Vor allem Osteuropäer beantragen in Deutschland Kindergeld für ihren Nachwuchs, der jedoch im Ausland lebt. Die Anzahl dieser Kinder steigt auf einen neuen Rekordwert.

Von Michael Steiner

Innerhalb von einem Jahr stieg laut Angaben der Bundesregierung die Anzahl der im Ausland lebenden Kinder die Kindergeld aus Deutschland erhielten um 10,7 Prozent. So teilte das Bundesfinanzministerium der Nachrichtenagentur dpa mit, dass im Juni 2018 für insgesamt "268.336 Kinder die außerhalb von Deutschland in der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum leben, Kindergeld gezahlt" wurde.

Zum Vergleich: Im Juni 2017 waren es noch 243.234 Kinder, im Jahr 2016 noch 232.189. Dabei steigt vor allem die Zahl der osteuropäischen Empfänger, was Lokalpolitiker dazu bringt, von einer "gezielten Migration in das Sozialsystem" sprechen. Sogar Bürgermeister der SPD kritisieren diesen Umstand.

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Denn die Osteuropäer beantragen einfach das Kindergeld, nachdem sie sich als Familie in Deutschland mit einem festen Wohnsitz anmelden. Dann ergeht eine Meldung an die Familienkasse, die das überprüft, und dann wird ausgezahlt. Danach werden die Kinder zumeist wieder zurück in die Heimat geschickt, während das Geld weiterhin fließt. "Ob die Kinder in Deutschland leben, ob sie in Rumänien oder Bulgarien leben, ob sie überhaupt existieren, das ist dann noch mal eine ganz andere Frage", sagt Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD).

2 KOMMENTARE

  1. Jeder der anderweitige Sozialleistungen beantragt wird streng kontrolliert und teilweise gegängelt und an anderer Stelle wird das Geld einfach mal unkontrolliert zum Fenster rausgeworfen. Grandiose Leistung deutscher Politiker und Beamter.

  2. Der Bürgermeister sieht das naheliegende größere Problem nicht.(?)  Ab dem Tag, an dem die vielen seit 2015 Neuangekommenen ihren Aufenthaltstitel erhalten, haben sie auch Anspruch auf Kindergeld und das geht in der Summe sicherlich in die Milliarden. Aber das Anprangern dieses Sachverhaltes "gehört sich einfach nicht", sind doch Flüchtlinge.

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