EU-Flaggen. Bild: Flickr / Thijs ter Har CC-BY 2.0
EU-Flaggen. Bild: Flickr / Thijs ter Har CC-BY 2.0

In der EU rumort es gewaltig

Ein Zerfall der EU ist durchaus möglich. In ganz Europa brechen immer wieder neue politische Frontlinien auf, die das Elitenprojekt ins Wanken bringen. Wie lange noch, bis es kracht?

Von Marco Maier

Griechenland steht nach wie vor kurz vor dem Kollaps, die Briten arbeiten am Austritts-Referendum, die Finnen rebellieren wegen den Milliarden zur sogenannten "Rettung" der Hellenen, in Frankreich könnte Marine Le Pen Präsidentin werden, Ungarn will in Sachen Flüchtlinge eigene Wege gehen… Die Liste ließe sich noch deutlich erweitern. So unterschiedlich die einzelnen Beweggründe und Hintergründe auch sind, so sehr zeigen sie die aktuellen Probleme der Europäischen Union auf: das Elitenprojekt zerfällt.

Das Beispiel Griechenland zeigt wieder einmal eindrucksvoll, wie sehr die politische Klasse der EU versagt hat. Anstatt den Hellenen eine wirkliche finanzielle Überlebenschance zu geben und dafür heute in den sauren Apfel eines Schuldenschnitts zu beißen, zögert man das Leiden des griechischen Volkes weiter hinaus und arbeitet an einer deutlichen Vergrößerung des finanziellen Schadens für die anderen EU-Mitgliedstaaten. Dies werden einige Länder - darunter Finnland - wohl kaum mehr mittragen wollen.

Italien hingegen könnte durchaus das nächste Sorgenkind der EU werden. Die Schulden explodieren, die Wirtschaft lahmt nach wie vor und die italienische Politik ist sich - wie üblich - ohnehin nur darin einig, sich nicht einig zu sein. Außer vielleicht in Sachen "Rettungspakete". Geld kann das "Schuldenloch Italien" in rauen Mengen brauchen. Nicht umsonst unterstützte Premierminister Renzi seinen griechischen Amtskollegen bei den Verhandlungen.

Portugal und Spanien wählen auch schon in diesem Herbst. Auch wenn die Schlappschwanz-Haltung der Syriza-Riege bei den Verhandlungen mit den EU-Vertretern dafür sorgte, dass das Podemos-Bündnis in Spanien bei den Umfragen an Sympathie verloren hat, ist noch nicht aller Tage Abend. Eine Koalitionsmehrheit mit den Sozialdemokraten ist durchaus noch drin. Und in Portugal verkündete Catarina Martins, die Vorsitzende des Linksblocks (Bloco Esquerda/BE), dass ihre Partei nicht zwangsläufig am Euro festhalten werde, sollte die Rückkehr zum Escudo für Portugal sinnvoller sein.

Weiters dürften die Briten bereits im Juni nächsten Jahres über einen "Brexit" abstimmen. So wie sich die EU derzeit entwickelt, könnten die Insulaner durchaus mehrheitlich für den Austritt aus der EU stimmen. Vor allem auch deshalb, weil sie über die sogenannten "Rettungsschirme" auch für die weitere Alimentierung des Elends in Griechenland aufkommen müssen. Von diversen anderen Regulatorien, die den eigensinnigen Inselbewohnern nicht in den Kram passen, ganz zu Schweigen.

Und Frankreich? Die "Grande Nation" kämpft nach wie vor mit massiven wirtschaftlichen Problemen. Marine Le Pens Front National hat enormen Aufwind und die Parteichefin könnte gar bald schon Präsidentin des zweitwichtigsten Euro-Landes sein. Mit entsprechenden Konsequenzen für die Eurozone und die EU an sich.

Auch Ungarn entwickelt sich immer mehr zu einem "ungeliebten Stiefkind" der Brüsseler Eurokratie. Neben einer äußerst rigiden Haltung bezüglich der Flüchtlinge sorgt der rechtskonservative Regierungschef Viktor Orban dafür, dass sich Ungarn immer stärker in Opposition zur offiziellen Haltung der EU stellt. Selbst ein EU-Austritt wurde schon zur Sprache gebracht, weil sich Budapest nicht mehr ständig Vorschriften machen lassen will.

