Muslime beim Beten. Bild: Flickr / Rajarshi MITRA CC BY 2.0

Cem Özdemir fordert die rechtliche Integration des Islams, während Bassam Tibi vor einer "Verkirchlichung" warnt. Kann eine Neuausrichtung der Islamkonferenz etwas bewirken?

Von Michael Steiner

In der "Welt" wird die Islamdebatte wieder angeheizt. So fordert beispielsweise Cem Özdemir in einem Gastbeitrag angesichts der geplanten Neuausrichtung der Islamkonferenz, dass diese "nicht nur einen Neustart" brauche, sondern "endlich ein Ziel und einen verbindlichen Fahrplan." Und weiter "Das Ziel ist die rechtliche Integration des Islam. Unser Grundgesetz bietet für die Kooperation von Staat und Religionsgemeinschaften einen guten Rahmen", sagte er. "Eine Lösung werden wir nicht gegen, sondern nur mit den Verbänden finden können – allerdings nur mit solchen, die glaubhaft auf dem Boden des Grundgesetzes stehen." Doch da gibt es ein Problem: Die meisten der Islamverbände sind weitestgehend sehr konservativ und stellen (wie es der Koran verlangt) die religiösen Lehren über staatliche Gesetze.

Indessen warnt der Politikwissenschaftler Bassam Tibi in seinem Gastbeitrag vor allem vor einer "Verkirchlichung" des Islams. "In Deutschland leben nicht wie angenommen vier bis fünf Millionen Muslime, sondern sieben Millionen. Würden die alle eine islamische Kirchensteuer bezahlen, wären die Islamverbände Milliardäre", so Tibi. "Diese Art von deutschem Islam lehne ich ab. Er wäre eine Gefahr für die Demokratie und für das friedliche Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in diesem Jahrhundert in Deutschland und in Europa."

Wenn nun ein "liberaler" oder "europäischer" Islam gefordert wird, geht dies aber an der Realität vorbei. Der Spielraum ist nämlich äußerst eng gesetzt und die meisten (konservativen) Muslime sehen in einem solchen "liberalen Islam" einen Abfall vom "wahren Glauben", was laut deren religiösen Lehren eigentlich mit dem Tode bestraft werden muss. Denn Häretiker sind entsprechend den Lehren Mohammeds schlimmer als "Ungläubige", weshalb beispielsweise gerade die Salafisten bzw. Wahhabiten die Schiiten mit allen Mitteln bekämpfen.

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In Sachen Islamkonferenz kann das also nur heißen: Wer die rechtliche Ordnung in Deutschland nicht respektiert und akzeptiert, darf keine öffentliche Anerkennung genießen und schon gar nicht Moscheen betreuen oder öffentliche Gelder kassieren.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Muselmanen gehören nicht hierher und man soll ihren Versuch, Europa zu islamisieren, unterbinden. Demzufolge sollten und müßten sie zurück in ihre Länder. Herr Özdemir, der Türke, sollte ebenfalls schleunigst in seine Heimat, die Türkei. 

    Letzten Endes geht es darum – wie vor Jahrhunderten: die oder wir. Also: Europa den – natürlich echten – Europäern.

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