Seit der Machtübernahme der Militärs unter General al-Sisi und der massiven Verfolgungswelle gegen die zuvor regierende Muslimbruderschaft gärt es im ägyptischen Volk. Ein perfekter Nährboden für den Islamischen Staat, der sich nun mit der ägyptischen Armee anlegt.

Von Marco Maier

Der Kampf des Islamischen Staates um die Vorherrschaft in der islamischen Welt erfasst nach Syrien und dem Irak nun auch Ägypten. Stundenlange Gefechte mit der ägyptischen Armee auf der Halbinsel Sinai, die nur mit Hilfe von Luftschlägen wieder unter Kontrolle gebracht werden konnten, sind ein deutliches Anzeichen für den fehlenden Rückhalt der neuen Führung in dieser Region.

Seit nunmehr zwei Jahren herrscht am Sinai ein Kleinkrieg zwischen den Anhängern der verbotenen Muslimbruderschaft und der ägyptischen Armee. Erstere werden jedoch vor allem von der lokalen Bevölkerung unterstützt und dürften zudem noch übergelaufene Militärs in ihren Reihen haben.

Mit ein Grund für die Hinwendung der lokalen Bevölkerung an den Islamischen Staat ist das scharfe Vorgehen von al-Sisis Führung gegen die islamisch-konservative und den "globalen Djihad" ablehnende Muslimbruderschaft. Die Verkündung von Todesurteilen an 683 Anhängern des weggeputschten Präsidenten Ägyptens, Mohammed Mursi, führte nicht nur zu weiteren Massenprotesten, sondern auch zu einer zunehmenden Radikalisierung der zuvor als gemäßigt geltenden Gruppierung.

Damit trägt das ägyptische Militärregime dazu bei, dass es Gruppen wie dem Islamischen Staat möglich ist, immer mehr Menschen zu rekrutieren. Die Einstufung der Muslimbruderschaft durch die ägyptische Führung als "Terrororganisation" und die gnadenlose Verfolgung des Kaderpersonals führt nun dazu, dass viele der Anhänger der Muslim-Brüder tatsächlich zu Terroristen werden. Es ist ein Feind, den sich die Militärs selbst geschaffen haben, weil sie sich nicht mit der islamisch-konservativen Führung unter Mohammed Mursi auf Basis eines Konsenses einigen wollten.

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