Auch wenn dies nur ein kurzer und unvollständiger Abriss der momentanen Lage in der EU ist, so zeigen sich doch schon so viele Knackpunkte, die das ganze Elitenprojekt mächtig ins Wanken bringen können. Nun stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wann diese ganzen Kräfte den endgültigen Zerfall der Europäischen Union einleiten werden. Derzeit sieht es nämlich nicht wirklich danach aus, als ob dieses Konstrukt - ohne diktatorische Machtübernahme der Eurokraten - noch das Jahr 2020 erleben wird. Zumindest nicht in der heutigen Form.

14 Kommentare

  1. auch wenn österreich in der eu nur ein kleines land ist so sind wir doch auf der seite der besser gestellten ländern vertreten und haben vor geraumer zeit http://www.volksbegehren-eu-austritt.at/ abgehalten, welches mit sehr großem erfolg diesen trend deutlich nochmal unterstreicht….
    mfg

  2. Kommentare und Leserbriefe bringen Probleme leider nicht zur Lösung, sondern informieren nur über persönliche Meinungen anderer Menschen.
    Damit das aber einen echten demokratischen Nutzen bringen kann, braucht es die aktive Beteiligung aller Bürger als Ausgleich zum Vorgehen der Politik und der EU. Speziell geht es dabei um den Schutz des deutschen Grundgesetzes und der persönlichen, darin jedem Bürger garantierten Freiheit.
    Aus diesem Grund läuft derzeit in Bayern eine bundesweite Gründungsinitiative zu einem „Bürgerrat“. Dieser ist als direkt demokratisch unterstützendes Regulativ für deutsche Bürger konzipiert, um gesammelt der Bürgerstimme effektvoll zur Wirkung zu verhelfen.
    Die Stimmensammlung erfolgt mittels kostenloser APP, der Start ist auf den Monat Oktober 2015 fixiert worden. Die Errichtung und Ausführung dieses VETO-Instruments wird sehr professionell aufgebaut. Mehr Info dazu erhält man über [email protected] .

  3. Anstatt den Hellenen eine wirkliche finanzielle Überlebenschance zu geben und dafür heute in den sauren Apfel eines Schuldenschnitts zu beißen, zögert man das Leiden des griechischen Volkes weiter hinaus
    ——————————
    Mit einem Schuldenschnitt wird sich in Griechenland gar nichts verbessern.Die Moral im Volk ist dahin.

    • So lange 70% der Griechen den Euro behalten wollen, aber andererseits für die Schulden, die ihre Kleptokratie aufgetürmt hat nicht zahlen wollen, ja so lange geht es ihnen doch noch zu gut.  Meine Empathie hält sich diesbezgl. wirklich in Grenzen.

      Mir scheint die Erkenntnis wichtiger, dass der große Hegemon jenseits des Atlantiks ein wichtiges Feuer im Eisen hat. Das Feuer heißt Tsipras, der sein eigenes Volk verraten hat. Er hatte nämlich für den Plan der Ausschlachter selbst keinen Plan B. Das ist nicht einfach fahrlässig; es ist töricht! Jetzt ist das Tafelsilber zum Abschuss freigegeben. Volk und Führung sind selbst schuld.

  4. Eine Gemeinschaft die nur einen Wert kennt, das Geld und die Lobbyisten von Konzernen und Banken, sowie deren Interessen, hat keine Chance zu überleben. Die Völker lassen sich nicht gleichschalten.

  5. Auf diesem sinkenden Schiff spielt trotzdem die Kapelle eifrig weiter,
    bis ihnen die Trompeten, Klarinetten, Tubas usw. im Wasser gurgeln
    und die Geigen davon schwimmen.

    Auch vergleichbar mit dem tanzenden Wiener Kongress,
    unmittelbar vor Ausbruch des I. Weltkrieges.

    Alles war schon mal da. Verstand und Vernunft wird ignoriert.
    Das geschaffene Unheil musste und muss erneut durchlebt werden.

