EZB-Direktor Mario Draghi. Bild: Wiki Commons / WEF CC-BY-SA 2.0

Während die Massenmedien spekulieren, dass EZB-Chef Mario Draghi Griechenlands Ministerpräsidenten Alexis Tsipras nur den Geldhahn abdrehen will, dürfte es sich bei dem Kaufverbot von Anleihen vielmehr um eine Form von Schadensbegrenzung handeln. Noch mehr Geld für Bankenrettungen soll im Falle einer Pleite Griechenlands wohl nicht aufgewendet werden.

Von Marco Maier

Wie derzeit berichtet wird, hat EZB-Chef Mario Draghi die großen griechischen Geschäftsbanken angewiesen, keine kurzfristig laufende Staatsbonds zu kaufen, welche Athen ausgeben könnte. Die Vermutung dahinter: Die EZB will den finanziellen Druck auf die griechische Regierung weiter erhöhen. Doch der Grund könnte viel banaler sein.

Denn wie Berechnungen ergaben, reicht das verfügbare Geld der griechischen Regierung gerade noch bis zum 20. April – also noch knapp einen Monat. Zwar hatten die Gläubiger Griechenlands die Erlaubnis erteilt, sogenannte "T-Bills" im Volumen von bis zu 15 Milliarden Euro auszustellen, doch dieses Limit ist schon längst erschöpft. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte darum gebeten, das Limit anzuheben, um die akute Geldnot zu lindern. Die EZB lehnt das allerdings ab.

Käufer der Anleihen sind vor allem griechische Banken, die sich derzeit hauptsächlich über ELA-Notkredite der EZB finanzieren, da die Kapitalflucht angesichts der schwierigen Lage enorme Ausmaße angenommen hat. Die EZB argumentiert nun damit, dass dies eine verbotene Staatsfinanzierung durch die Notenpresse wäre – und das, während sie selbst monatlich Staatsanleihen in Milliardenhöhe aufkauft. Auf gut "Indianisch": Die EZB spricht mit gespaltener Zunge.

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Dabei gibt es jedoch noch eine weitere Überlegung, welche nicht außer Acht gelassen werden darf: Was ist, wenn man innerhalb der EZB-Spitze längst schon von einem finanziellen Zusammenbruch Griechenlands ausgeht? Das Verbot des Kaufs von solchen Bonds wäre dann lediglich eine Selbstschutzmaßnahme, um in einem solchen Fall nicht noch mehr Geld in die Rettung der griechischen Banken pumpen zu müssen. Immerhin handelt es sich hierbei um mehrere Milliarden Euro, die dabei auf dem Spiel stehen.

Da Griechenland in einem solchen Fall kaum von heute auf morgen aus der Eurozone ausscheiden könnte, müssten die Institutionen der Europäischen Union – darunter eben auch die EZB und der ESM – wohl einspringen. Und das wird ohnehin schon teuer genug.

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2 KOMMENTARE

  1. "Die EZB spricht mit gespaltener Zunge."…………echt ? lol…ist ja was gaaanz Neues^^

    Man muss sich das ja einmal auf "der Zunge zergehen" lassen.  Zuerst ist Draghi als zuständiger Europa-Chef von Goldmann&Sachs kräftig an der Bilanzfälschung Griechenlands, die zum Beitritt in die EU notwendig ist, beteiligt. Gleichzeitig fällt das einem Hr.Regling in der EU aber auf, dass hier die Zahlen gefälscht sind.

    DANN werden die beiden Verbrecher zum Chef des ESM (Regling) und zum Chef der EZB(Draghi) gemacht. Nun finanzieren diese beiden Verbrecher mit UNSEREM Geld die Betrügerein, welche sie selbst veranstaltet bzw mitgetragen haben !

    Und nun startet Draghi etwas mit der EZB, dessen er weder ermächtig noch befugt wurde, was selbst gegen die fast nicht vorhandenen Regelgungen der EZB verstösst und finanziert mittels Anleihenkauf diverseste Europäische Staaten (bzw. macht er dadurch aus privaten Gläubigern, reiche Leute mit unseren Steuergeldern) was den nächsten Vertragsbruch darstellt, weil verboten in den EU-Gesetzen. Zu guter Letzt, finanziert er nun zwar alle anderen Verbrecher mit unseren Geldern aber Griechenland nimmt er davon aus, was den nächsten Verstoss und zwar gegen das hochgelobte Gleichheitsprinzip darstellt.

    Und so etwas wollen sie uns als "Friedensprojekt" verkaufen und jammern immer über ihre fehlenden Glaubwürdigkeit ^^

    Man hat als EU-Bürger nurmehr die Wahl zwischen "täglich kotzen" oder "tot umfallen"

  2. Der EZB ist doch diese ganze Eurosion über den Kopf gewachsen, wie man am Beispiel der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung Girechenlands sehen kann, wo inzwischen die Linke nicht mehr weiß was die Rechte macht und man oben von unten nicht mehr unterscheiden kann. So kann man dieser EZB nicht einmal mehr zutrauen, daß sie auf irgendetwas spekuliert, sondern auf Grund des Finanzchaos in dieser Eurosionszone in das finale Programm des GAS – Germany's Asset Stripping – eingestigen ist, was als 'QuantitativeEasing'  der Staatenfinanzierung mit der Notenpresse verschleiert wird, was vielleicht in den U.S.A. teilweise funktioniert hat, aber niemals für diese EU -Haftungs-, Schulden-, Transfer-, und neuerdings Erpresserunion angewendet werden kann, wo jeder nur seinen Vorteil sieht, aber sich keiner an die Regeln halten will!

     

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