Kommt der große Zusammenstoß zwischen den USA und China?

Noch sind Peking und Washington mit Covid-19 beschäftigt. Doch die jüngste Verschärfung der Rhetorik lässt Ungutes für die Zeit danach erahnen.

Von Marco Maier

Die diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China sind so schlecht wie schon lange nicht mehr – oder vielleicht sogar wie noch nie? Auf den Handelskrieg folgte Covid-19, welches zu gegenseitigen Anschuldigungen führte. Während US-Präsident Donald Trump stets vom „chinesischen Virus“ spricht, weil der initiale Ausbruch von Covid-19 in Wuhan registriert wurde, wirft Peking den US-Geheimdiensten vor, das Virus als biologische Waffe in das Reich der Mitte gebracht zu haben.

Und nicht nur das. Trotz der negativen Auswirkungen der ganzen Eindämmungsmaßnahmen auf die Wirtschaft und die ohnehin schon völlig marode Finanzindustrie, schickt das Pentagon weiterhin Kriegsschiffe durch die Taiwan-Straße und in das Südchinesische Meer. Unter dem Deckmantel der „Freiheit der Seeschifffahrt“ (dessen Dokument von Washington übrigens bis heute nicht ratifiziert wurde, weil man die von den Vereinigten Staaten beanspruchten Gebiete nicht freigeben will) provoziert man die Chinesen weiter.

Klar, die Chinesen sind keine Unschuldsengel und die Gebietsstreitigkeiten im Südchinesischen Meer betreffen mehrere Länder, doch der US-amerikanische Herrschaftsanspruch ist diesbezüglich auch nicht viel besser. Kein anderes Land hat die ganze Welt in die Zuständigkeit von diversen Militärkommanden gestellt und hunderte Militärbasen in dutzenden Ländern installiert.

Doch Eines ist gewiss: Wenn die Corona-Krise vorüber ist, scheint eine weitere Eskalation unvermeidbar zu sein. Insbesondere in Südostasien, welches eine wichtige Wachstumsregion darstellt und für beide Seiten auch strategisch wichtig ist.

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Und nicht nur das. Inzwischen wächst angesichts der unterbrochenen globalen Lieferketten infolge der Lockdowns der Druck auf die Unternehmen, ihre Produktion aus der Volksrepublik abzuziehen und wieder in den Vereinigten Staaten, in Japan und in Europa zu produzieren. Die US-Sicht, China als enorme Bedrohung für die amerikanischen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen zu betrachten, wird massiv verstärkt. Dass Peking die im eigenen Land hergestellten medizinischen Güter strategisch vorrangig an Alliierte und potentielle Verbündete verteilt, verstärkt diese Ansicht in den USA natürlich.

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Über kurz oder lang wird diese Konstellation zu einer massiven – militärischen? – Auseinandersetzung der beiden Rivalen in der Region, also in Südostasien, führen. Zumindest dann, wenn es nicht schon vorher wegen Taiwan zu einem Zusammenstoß kommt. Das sind keine guten Aussichten.

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Ein Kommentar

  1. Momentan zerbröselt die durch Propaganda gepuschte scheinbare militärische Stärke der USA an den Fakten die ein kleines Virus diktiert und sichtbar werden lässt.
    Die amerikanischen Flugzeugträger Theodore Roosevelt, Ronald Reagan, Carl Vinson und die Nimitz sind quasi z.Z. out of Order wegen des Virus.
    Zeitgleich passiert unter Führung des Trägers Liaoning ein chinesischer Flottenverband die Miyako Straße in Richtung West Pazifik um dort unaufgeregt zu üben.
    Das ist ja nur eine Momentaufnahme aus dem militärischen Sektor.

    Während die USA noch mit der Eindämmung der C-Pandemi laborieren, sind die Chinesen längst dazu übergegangen Normalität in allen Bereiche des Lebens einkehren zu lassen.

    Die Yankees haben es noch nicht mitbekommen, dass sie nur noch die lahme Ente zu spielen haben. – Das ist vom Kreis der klanwirtschaftlichen Fraktionen des Tiefenstaates längst beschlossen worden.

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