Am Dienstag trifft der Nordatlantikrat zu Beratungen zusammen, um über die Militäraktionen der Türkei in Syrien und dem Irak zu beraten. Doch schlussendlich treffen sich dort nur Heuchler, die größtenteils für das Chaos in der Region mitverantwortlich sind.

Von Marco Maier

Auf Anforderung der türkischen Regierung werden alle 28 NATO-Staaten zusammentreffen, um über die Militäraktionen Ankaras in den beiden Nachbarstaaten Irak und Syrien zu sprechen. Auch wenn die Angriffe der türkischen Luftwaffe auf Stellungen des "Islamischen Staates" durchwegs begrüßt werden, so hagelt es vor allem wegen den Luftangriffen auf PKK-Stellungen heftige Kritik.

Anlass für den Eintritt in die "Anti-IS-Koalition" war der Bombenanschlag in der türkischen Stadt Suruc, bei dem vergangene Woche 32 Menschen starben und über 100 verletzt wurden. Bislang versuchte sich die türkische Regierung möglichst aus dem Konflikt rauszuhalten, da die Terrororganisation in der Türkei selbst tausende Anhänger hat. Mehrere hundert davon wurden bereits festgenommen.

Für die türkische Regierung ist die momentane Lage jedoch eine Möglichkeit, "zwei Fliegen mit einer Klappe" zu schlagen. Neben der Vergeltung für den Bombenanschlag kann das türkische Militär nun auch offen gegen die verbotene Kurdenporganisation PKK vorgehen, die trotz des (in letzter Zeit stockenden) Friedensprozesses immer wieder Anschläge auf türkische Einrichtungen durchführt.

Morgen Dienstag wird sich nun zeigen, welche Strategie die NATO-Partner der Türkei vorschlagen, um dem aktuellen Dilemma zu entkommen. Denn die kurdischen Kämpfer in Syrien und im Nordirak sind eine wichtige Stütze im Kampf gegen den "Islamischen Staat" und natürlich auch im Kampf gegen die syrische Regierung.

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Dass sich dabei vor allem die USA wie Goethes Zauberlehrling verhalten, der das geschaffene Chaos nicht mehr unter Kontrolle brachte, scheint hierbei irrelevant zu sein. Denn der Umstand, dass die US-Vertreter lange Zeit gute Beziehungen zu IS-Führer al-Bagdadi und Konsorten aufrecht erhielten, stört offensichtlich niemanden in dieser Riege. Immerhin war die Entmachtung von Baschar al-Assad, dem syrischen Präsidenten, stets das Ziel der US-amerikanischen Agenda, welche jedoch Millionen von Menschen zur Flucht zwang und eine völlig zerstörte Region hinterlässt.

Als Fazit bleibt nur die Feststellung, dass es sich beim NATO-Gipfel am Dienstag lediglich um ein Treffen von Heuchlern geht, die einen gewaltigen Berg von Leichen auf ihrem Gewissen haben. Sofern man überhaupt davon ausgehen kann, dass diese Menschen so etwas wie ein Gewissen besitzen. Denn dieser mörderische Flächenbrand im Nahen Osten geht auch auf ihre Kappe.

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2 thoughts on “NATO-Gipfel zu Militäraktionen der Türkei – Eine Zusammenkunft der Heuchler”

  1. Das die Türkei hier ihr eigenes Spiel spielt war aber schon lange klar.
    Dies auch der Grund weshalb sie sich so lange Zeit ließen bis sie angriffen und
    vorher Nachschub für den IS über ihre Grenzen lief bzw nach wie vor läuft.
    Sollten sich doch zuerst die Kurden im Kampf gegen die IS schwächen,
    damit es Ankara dann leichter hat.
    Da dies aber nicht ganz so gelaufen ist wie sie es gerne gehabt hätten,
    hilft Ankara jetzt einfach nach, damit die PKK und somit die Kurden geschwächt
    oder besser gesagt zerstört werden.

    Den Kill an zig tausenden Menschen nennen sie dann lapidar „Geopolitik“…..
    ich nenn das Kriegsverbrechen und Massenmord !

  2. @randy andy, ich gehe mit Deinem Kommentar in jeder Hinsicht konform. Du hast völlig Recht. Es ist Kriegsverbrechen und Massenmord unterstützt von der Nato und den USA.

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