Italiens Wirtschaft erleidet immer wieder neue Rückschläge. Seit Jahresbeginn verharrt das Land in der Rezession und kämpft nun zum ersten Mal seit 1959 wieder eine Deflation. Premierminister Renzi steht damit vor einem immer größer werdenden ökonomischen Scherbenhaufen, den seine begonnenen Reformen bislang nicht einmal ansatzweise beseitigen konnten.

Von Marco Maier

Seit zwei Monaten in Folge sinkt das durchschnittliche italienische Preisniveau. Lag das Minus im Juli noch bei 0,1 Prozent, so beschleunigte sich der Preisverfall im August auf 0,2 Prozent. Zwar mag das nach nicht viel klingen, doch mit der Zeit wirkt sich dies sowohl auf das Steueraufkommen als auch auf die Beschäftigung und die Produktion von Gütern aus. Sinkende Preise bedeuten, dass die Unternehmen ihre Produktionskosten senken müssen um nicht in die Verlustzone zu geraten.

Doch der Spielraum für die italienischen Unternehmen wird immer knapper. Im ersten Halbjahr 2014 ließ die italienische Wirtschaftsleistung nach. Auf ein Minus von 0,1 Prozent im ersten Quartal folgte ein Minus von 0,2 Prozent im zweiten Vierteljahr. Für die zweite Jahreshälfte sieht es bislang auch nicht besser aus, zumal die ganze Eurozone mit wirtschaftlichen Problemen hadert.

Dementsprechend schlecht sieht die Lage auf dem italienischen Arbeitsmarkt aus. Insgesamt 3,22 Millionen Italiener sind arbeitslos gemeldet. Im Juli lag die Arbeitslosenquote bei 12,6 Prozent, womit diese um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreswert und 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat anstieg. Die Zahl der Beschäftigten sank gegenüber Juni um 0,2 Prozent.

Loading...

Über kurz oder lang könnte Italien damit gemeinsam mit Frankreich für neue wirtschaftliche Erschütterungen im Euroraum sorgen, die jene Griechenlands, Spaniens, Portugals und Irlands deutlich übersteigen. Doch nachdem sich die Eurostaaten mit der "Rettung" der ersten Welle von Krisenstaaten – und damit vor allem des Bankensystems – schon verausgabt haben, wäre ein beginnender Kollaps dieser beiden Staaten verheerend.

Bitte unterstützen sie uns!

Wenn Sie liebe Leser, uns unterstützen wollen, dann tun sie das am besten mit einer Spende oder mit einem Dauerauftrag mit dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE28 7001 1110 6052 6699 69, BIC: DEKTDE7GXXX, Inhaber: Andreas Keltscha oder per Paypal und Kreditkarte. Wir bedanken uns herzlich!

Loading...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here