Julian Assange. Bild: Flickr / Espen Moe CC-BY 2.0

Heute feiert Julian Assange seinen 44 Geburtstag in der Botschaft Ecuadors zu London. Es ist inzwischen sein dritter Geburtstag dort. Wie wir aber wissen nicht freiwillig, sondern weil er von den Amerikanern verfolgt wird. Der EU-Staat Schweden spielt dabei den devoten Erfüllungsgehilfen des US-Imperialismus. Dabei hat er nichts Böses getan, sondern nur der Welt und vor allem den Deutschen mit seinen Enthüllungen die Augen geöffnet. Anlass genug, seinen Weg mit WikiLeaks zu resumieren.

Von Christian Saarländer

WikiLeaks wäre ohne Julian Assange heute nicht was es ist. Die Whistleblower-Plattform Nr. 1 bringt nahezu wöchentlich immer wieder neue Skandale ans Tageslicht. Angefangen hat es damit, nachdem Julian Assange der Welt die Materialien von US-Whistleblower Chelsea Manning, der inzwischen für 35 Jahre im US-Knast hockt, der Weltöffentlichkeit zugänglich machen ließ. Damals bekamen nur weltweit bekannte Medien wie Der Spiegel, El Pais oder The Guardian exklusiven Zugang zu den Materialien. Würde es nach dem Guardian oder dem Spiegel gehen, wäre das heute noch so.

Sie argumentieren immer wieder, dass man die vielen Dokumente und Materialien redigieren müsse, um Racheakte zu vermeiden. Aber das ist alles nur ein Vorwand, damit diese ihre Auflagen mit neuen Skandalen nach oben bringen und noch mehr Geld auf Kosten von Assange, Manning oder Snowden zu verdienen. Wie man an den aktuellen Materialien sieht, ist WikiLeaks stets bemüht, dass Personen geschützt werden. Die arroganten Bosse der Verlagshäuser wurden sauer und fingen danach an, Lügen und Hetze gegen Assange zu verbreiten. Antisemit, Vergewaltiger und Verschwörungstheoretiker sollte er auf einmal sein.

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Deutsche Medien wie der Spiegel und Der Freitag kamen an die Passwörter von WikiLeaks ran und das Material verschwand für eine Weile. Schon klar, dass der erhabene Jakob Augstein, der sonst immer den Gerechten mimen mag, Gefahr sah, dass sein Kapital nicht mehr so schnell akkumuliert wurde. Aber uns sollen solche Kaviar-Linke nicht weiter interessieren, die sich gerne in der intellektuellen Untermauerung des Anti-Zionismus übertreffen. Man kennt ja die Geschichte von Broder aus dem Jahr 2012.

Zurück zu Assange: Er hockt in der Botschaft und es mangelt ihm besonders an Sonnenlicht. Angeblich soll er eine Frau vergewaltigt haben. Alles Lüge, denn selbst das vermeintliche Opfer dementiert diese Vorwürfe. Aber die verlogenen Qualitätsmedien hat das auch nicht gestört, weil man ja mit solchen Vorwürfen jeden Menschen diskreditieren und kaputt machen kann. Und die Justiz stört das auch nicht, weil diese ja schließlich umfassend diesen Mist aufklären will.

Der Fall der sich in Schweden ereignet hat, soll durch eine Vernehmung geklärt werden. Eine Vernehmung, die man auch ohne weiteres via Skype oder Besuch hätte durchführen können. Julian Assange befürchtet vor allem, dass die Briten, die ja schließlich die besten Freunde des imperialistischen Amerikas sind, Assange an die Yankees ausliefern werden. Amerika sieht in Assange einen Terroristen.

Ein Journalist und ehemaliger Hacker soll also Terrorist in Amerika sein, obwohl er nach eigenen Angaben diesen Staat niemals besuchte. Verständlich, denn wer besucht schon freiwillig einen solchen Unrechtsstaat, der den eigentlichen Whistleblower dem CIA-Folterbericht zufolge derart im Irak folterte, dass man ohne Psychologie-Kenntnisse nachvollziehen könnte, weshalb sich Manning im falschen Körper fühlt.

