Start der Hyperschallrakete in China. Bild: WeChat

China hat eine neue Hyperschallrakete getestet, gegen die kein Luftabwehrsystem der Welt eine Chance habe. Für die USA ein Horrorszenario.

Von Marco Maier

Laut chinesischen Angaben wurde eine neue Hyperschallrakete getestet, die als "Wellenreiter" auf den Schockwellen dahingleitet, die sie während des Flugs mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit verursacht. Dabei versuchen die chinesischen Techniker, die Raketen so zu konstruieren, in Zukunft auch konventionelle oder nukleare Sprengköpfe transportieren zu können, ohne dass die gegnerische Luftabwehrsysteme diese rechtzeitig entdecken und abschießen können.

Nach Angaben der China Academy of Aerospace Aerodynamics (CAAA) führte eine aerodynamische Forschungseinrichtung in Peking und Teil der staatlichen China Aerospace Science and Technology Corporation (CASTC) am vergangenen Freitag den Hyperschall-Raketentest im Nordwesten Chinas durch. Die CAAA veröffentlichte am Montag eine Erklärung, in der darauf hingewiesen wurde, dass der "Starry Sky-2" vor der Trennung von einer Feststoffrakete ins All getragen wurde.

Nach der Trennung stieg die Rakete in tiefere Lagen ab, während sie autonom extreme Drehmanöver vollführte, Mach 5,5 für mehr als 400 Sekunden erreichte und eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 6 oder 7.344 km/h erreichte, sagte die CAAA via WeChat. Der Test sei als "voller Erfolg" eingestuft worden, so die CAAA, die diverse Bilder des Experiments in sozialen Medien veröffentlichte.

"Das Flugversuchsprojekt Starry Sky-2 war sehr innovativ und technisch schwierig und stellte sich einer Reihe von internationalen technischen Herausforderungen", hieß es. Allerdings erwähnte die CAAA nicht, zu welchem Zweck die Rakete verwendet werden würde. Man betonte lediglich, wie Hyperschalltechnologien die chinesische Luftfahrtindustrie voranbringen könnten.

Obwohl sich die Rakete noch in der Entwicklungsphase befindet und wahrscheinlich einige Jahre vor der Serienproduktion steht, könnten solche "Waverider" zum Transport von konventionellen und nuklearen Sprengköpfen verwendet werden, die in der Lage sind, die fortschrittlichsten Raketenabwehrsysteme der Welt zu durchdringen.

Anfang dieses Jahres sagte General John Hyten, der Kommandeur des Strategischen Oberkommandos der Vereinigten Staaten, dem Streitkräfteausschuss des Senats, dass die USA extrem anfällig für zukünftige Angriffe durch Hyperschallraketen seien. "Die erste, wichtigste Botschaft, die ich heute liefern möchte, ist, dass die Kräfte unter meinem Kommando bereit sind, unsere Gegner abzuschrecken und entschlossen zu reagieren, sollte die Abschreckung jemals scheitern. Wir sind bereit für alle Bedrohungen. Niemand sollte das bezweifeln", sagte General Hyten in seiner Eröffnungsrede.

In einem anschließenden Gespräch mit Senator Jim Inhofe warnte Hyten, dass die Vereinigten Staaten keine Möglichkeit hätten, den Einsatz einer solchen Waffe gegen das Land abzuwehren. Hyten betonte, dass die USA machtlos gegen Bedrohungen durch Hyperschallraketen seien und sich auf die nukleare Abschreckung verlassen müssten. Allerdings erhielt Lockheed Martin einen 928 Millionen Dollar teuren Vertrag, um selbst eine solche Hyperschallrakete zu entwickeln, welche das US-Militär gegen Russland und China einsetzen könne.

1 KOMMENTAR

  1. Die Russen haben mit ihre ‚Kinschal‘-Rakete ebenfalls einen erfolgreichen Test mit Hyperschallreaketen durchgeführt. Ich vermute hier arbeiten Russland und China bereits zusammen um der ständigen Bedrohung der Angloamerikaner eine wirksame Waffen entgegen setzen zu können. Wie es hieß liegt der Entwicklungsvorsprung der Russen bei nahzu einem Jahrzehnt. Bis dahin stehen die Amis mit offener Flanke da.

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