen die Iraner mit ihrer mehrtausendjährigen Geschichte
"Und ehe es sich Teheran versieht, haben Washington und Brüssel ihre Pseudo-NGOs als Trojanische Pferde in den Iran geschleust, um dort jener subversiven Tätigkeit nachzugehen, welche die Ukraine und Venezuela derzeit zu spüren bekommen. Hier geht es nur um den puren Eigennutz des Westens von dem der Iran langfristig kaum profitieren wird."
Iran ist genau deshalb besonders wachsam im eigenen Land und leider wird genau wegen solchen Versuchen der Sicherheitsapparat in Iran sensibilisiert. Doch die Islamische Republik kennt sich bereits mit Putschversuchen aus (1953, 2009), dabei spielt es keine Rolle, dass bis heute noch einige Menschen den Putsch 2009 als Wahlfälschung bezeichnen, denn das wichtigste ist: Iran konnte nicht angegriffen werden, die grüne Bewegung hat keine Relevanz mehr in Iran, solche NGOs wird es wohl kaum geben. Iran wird durchaus davon profitieren, mit den vernünftigen und moderaten Teilen der US-Regierung weiter zu verhandeln. Aber die Hardliner im US-Kongress und weitere Gruppen werden natürlich weiter versuchen, jeglichen Dialog zu sabotieren. Beide Seiten profitieren durch Beendigung des Streits. Iran verhält sich vernünftig, aber bleibt gleichzeitig wachsam und konsequent.