Zu Assanges Geschichte vor seinem langjährigen Aufenthalt in der Botschaft gäbe es sicher noch sehr viel zu schreiben. Der letzte Film „The Engineer“ kann auf dem Link, der im oberen Tweet eingebaut ist, abgerufen werden. Ist aber noch nicht umsonst, da die Arbeit von WikiLeaks auch eine ganze Menge an Geld verschlingt, obwohl viele Journalisten, Mathematiker, IT-Experten und viele mehr für die Plattform freiwillig arbeiten. An dieser Stelle: Hut ab!

Vor allem müsste man die ganzen Lügen der Mainstream-Presse aufarbeiten, die ihn solange als Helden feierten, bis er sich entschloss auch allen interessierten Journalisten, Bloggern und Aktivisten die Informationen zugänglich zu machen. Diese Eigenschaft des Vorenthalten von Wissens hat etwas Satanisches an sich.

Insoweit kann man die lieben und netten Medien, die „Aufklärung“ und „qualitativen Jornalismus“ heucheln, als satanisches Rattenpack sehen, die nur daran interessiert sind, ihre immer weiter sinkenden Auflagen und Einkünfte zu sichern.

Assange, der bereits in den 90er Jahren durch sein Programm Rubberhouse in die Schlagzeilen geriet, hat ein turbulentes Leben hinter sich und schmiss sogar sein Mathematik-Studium trotz exzellenter Leistungen, weil er nicht ein Werkzeug des australischen Militarismus werden wollte. Er könnte heute auch ein reicher Mann sein, der international als Wissenschaftler anerkannt wäre. Er ging aber einen anderen Weg.

Durch seinen Beitritt zu WikiLeaks, die unter anderem auch damals den Zweck hatte weltweit Missstände aufzuklären, wurde diese Plattform immer bekannter. Der Coup mit der Schweizer Bank Julius Bär aus dem Jahre 2008 war die erste weltweit bekannte Veröffentlichung der Plattform und das juristische Tauziehen fand seinen Anfang. Von da an wurde die Plattform immer bekannter und das Leben von Julian Assange immer gefährlicher.

Die Politiker der USA forderten sogar die „gezielte Tötung“ von Julian Assange. Dem Staat, der überall auf der Welt Freiheit und Demokratie möchte, ist nun mal alles Recht, damit man diese Heuchlei aufrecht erhalten kann. Als Beweis sei auf die WikiLeaks-Veröffentlichung zu den gezielten Tötungen verwiesen, welche der US-Geheimdienst in einem Handbuch veröffentlichte. Nur mal so: Wenn man dem ehemaligen sowjetischen Geheimdienst  KGB solche Methoden mit einer nahezu himmlischen Selbstverständlichkeit unterstellen darf, so haben diese nach der Tötung von Stepan Bandera von dieser Praxis Abstand genommen.

Assange ist aber auch weiter in der Botschaft aktiv, die von der britischen Polizei für mehrere Millionen Pfund rund um die Uhr bewacht wird. Würde Assange nur einen Fuß vor die Tür setzen, dann würden die Briten ihn festnehmen. Diese Überwachung kostet den britischen Steuerzahler etwa 64.000 Euro pro Tag, was dann so jährlich etwa 9 Millionen Euro sind. Assange hat für den russischen Sender RT eine Sendung produziert, die den Namen „The World Tommorov“ trägt. Dort interviewte er unter anderem als erster westlicher Journalist den Hisbollah-Anführer Sayyed Hassan Nasrallah. Auf dem unteren Video kann man sich dies in englischer Sprache anschauen.

Zudem folgten Filme wie Mediastan, wo vor allem gezeigt wird, wie journalistische Arbeit auch funktionieren kann ohne die Menschheit die Hucke voll zu lügen. Wenn man sich so den ganzen Müll in der westlichen Medienwelt anschauen muss, so kann man froh sein, dass es noch auf der Welt Menschen gibt, die noch Dinge produzieren, die einen in seiner Tätigkeit nicht runterziehen.

