Neue Marinedoktrin in Kraft: Russland sichert die Arktis und den Pazifik

Angesichts der NATO-Einkreisungsstrategie gegenüber Russland, forciert Präsident Putin die nationale Verteidiung. Der neueste Schritt: eine aktualisierte Marinedoktrin mit deutlichen Zielen.

Von Marco Maier

Die politischen und militärischen Spannungen mit der NATO führen dazu, dass die politische Führung Russlands ihrerseits eine aktivere Rolle in Sachen militärischer Landesverteidigung vorantreibt. Nachdem schon Anfang des Jahres eine neue Marinedoktrin erstellt wurde, bestätigte diese nun der Präsident. Diese ersetzt nun die Vorgängerdoktrin vom vergangenen Dezember.

Hierbei gilt das Hauptaugenmerk des 46 Seiten umfassenden Dokuments vor allem dem Nordwesten. "Die wichtigsten Akzente liegen auf der Arktis und dem Atlantik", sagte Vizeregierungschef Dmitri Rogosin bei einem Treffen mit Putin während des Marinetags im Ostsee-Hafen Kaliningrad, dem alten deutschen Königsberg. Eine weitere Anpassung erfolgte auch in Sachen Krim, die sich nach einem Referendum wieder Russland anschloss, wodurch der Schwarzmeerhafen bei Sewastopol wieder direkt unter russische Kontrolle gelangte.

Für Moskau geht es hierbei vor allem um die Sicherung der Rohstoffe in der Arktisregion, auf die auch Länder wie Dänemark, Kanada und die USA Anspruch erheben. Unter dem Eis werden reiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. Dementsprechend soll auch eine Atom-Eisbrecherflotte aufgebaut werden, die ab 2017 den Dienst aufnehmen soll, wie Rogosin mitteilte.

In der – vor allem für die Hegemonialbestrebungen der USA wichtigen – Pazifikregion erklärt die neue Marinedoktrin auch ausdrücklich die freundschaftlichen Beziehungen zu China. Gemeinsam, so das Ziel, soll ein militärisches Gegengewicht zu den expansionistisch agierenden USA geschaffen werden. Die US-amerikanischen Weltherrschaftsbestrebungen werden sowohl von Moskau als auch von Peking als Bedrohung der nationalen Sicherheit eingestuft, so dass sich daraus ein Verhältnis von "natürlichen Verbündeten" ergibt.

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3 Kommentare

  1. Eine ganz natürliche und verständliche Reaktion Russlands. Die USA verhält sich schließlich so, als ob Sie über die ganze Welt bestimmen dürfe. Die Welt wäre erträglicher, gäbe es nicht dieses gierige, neoliberale Ausbeutersystem, in dem Zockerbanden und Nimmersatts, die Welt zerstören. Das perfide daran ist, dass die Weltzerstörer die gegenwärtigen Nutznießer sind. Die Menge vertröstet man in die Zukunft und die Weltzerstörer kommen gegenwärtig auf ihr Kosten. Wie lange noch, soll das funktionieren?

  2. Reine verteidigung russischer Interessen. Endlich werden die USA in ihrem wahnwitzigen hegmonialen Untrieben eingebremst. Allerdings kann es auch zu einem von den USA provozierten Krieg führen, aber besser als eine NWO unter Führung dieser mafiösen hochkriminellen Nation. ( Bezieht sich auf ihre Führung und das Pentagon!)

  3. Im Prinzip geht es darum, für die Zukunft aus 2 schlechten Alternativen die bessere herauszufinden.

    Der eine Block will eine Weltherrschaft unter Führung der Hochfinanz-/ und Industrieelite des Westens, einer Diktatur einer
    kleinen Elite gleich. Der Rest der Menschheit ist Human Capital, Manövriermasse. Die Abschaffung von Staaten steht im Vordergrund.

    Der andere Block will eine Welthegemonie auf der Basis von interressensgeleiteten >freien< Staaten ( z.B. Seidenstraße ) unter temporärer Zusammenarbeit von Staatenverbänden ( z.B. BRICS ).

    Auffällig ist, dass beide das derzeitige Falschgeldsystem präferieren, sodass der Verdacht nahe liegt, dass auch im Block Russland/China nicht im Entferntesten daran gedacht wird, die aktuellen Probleme der Menschheit anzugehen:

    1) ungerechte Verteilung der Resourcen
    2) politische Mitwirkung der Menschen an Entscheidungsprozessen ( Ausnahme Schweiz )
    3) Lösung der Umweltprobleme ( ohne erfundene Klimaerwärmung durch CO2 )
    4) Reform des Geldsystems zur gerechteren Verteilung der reichlich vorhandenen planetaren Resourcen
    und damit der Verhinderung von unsinnigen Kriegen und Völkerwanderungen.

    Alle Punkte werden sowohl von der einen wie auch von der anderen Fraktion ignoriert, was den Verdacht nährt, dass bei
    beiden die gleichen Protagonisten ihre Karten im Spiel haben. Ähnlich einem Roulette, wo der auf schwarz und rot setzende Spieler nie verlieren kann. Er ist nämlich der Finanzier der Spielhalle in der sich alle befinden.

    Da wir nur eine von zwei schlechten Alternativen haben, entscheide ich mich persönlich für die russisch/chinesische, da diese zumindest wirtschaftliche Prosperität für einige Zeit verspricht. Im übrigen dürften dabei weniger Kriege erforderlich werden, als es mit dem Hegemon jenseits des Atlantiks nötig ist, damit dieser die Welt als Hegemon alleine kontrollieren kann. Von der bei den Russen und Chinesen unnötigen Überfremdung, wie wir sie gerade bei uns sehen, ganz abgesehen.

    Das Ideal, ein alles ausgleichendes Geldsystem, werden wir auch diesmal zum kommenden Crash nicht bekommen. Dafür sammeln Russen und Chinesen seit Jahren zuviel Gold als Deckung für die zukünftige Weltwährung. Dafür ist aber auch der Mensch spätestens dann ungeeignet, wenn er einmal am Korken der Macht geschnuppert hat. Von der Demokratie, wie wir sie zumindest in letzten Ansätzen noch in der Schweiz sehen, können wir un in beiden fäller verabschieden. Es wird auf jeden Fall sehr sehr dunkel.

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