Die Trump-Administration arbeitet bereits an einem neuen Steuergeschenk für die Reichen des Landes. Diese können in den nächsten Jahren 100 Milliarden Dollar an Steuern einsparen, wenn das Gesetz den Kongress passiert.

Von Marco Maier

Wie die "New York Times" berichtet, plant die US-Regierung bereits ein neues Gesetz, welches ein Steuergeschenk in Höhe von rund 100 Milliarden Dollar für die Reichen mit sich bringen würde. Also für jene Menschen, die schon jetzt für ihre Investments und Kapitalzuwächse prozentual deutlich weniger Steuern bezahlen als jene, die für ihr Geld hart arbeiten müssen. Und das, obwohl die Trump-Administration bereits zuvor schon massive Steuergeschenke an die US-Finanzeliten vergab.

Laut der Zeitung planen Finanzminister Steven Mnuchin und dessen Beamte bei den Kapitalgewinnen eine auf der Inflation basierende Berechnung zuzulassen. Das heißt: Hat ein Investor beispielsweise im Jahr 1980 ganze 100.000 Dollar in Aktien investiert und verkauft diese nun für eine Million Dollar, fallen derzeit 900.000 Dollar an besteuerbaren Einkommen an. Für diese werden normalerweise 20 Prozent fällig, was 180.000 Dollar entspräche.

Geht der Gesetzesvorschlag im Kongress durch, könnte dieser Investor jedoch den Kaufpreis der Aktien auf Basis eines Index anpassen und in heutigen Dollar wären sie damals 300.000 Dollar wert gewesen. Das heißt: Um die offizielle Inflation bereinigt läge der reale Gewinn nur noch bei 700.000 Dollar, so dass dafür nur noch 140.000 Dollar an Steuern fällig wären. Ergo spart er sich ganze 40.000 Dollar an Steuern.

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Dasselbe gilt natürlich auch für Immobilien, Grundstücke oder Kunstgegenstände. Und ungeachtet dessen, ob eine Anpassung an die Inflation eigentlich gerechtfertigt wäre oder nicht, muss man sich im Falle der Vereinigten Staaten auch fragen, ob dies gerade in Zeiten eines außer Kontrolle geratenen Staatshaushalts, einer stagnierenden Lohnentwicklung und hervorragend verdienenden Finanzelite moralisch überhaupt vertretbar ist. Man muss kein Sozialist sein um sich zu fragen, ob das überhaupt notwendig ist.

Denn laut einer Berechnung brächte dieses Gesetz in den nächsten zehn Jahren dem Staatshaushalt einen Steuerausfall von 102 Milliarden Dollar, wobei ganze 86 Prozent davon an das reichste eine Prozent der Bevölkerung ginge. Doch wenn die Superreichen einen immer kleiner werdenden Anteil am Budget finanzieren, wer dann? Die Armen können es nicht, also bleibt nur noch die Mittelschicht, die so noch stärker unter Druck gerät.

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1 KOMMENTAR

  1. Erstens sind die Superreichen zwar Superreich, aber nur wenige und was die an Grundstücken und Immobilien haben in den USA ist nur ein sehr sehr kleiner Bruchteil ihres Reichtums, das meiste steckt in grossen Firmen die eh anders besteuert werden.

    Zweitens sind es eben nur sehr wenige und damit ist das Steueraufkommen von denen eh sehr begrenzt. Die Superreichen können die Welt auch nicht alleine finanzieren.
    Bsp.: Nimm einem Superreichen seine 100 Mrd. Dollar und verteile sie an die 320 Mio. Bürger der USA und jeder bekommt 312 Dollar. Das ist einmal gut essen gehen, Auto auftanken, eine Party machen und einem Freund geliehenes Geld zurückzahlen, das war's.

    Drittens und m.E. der wichtigste Punkt: Den Menschen geht es derzeit deutlich besser als unter Obama und den Vorgängern denn Trump hat die Wirtschaft kräftig angekurbelt und auch bei den armen und der Mittelschicht für Entlastungen gesorgt, die Arbeitslosenquote liegt so tief wie seit 30 oder 40 Jahren nicht mehr. Das sind vor allem nicht nur Minijobs sondern echte Vollzeitjobs von denen ein Mann seine Familie ernähren kann.

    Trump macht einen guten Job aber auch er muss den Reichen und dem Deep State ab und an mal einen Brocken hinwerfen um etwas Luft zu bekommen.

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