  6. Tja, so ist das halt, wenn man ewig und immer wieder auf das Volk scheißt – irgendwann reicht’s auch dem hörigsten Stiefellecker, dauernd nur verarscht zu werden.
    Ich erlebe es rundherum, durch alle Schichten, durch alle Altersklassen: Die Menschen haben die Schnauze sowas von gestrichen voll.
    Der Druckkochtopf ist kurz vor dem überhitzen und die Zeichen verdichten sich, dass es noch heuer knallt.

  7. Momentan sieht es eher so aus, als ob man am Flüchtlingsproblem und der eigenen ökonomischen und außenpolitischen Dummheit und Feigheit zerbrechen wird. Europa ist an seinen Außengrenzen plötzlich (Huch! Nix gemerkt?) von immer mehr destabilisiereten und zerrütteten Staaten umgeben und zeigt sich verwundbarer denn je. Ein Dank hier an die USA, die es einmal mehr geschafft haben, in ihrer unglaublichen zynischen Menschen- und Kulturverachtung andere zum eigenen Vorteil über die Klinge springen zu lassen. Die einstmals stabilen und prosperierenden Staaten Irak, Syrien und Lybien sind zerstört und die Scheunentore nach Europa sind offen. Und ich will mir noch nicht mal ausmalen, was passieren wird, wenn IS-Terroristen in Bosnien oder Albanien einsickern und die Türkei in ihrem “ErdoWahn“ selbst im Zweifrontenkrieg zerbricht. Was dann? Sind wir darauf vorbereitet? Was wenn in der Ukraine das Faschistenprojekt noch richtig explodiert und Ungarn, Rumänien, Moldau, Polen mit reinzieht? Werden wir auch Millionen ukrainische Flüchtlinge aka Fachkräfte verkraften? Wir leisten uns eine strunzdumme politische Kaste, die unfähig ist zu antizipieren und vorauszuschauen. Das ist Politik streng nach Vorschrift aus dem US-Baukasten. Wer solch Drecksgesindel wählt, der versaut seinen eigenen Kindern die Zukunft! Europa wird in einem stetigen Klima der Angst leben und wer in Angst und Ungewissheit lebt, der hat seine Zukunft schon verspielt. Diese Angst wird in einer neuen Diktatur münden - wie auch immer diese definiert sein wird. Es wird Totalüberwachung geben, es wird Mißtrauen, Denunziation, Zensur und Verhaltens-, Sprach-, Denk-, Kaufkontrollen geben. Freiheit hinter Gittern. Willkommen im Zoo (wo die bedrohte Spezies schließlich ausstirbt).

  8. na da ist wohl der Wunsch Vater des Gedanken
    von wegen EU zerreißt s

    wird s so bald nicht spielen
    und wenn
    dann sind sicher die Deutschen und die Österreicher die letzten die aufbegehren

    sind ja als gute ( dämliche ) Untertanen allgemein bekannt

    zum Volksbegehren nur noch eins
    sollte es wieder ne Volksabstimmung geben dann würde das Ergebnis nicht viel anders aus sehen als damals
    der Minderwertigkeitskomplex der Österreicher allein würde schon dafür sorgen und den Komplex haben Sie auch zurecht denn Sie sind minderwertig

    Die Deutschen hatten keine Wahl besetztes Land etc
    aber die Österreicher hatten sie

  9. Erinnern wir uns an das Interview der NYT mit Wolfgang Schäuble aus 2011, dem darauf folgenden Auftritt vor einem Bankensymposium in Frankfurt und dem darauf foilgenden Spiegel-Interview. Alle drei Auftritte waren wohl portioniert und vorbereitet. Die wichtigsten 3 Aussagen ( Freudsche Versprecher? ):

    NYT: Um ein politisch vereintes Europa ( Anm. gegen den Willen der Völker ) durchzusetzen, brauchen wir eine ganz große Krise. Vor den Bankern: Das alte Konstrukt der Governance und souveräner Staaten hat ausgedient ( Anm.:TTIP, CETA etc. ) und letztlich im Spiegel: In den nächsten Jahren kann er sich vorstellen, dass das Grundgesetz einer Verfassung weichen könnte.

