China-Provokation? Milliardenschwerer US-Waffendeal mit Taiwan

Die derzeitigen Spannungen zwischen China und den USA scheinen den Machthabern in Washington noch nicht genug zu sein. Nun folgt ein Milliarden-Dollar-Waffendeal mit Taiwan. Peking plant schon Sanktionen gegen die involvierten Unternehmen.

Von Marco Maier

Zum ersten Mal sein nunmehr vier Jahren kündigten die US-Behörden wieder einmal einen Waffendeal mit dem international kaum anerkannten Inselstaat Taiwan (Nationalchina) an. Der Wert der Rüstungsgüter: Immerhin 1,83 Milliarden Dollar. Unter den Rüstungsgütern befinden sich Boden-Luft-Raketen, Anti-Panzer-Raketen, US-Navy-Fregatten, Angriffsfahrzeuge und andere Ausrüstungsgegenstände.

Das US-Außenministerium berief sich auf den Taiwan Relations Act of 1979, in dem sich die Vereinigten Staaten dazu verpflichtet haben, der Insel – die von der Volksrepublik China als "abtrünnige Provinz" gesehen wird – mit Waffen zu versorgen um sich selbst zu verteidigen. Und das, obwohl nicht einmal die USA selbst Taiwan als Staat anerkennen.

Indessen hat Peking bereits angekündigt, die in diese Rüstungsgeschäfte involvierten Unternehmen mit Sanktionen zu belegen, da die Versorgung der taiwanesischen Streitkräfte mit Waffen als Affront aufgefasst wird. Diese Firmen, die auch im zivilen Bereich tätig sind, könnten so unter Umständen einiges an Umsatz mit der Volksrepublik verlieren.

Diese Rüstungsgeschäfte kommen zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Peking, welches große Teile des Südchinesischen Meeres für sich beansprucht, lieferte sich erst kürzlich diplomatische Gefechte mit Washington, weil die Amerikaner eines ihrer Kriegsschiffe provokativ in die Nähe einer chinesischen Militärbasis in der Region entsandten. Auch mit anderen Anrainerstaaten wie Vietnam oder den Philippinen, welche ebenfalls Ansprüche in dem Gebiet geltend machen, versucht sich die Obama-Administration derzeit gutzustellen.

Loading...
Teilen Sie diesen Artikel:
Lesen Sie auch:  Pläne für US-Luftabwehrsysteme in der Ukraine sind Russlands "rote Linie

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.