Mal ehrlich: Wer sich den „erhabenen“ Müll der westlichen Leitmedien anschaut, dann braucht man sich nicht zu wundern, warum die Menschen in der westlichen Welt immer mehr an psychischen Krankheiten leiden. Und jeder der versucht ein bisschen Wahrheit in der verlogenen Medienwelt ans Tageslicht zu bringen, der läuft Gefahr von den dummen und ignoranten Leitartiklern noch als „psychisch gestört“ diskreditiert zu werden.

Der Fall Mollath aus Deutschland sollte hier ein Beispiel sein. Ein Beispiel dafür, dass wenn jemand auf Missstände in der Bankenwelt hinweisen will, für Jahre in die Klapse kommt. „Steuerrechtlicher Verfolgungswahn“ ist dann die Begründung der deutschen Justiz, Richterschaft und Medienwelt. Letztere versuchte ihren verlogenen Schwanz wieder aus dem Dreck zu ziehen, indem man wieder „aufklärenden Qualitätsjournalismus“ vertrieb.

Julian Assange hat also noch Glück im Unglück, dass er nicht der bayerischen Justiz ausgeliefert wurde. Nichts gegen das wunderschöne Bayern mit seinen vielen tollen Menschen, aber die breite Masse dort sieht in den Vereinigten Staaten als etwas „Heiliges“ an. Wahrscheinlich deswegen, weil Bayern von Amerikaner am meisten okkupiert ist. Der Begriff „Freistaat“ ist daher so ironisch wie die Bezeichnung „Jungfrau“ zu einer alt eingesessenen Prostituierten.

Der obere Tweet zeigt unter anderem eine Info-Grafik auf, was man alles dem Journalisten anlasten tut und was ihm so alles erwartet. Andererseits kann man sehen, dass in den Staaten so einiges falsch läuft, wenn man so viel Angst vor Menschen hat, die die Wahrheit sagen. Von Julius Bär über die aktuellen Enthüllungen von der NSA-Schnüffelei sind so viele Dinge auf der Plattform zu nennen, die man erwähnen kann. Vor allem ist aber noch so viel daraus zu ergründen, dass es schon erstaunlich ist, dass man gerade nur dann über Enthüllungen in den westlichen Leitmedien spricht, wenn es schon richtig peinlich ist, wenn man es unterlässt.

Assange kündigte vor gut zwei Jahren mal an, dass er die Botschaft verlassen werde. Der erwähnte Mangel an Sonnenlicht machte ihm zu schaffen. Ebenso die Tatsache, dass er mangels Außenbereich in der Botschaft häufig nur eine Stunde Bewegung pro Tag hat. Umso erstaunlicher ist es, dass er dies nicht tat und seinen Kampf gegen Clinton, Google und allen Schurkenstaaten dieser Welt – von Amerika bis Saudi-Arabien – weiter fortsetzt. In diesem Sinne: Alles erdenklich Gute.

Die Arbeit von WikiLeaks wird weiter auf Hochtouren laufen. Wer WikiLeaks unterstützten möchte kann dies tun, indem er der Plattform finanzielle Beihilfe leistet. Auf dem letzten Tweet befindet sich ein Link, wo erklärt wird, wie man spenden kann.

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2 KOMMENTARE

  1. Wünsche diesem Mann nur das Beste. Er hat unendlich viel geleistet, wenn es um die Aufdeckung der unglaublich fiesen angloamerikanischen Machenschaften geht.

  2. Diesem Menschen gehört Respekt gezollt, den Mut und Entschlossenheit sind leíder keine Tugenden der Deutschen mehr. Aber die Machenschaften sind nicht angloamerikanisch (1776 – Unabhängigkeit, hahaha), sondern kommen direkt aus der „City of London“- Das alte Empire.

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