    Was bedeutet dies?

    Die Protagonisten im Hintergrund arbeiten mit ihren Verrätern und Handlangern wie Schäuble daran, die Staaten Europas bewusst zu destabilisieren. Destabilisierte Länder wie GR unter der Fuchtel der Troika sind praktisch machtlos. Machtlosigkeit zugunsten einer kleinen Clique ist das erste und wichtigste Ziel und fast erreicht.

    Die Aussage vor den Bankern, dass die Staaten des 20th Jahrhunderts ausgedient haben zeigt ganz klar die Marschrichtung: Geheime unumkehrbare Vereinbarungen und dann Verträge zur Erzielung eines transatlatischen Wirtschaftsraums zugunsten der internationalen, zumeist anglo-/ amerikanisch dominierten Konzerne ( TTIP etc. ), um danach die Destabilisierung der eurasischen Wirtschaftsräume zur Unterjochung in Angriff zu nehmen. Endziel: Weltregierung durch Hochfinanz-/ und Konzernoligarchie unter Reduzierung der Staaten auf Bundesländer größerer Einheiten.

    Das geht in der BRD mit dem Grundgesetz jedoch nicht. Der Ewigkeitsartikel 79 in Verbindung mit 20 steht dagegen und würde bei Zuwiderhandlung unweigerlich zum Hochverrat führen. Deshalb hat Schäuble im Spiegel Interview in Aussicht gestellt, dass sich die BRD Bürger bald über eine neue eigene Verfassung "freuen" dürfen. Diese Verfassung, die als Volksabstimmung zustande kommen muss, wird aber eine False flag werden mit vorgeschobenen Gründen. Der wahre Grund ist es, den Artikel 79 abzuschaffen, damit die BRD als Bundesstaat der diktatorischen Hochfinanz-/ und Konzernstruktur der EU beitreten kann und damit als Staat untergeht. Unterstützend soll hier die Masseneinwanderung wirken, um die Selbstreflektion der Bürger als Deutsche zu reduzieren.

    Der Artikel beschreibt insofern nur Minimalwirkungen, die eingeplant sind. Die große Linie ist keinesfalls verlassen, die von den Machern, vorwiegend mit Sitz in den Türmen jenseits des Atlantiks, vorgegeben wurde.

    Wir werden bald bürgerkriegsähnliche Zustände haben und die Masse wird die angebotene Rettung annehmen. Die Rettung ist allerdings der Untergang.

     

     

     

     

  10. Die von den Oligarchen gesteuerten Denkfabriken mit angeschlossenen Exekutiven spulen ihr Programm ab, welches exakt in das Szenario mündet, das in den 1950ern der bayerische Hellseher Alois Irlmeier für Europa vorausgesagt hat.

  11. Die von den Oligarchen gesteuerten Denkfabriken Integration der Exekutiven spulen ihr Programm ab, welches exakt in das Szenario mündet, das in den 1950ern der bayerische Hellseher Alois Irlmeier für Europa vorausgesagt hat.

  12. Die Griechen haben eine neue Olympiadisziplin entdeckt. Diese Disziplin, die sie meisterlich beherrschen heißt: auflaufen lassen bis zum Abwinken. Am Ende steht die vergoldete Pleite und die erste Demokratie hat die Lacher auf ihrer Seite. Genüsslich treiben sie die Dicke Berta und die gesamte EU Lachnummern vor sich her, denn der Steuerjuncker wird sich in diesen miesen Spielen persönlich wieder finden, denn hier hat der Hafen den Deckel gefunden und das Ping Pong Spiel, zweier ausgekochter Vorteilsmaximierer, wird vom Rest der Brüsseler Emporkömmlingen scheints als zusätzliches Amüsement empfunden. Der Steuerzahler brennt wie ein Kronleuchter für Griechenland. Für die Naziukraine und deren Mörderbanden-;. Brot, Waffen und natürlich Gas zum Selbstvernichtungspreis obendrauf, während die USA die Sanktionen nur noch den Europäern überlässt und sich selbstredend daran nicht mehr beteiligen.

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