Titelseite der "Bild" mit üblicher Griechenland-Hetze.

Michael Konken, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) kritisiert das Springer-Blatt Bild wegen der Kampagne gegen Griechenland, die mit dem "Bild-Referendum" auf eine neue Spitze getrieben wird.

Von Marco Maier

Heute veranstaltet das Springer-Blatt Bild ein sogenanntes "BILD-Referendum", in dem die Leser darüber abstimmen sollen, ob sie den Griechen weiter Geld geben wollen. Dabei wird vor einer manipulativen Wortwahl nicht zurückgeschreckt. So heißt es dort: "Europa zahlt seit fünf Jahren für das bankrotte Griechenland! Insgesamt erhielt Athen rund 325 Milliarden Euro. Deutschlands Anteil daran: rund 88 Milliarden Euro!" Dass es das Verschulden der EU-Politiker – inklusive Merkel und Schäuble – ist, weil sie ja Banken, Versicherungen und Fonds auskauften, verschweigt das Blatt jedoch geflissentlich.

Gegenüber dem Medienportal dwdl.de übte DJV-Chef Michael Konken heftige Kritik am Stil des Boulevardblatts. "Diekmann entfernt sich damit zum wiederholten Mal von seinem Auftrag als Journalist und macht selber Politik. Das ist nicht seine Aufgabe", so Konken. Und weiter: "Die Art und Weise, wie 'Bild' seit Monaten versucht, vor und hinter der Grenzlinie zwischen Journalismus und politischer Aktion Stimmung zu machen, ist so nicht hinnehmbar." Denn Bild-Chef Diekmann betonte in "Bild Daily", dass er das erwartete "Nein" der Bild-Leser auch als Zeichen für die Bundestagsabgeordneten sehe, falls sie über weitere Hilfszahlungen abstimmen müssten.

Konken kritisierte auch den Springer-Verlag selbst, der sich an seinen eigenen Regeln messen lassen sollte. Dieser schreibt darin ja auch, dass er "unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas" zum Ziel habe. Die Bild steht mit ihren Kampagnen jedoch diametral gegen diese Richtlinien. "Statt den Lesern in einer über Europa hinaus reichenden politischen Krise umfassende Informationen und Hintergründe zu liefern, wird hier eine politische Show inszeniert", so Konken.

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4 KOMMENTARE

  1. Mindestlohn 30% rauf? Ich meine irgendwo gelesen zu haben das der Mindestlohn in den VSA 15$ per Stunde beträgt, in D-Land haben wir 9,52$ aktuell…die Frage ist also 30% von was …4 fuffzig?
    Gibt es noch jemanden der die Schlagzeilen der „Bild“ ernst nimmt?
    Die Antwort lautet wahrscheinlich „ja“.

    • Frank: Ich meine irgendwo gelesen zu haben. Dieses Halbwisen ist ja nur noch erschreckend. Zum einen hat die USA keine 15$ Mindestlohn sondern 7,25$, in Deutschland beträgt der Mindeslohn auch nicht 9,52€ sondern 8,50€ und 30% Erhöhung des Mindestlohnes in Griechenland ist im Bereich Märchen ein zu ordnen. Bestimmt ein klassischer Bildleser. Unfassbar diese Dummheit in diesem Land

      • Na, Uwe, nicht über anere meckern, sondern selber erst mal lesen lernen. Der vorgenannte sprach von 9,52 USD, das entspricht in etwa 8,50 EUR (heute schon nicht mehr ganz, zum Tageskurs wären es 9,4429 USD). Dein Mindestlohn USA stammt von 2009, seither hat sichd a einiges getan, drezeit leigt er durchschnittlich bei 9,25 USD. Allerdings ist der Mindestlohn von Bundestaat zu Bundesstaat unterschiedlich gehandhabtt. Und in Seattle ist er tatsächlich auf 15 USD festgesetzt worden, allerdings wird dieses Ziel in einer stufenweisen Erhöhung erst in einigen Jahren erreicht sein. So, wenn schon motzen, dann bitte mit Wissen. Sonst gilt Dein letzter Satz auch für Dich.

  2. Zum einen heißt es nicht 9,52€ sondern 9,52$ und das sind umgerechnet 8,50€ 😉
    zum anderen ist VSA nicht mit Deutschland vergleichbar den das eine ist ein land wie Europa und das andere ist ein land wie Deutschland… und da gibt es regionale unterschiede (Todestrafe, mindestlohn, Waffengesetz, Cannabisgesetz…. ) der Vergleich deutschland und USA ist wie Kirschen mit Kühen vergleichen….
    Aber eins ist uns allen klar: der bild leser hat seine bildung eben auch aus der bild… 😀 😉

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